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Inflation ist nicht nur vorübergehend
25.08.21 10:45
Quant.Capital Management
Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Immer wieder hauen Notenbank, Politik und jüngst auch die Wirtschaftsforscher des DIW in dieselbe Kerbe: Die zu beobachtende Preissteigerung sei nur vorübergehend. "Das aber ist falsch", sagt Ivan Mlinaric, Geschäftsführer der Quant.Capital Management GmbH.
"Es bedürfte einer ausgewachsenen Deflation über Jahre, um die Preissteigerungen wieder rückgängig zu machen."
Bei den Prognosen für die Inflationsraten würden sich derzeit die Häuser überbieten. Alle würden von einer deutlichen Steigerung ausgehen und zugleich würden sie alle einen vorübergehenden Effekt nennen. "Was die Inflationsraten angeht, ist das vielleicht richtig", sage Mlinaric. "Nicht aber, was die Preise angeht." So sei es durchaus möglich, dass sich die Geschwindigkeit, mit der die Preise steigen würden, wieder reduziere. "Die Inflationsrate sinkt dann", so Mlinaric, "nicht aber die Preise."
Denn um die einmal mit einer Rate von drei oder mehr Prozent gestiegenen Preise wieder auf das Niveau etwa von 2019 zu drücken, bedürfte es einer deutlichen Deflation. "Selbst bei einer Inflationsrate von null in den kommenden Jahren - wovon derzeit niemand ausgeht - bleibt uns der Kaufkraftverlust der Haushalte erhalten - auf Dauer", sage Mlinaric.
Denn anders als Staaten oder Notenbanken, die eine höhere Inflationsrate leicht ertragen und als Mittel ihrer Politik einsetzen könnten, sei die Bevölkerung auf den Erhalt der Kaufkraft ihres Geldes angewiesen. "Würde die Inflation durch stark steigende Löhne und Gehälter getrieben, sähe die Welt anders aus", so Mlinaric. "Sieht man einmal von Aktionen politisch motivierter Spartengewerkschaften ab, sprechen die aktuellen Tarifeinigungen allerdings nicht dafür."
Das Statistische Bundesamt bescheinige, dass die Reallöhne im ersten Quartal 2021 um zwei Prozent niedriger gelegen hätten als im Vorjahresquartal. In diesem ersten Quartal 2021 habe die Inflationsrate auch nur 1,3 Prozent betragen. Der aktuelle, signifikante Anstieg der Inflationsraten habe erst nach diesem Zeitraum begonnen. "Selbst wenn die Inflationsraten also, wie prognostiziert, wieder sinken sollten, wird der Kaufkraftverlust in der Bevölkerung sehr deutlich ausfallen", sage Mlinaric.
Aus Sicht eines Risikomanagers gehöre die Entwicklung der Inflation auch wegen der damit für Staaten, Unternehmen und Privatpersonen verbundenen Folgewirkungen zu den entscheidenden Kennzahlen. "Hier ist es wichtig, tatsächliche Einmaleffekte, wie etwa die temporäre Absenkung der Mehrwertsteuer, zu trennen von dauerhaften Effekten", sage Mlinaric. "Ein erhöhtes Preisniveau wirkt nun einmal dauerhaft, selbst wenn Notenbanken, Staaten und Wissenschaft es als einmaligen Ausrutscher bezeichnen." (25.08.2021/alc/a/a)
"Es bedürfte einer ausgewachsenen Deflation über Jahre, um die Preissteigerungen wieder rückgängig zu machen."
Bei den Prognosen für die Inflationsraten würden sich derzeit die Häuser überbieten. Alle würden von einer deutlichen Steigerung ausgehen und zugleich würden sie alle einen vorübergehenden Effekt nennen. "Was die Inflationsraten angeht, ist das vielleicht richtig", sage Mlinaric. "Nicht aber, was die Preise angeht." So sei es durchaus möglich, dass sich die Geschwindigkeit, mit der die Preise steigen würden, wieder reduziere. "Die Inflationsrate sinkt dann", so Mlinaric, "nicht aber die Preise."
Denn anders als Staaten oder Notenbanken, die eine höhere Inflationsrate leicht ertragen und als Mittel ihrer Politik einsetzen könnten, sei die Bevölkerung auf den Erhalt der Kaufkraft ihres Geldes angewiesen. "Würde die Inflation durch stark steigende Löhne und Gehälter getrieben, sähe die Welt anders aus", so Mlinaric. "Sieht man einmal von Aktionen politisch motivierter Spartengewerkschaften ab, sprechen die aktuellen Tarifeinigungen allerdings nicht dafür."
Das Statistische Bundesamt bescheinige, dass die Reallöhne im ersten Quartal 2021 um zwei Prozent niedriger gelegen hätten als im Vorjahresquartal. In diesem ersten Quartal 2021 habe die Inflationsrate auch nur 1,3 Prozent betragen. Der aktuelle, signifikante Anstieg der Inflationsraten habe erst nach diesem Zeitraum begonnen. "Selbst wenn die Inflationsraten also, wie prognostiziert, wieder sinken sollten, wird der Kaufkraftverlust in der Bevölkerung sehr deutlich ausfallen", sage Mlinaric.
Aus Sicht eines Risikomanagers gehöre die Entwicklung der Inflation auch wegen der damit für Staaten, Unternehmen und Privatpersonen verbundenen Folgewirkungen zu den entscheidenden Kennzahlen. "Hier ist es wichtig, tatsächliche Einmaleffekte, wie etwa die temporäre Absenkung der Mehrwertsteuer, zu trennen von dauerhaften Effekten", sage Mlinaric. "Ein erhöhtes Preisniveau wirkt nun einmal dauerhaft, selbst wenn Notenbanken, Staaten und Wissenschaft es als einmaligen Ausrutscher bezeichnen." (25.08.2021/alc/a/a)
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