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Die Inflation ist ein weltweites Problem
11.07.22 08:45
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das Entsetzen über die starken Preissteigerungen ist hierzulande ein beherrschendes Thema, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Überall werde nach den Ursachen gefragt und nach Möglichkeiten, diese wieder einzudämmen. In erster Linie werde die Abhängigkeit von russischen Energieimporten gesehen. Die Aufregung sei so groß, dass der Wirtschaftsminister zur Energieersparnis sogar kaltes Duschen vorgeschlagen habe. Ein Blick über die Grenzen zeige, dass die ganze Menschheit unter der Inflation zu leiden habe.
Nach Angaben der OECD sei die Inflation, gemessen am Konsumentenpreisindex (CPI), in der ganzen Welt im Mai 9,6% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, nach 9,2% im April. Hauptursachen seien Preise für Energie und Nahrungsmittel gewesen. Das sei der stärkste Anstieg seit August 1988. Die Inflation habe sich in allen Ländern außer Kolumbien, Japan und Niederlande erhöht. Zehn OECD-Länder hätten 2-stellige Rekordanstiege, Spitze mit der Türkei erlebt.
Preise für Nahrungsmittel seien in der OECD im Mai um 12,6% gegenüber dem Vorjahr, nach 11,5 % im April, geklettert. Energie habe sich um 35,9% im Mai, nach 32,6% im April, verteuert. In den wichtigsten G7-Ländern sei die Jahresteuerung im Mai um 7,5% nach 7,1% im April gestiegen. In Japan sei sie mit 2,5% am niedrigsten, am höchsten in Kanada und Italien gewesen. Am stärksten seien die Energiepreise in Frankreich, Deutschland, Italien und Japan gestiegen.
Die Länder der Eurozone (EA) seien von den weltweiten Tendenzen nicht unberührt geblieben. Der Anstieg der harmonisierten Konsumentenpreise (HICP) habe sich im Mai auf 8,1% nach 7,4% im April gestellt. Erste Hochschätzungen von Eurostat würden die Inflationsrate in der EA im Juni sogar auf 8,6% sehen.
Die Jahresinflation in den G20 Ländern sei im Mai auf 8,8% nach 8,6% im April gestiegen. Die USA würden von dem weltweiten Trend nicht verschont bleiben.
Der Krieg in der Ukraine und die Drosselung der russischen Gasexporte seien nicht die einzigen Ursachen für die Probleme gewesen, mit denen jetzt die ganze Welt zu kämpfen habe. Jahre lang sei die Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken auf einen ultra-expansiven Kurs ausgerichtet gewesen. Die Corona Pandemie habe sie vor außerordentliche Herausforderungen gestellt, mit möglichst niedrigen Zinsen und reichlicher Liquiditätsversorgung die Volkswirtschaften zu unterstützen. Dabei seien auch historisch noch nie erprobte Mittel eingesetzt worden, wie z.B. ZIRP, NIRP oder QE. Dennoch hätten diese nur einen begrenzten Effekt auf die Konjunkturentwicklung gezeigt, dafür hätten sie aber als "Treibriemen" für die Finanzmärkte gewirkt. Dort seien die Kurse für Festverzinsliche und Aktien auf historische Höchststände geklettert.
Allzu lange hätten die Notenbanken an dieser Politik festgehalten. Jetzt seien sie mit inflationären Preisentwicklungen konfrontiert. Ihre Beteuerungen, diese Raten seien nur kurzfristiger Natur, hätten sich in den letzten Monaten als falsch erwiesen. Jetzt hätten sie eine Wende in ihrer Geldpolitik eingeführt. Doch allzu hoch könnten sie die Leitzinsen nicht steigern. Dazu sei die Verschuldung in der ganzen Welt schon allzu hoch, und der Konjunkturmotor der Weltwirtschaft gerate ins Stottern.
In Zeiten hoher Inflation und steigender Geldmarktzinsen sei man mit Geldmarktanlagen trotz negativer Zinsen in realer Rechnung gut beraten. Am Rentenmarkt würden die Renditen steigen und die Kurse fallen. Am Aktienmarkt erhöhe sich das Risiko bei sinkenden Unternehmensgewinnen, ein Bärenmarkt habe begonnen. Erneuerbare Energien (wie z.B. Wasserstoff) würden mit Vorrang kaufenswert bleiben. Dies sei ein Megatrend. Edelmetalle hätten trotz kurzfristig schwankender Preise langfristig gute Aussichten. Der kurzfristige Rückgang könne vernachlässigt werden. (Ausgabe vom 10.07.2022) (11.07.2022/alc/a/a)
Überall werde nach den Ursachen gefragt und nach Möglichkeiten, diese wieder einzudämmen. In erster Linie werde die Abhängigkeit von russischen Energieimporten gesehen. Die Aufregung sei so groß, dass der Wirtschaftsminister zur Energieersparnis sogar kaltes Duschen vorgeschlagen habe. Ein Blick über die Grenzen zeige, dass die ganze Menschheit unter der Inflation zu leiden habe.
Nach Angaben der OECD sei die Inflation, gemessen am Konsumentenpreisindex (CPI), in der ganzen Welt im Mai 9,6% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, nach 9,2% im April. Hauptursachen seien Preise für Energie und Nahrungsmittel gewesen. Das sei der stärkste Anstieg seit August 1988. Die Inflation habe sich in allen Ländern außer Kolumbien, Japan und Niederlande erhöht. Zehn OECD-Länder hätten 2-stellige Rekordanstiege, Spitze mit der Türkei erlebt.
Preise für Nahrungsmittel seien in der OECD im Mai um 12,6% gegenüber dem Vorjahr, nach 11,5 % im April, geklettert. Energie habe sich um 35,9% im Mai, nach 32,6% im April, verteuert. In den wichtigsten G7-Ländern sei die Jahresteuerung im Mai um 7,5% nach 7,1% im April gestiegen. In Japan sei sie mit 2,5% am niedrigsten, am höchsten in Kanada und Italien gewesen. Am stärksten seien die Energiepreise in Frankreich, Deutschland, Italien und Japan gestiegen.
Die Jahresinflation in den G20 Ländern sei im Mai auf 8,8% nach 8,6% im April gestiegen. Die USA würden von dem weltweiten Trend nicht verschont bleiben.
Der Krieg in der Ukraine und die Drosselung der russischen Gasexporte seien nicht die einzigen Ursachen für die Probleme gewesen, mit denen jetzt die ganze Welt zu kämpfen habe. Jahre lang sei die Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken auf einen ultra-expansiven Kurs ausgerichtet gewesen. Die Corona Pandemie habe sie vor außerordentliche Herausforderungen gestellt, mit möglichst niedrigen Zinsen und reichlicher Liquiditätsversorgung die Volkswirtschaften zu unterstützen. Dabei seien auch historisch noch nie erprobte Mittel eingesetzt worden, wie z.B. ZIRP, NIRP oder QE. Dennoch hätten diese nur einen begrenzten Effekt auf die Konjunkturentwicklung gezeigt, dafür hätten sie aber als "Treibriemen" für die Finanzmärkte gewirkt. Dort seien die Kurse für Festverzinsliche und Aktien auf historische Höchststände geklettert.
Allzu lange hätten die Notenbanken an dieser Politik festgehalten. Jetzt seien sie mit inflationären Preisentwicklungen konfrontiert. Ihre Beteuerungen, diese Raten seien nur kurzfristiger Natur, hätten sich in den letzten Monaten als falsch erwiesen. Jetzt hätten sie eine Wende in ihrer Geldpolitik eingeführt. Doch allzu hoch könnten sie die Leitzinsen nicht steigern. Dazu sei die Verschuldung in der ganzen Welt schon allzu hoch, und der Konjunkturmotor der Weltwirtschaft gerate ins Stottern.
In Zeiten hoher Inflation und steigender Geldmarktzinsen sei man mit Geldmarktanlagen trotz negativer Zinsen in realer Rechnung gut beraten. Am Rentenmarkt würden die Renditen steigen und die Kurse fallen. Am Aktienmarkt erhöhe sich das Risiko bei sinkenden Unternehmensgewinnen, ein Bärenmarkt habe begonnen. Erneuerbare Energien (wie z.B. Wasserstoff) würden mit Vorrang kaufenswert bleiben. Dies sei ein Megatrend. Edelmetalle hätten trotz kurzfristig schwankender Preise langfristig gute Aussichten. Der kurzfristige Rückgang könne vernachlässigt werden. (Ausgabe vom 10.07.2022) (11.07.2022/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


