Erweiterte Funktionen
Inflation fordert Notenbanken heraus
01.12.21 08:45
Swisscanto Invest
Zürich (www.anleihencheck.de) - Die globale Konjunkturerholung steht vor einer Bewährungsprobe: Zu den anhaltenden Lieferengpässen, der Personalknappheit und den hohen Energiepreisen rollt als zusätzliche Belastung eine neuerliche und heftige Coronawelle über viele Regionen und Länder hinweg, so die Experten von Swisscanto Invest.
Die neue Virusmutation Omikron, die möglicherweise hochansteckend und den Impfschutz stärker umgehen könne, schaffe weitere Unsicherheit. Noch sei die Datenlage aber zu unsicher, um die Gefährlichkeit der neuen Virusvariante beurteilen zu können. Aufgrund der hohen Impfquote und der erwarteten Fortschritte bei der medizinischen Behandlung von COVID-19 sei die Ausgangslage aber ungleich besser als vor einem Jahr. Der aktuell hohe Teuerungsdruck sollte sich mit dem Nachlassen der Lieferengpässe und dem sukzessiven Beschäftigungsaufbau im Laufe des nächsten Jahres abschwächen.
Aktuell sei an der Preisfront keine Entspannung sichtbar. Im Gegenteil, die Inflationsraten seien im Oktober vielerorts nochmals deutlich angestiegen. In den USA habe die Teuerung mit 6,2 Prozent sogar den höchsten Stand seit mehr als 30 Jahren erreicht. Aber auch in anderen Industriestaaten und in vielen Schwellenländern zeige die Preisentwicklung steil nach oben. Während die Notenbanken in den Schwellenländern bereits mit teilweise drastischen Leitzinserhöhungen reagiert hätten, würden sich die Zentralbanken der Industriestaaten weiterhin geduldig zeigen und sich auf den Standpunkt stellen, dass der Teuerungsanstieg nur vorübergehender Natur sei und deshalb keine starke geldpolitische Reaktion erfordere.
Die Experten von Swisscanto Invest würden diese Meinung grundsätzlich teilen, sähen aber ein gewisses Risiko, dass sich der Preisanstieg als hartnäckiger entpuppe als erhofft. Dies gelte insbesondere in den USA, wo die wirtschaftliche Erholung weit fortgeschritten sei und der akute Personalmangel bereits für deutlich steigende Löhne sorge. Die US-Notenbank sei sich dieser Thematik bewusst und wolle deshalb eine behutsame Normalisierung der Geldpolitik ansteuern. Neu rechnen wir damit, dass die US-Notenbank im kommenden Jahr den Leitzins im Juli und November erstmals anheben wird, gefolgt von drei weiteren Schritten 2023, so die Experten von Swisscanto Invest. Auch in Kanada und Großbritannien würden die Experten von Swisscanto Invest mit Leitzinserhöhungen in den nächsten Monaten rechnen. In der Eurozone, in Japan und in der Schweiz dürften die Leitzinsen dagegen auch im kommenden Jahr unverändert bleiben.
Die steigende Zinsdifferenz dürfte sich in den Währungskursen niederschlagen und biete Unterstützung für die nordamerikanischen Währungen sowie das Britische Pfund. Für den Kanadischen Dollar sprächen neben dem steilen Zinserhöhungspfad ein anhaltend starkes Wirtschaftswachstum sowie das erhöhte Rohölpreisniveau. Die solide Entwicklung der US-Wirtschaft und die Erwartungen früherer Zinsanhebungen würden auch den US-Dollar weiter stützen. Allerdings sei das Aufwärtspotenzial des US-Dollar aufgrund der bereits hohen Bewertung begrenzt. Das Pfund sei hingegen relativ günstig bewertet, was für nächstes Jahr Chancen biete. Kurzfristig könnte aber die Bank of England den Markt nochmals enttäuschen, indem sie im Dezember vorerst von einer Zinserhöhung absehe.
Die Experten von Swisscanto Invest würden aufgrund der zu erwartenden US-Notenbank-Zinsschritte das Anstiegspotenzial bei den Renditen der US-Staatsanleihen als begrenzt erachten. Dies sei für die Bewertung der Aktienmärkte von Bedeutung. Denn die Experten würden zwar davon ausgehen, dass die Kurs-Gewinn-Verhältnisse aufgrund steigender Zinsen und abnehmender Liquidität tendenziell sinken würden. Einen Einbruch, der die positiven Kurseffekte von Gewinnen, Dividenden und Aktienrückkäufen zunichtemachen würde, würden sie indes nicht erwarten.
Zykliker sollten in einem Umfeld mit überdurchschnittlichem Wirtschaftswachstum stärker gefragt bleiben als defensive Titel. Dies dürfte die Sektoren zyklischer Konsum, Informationstechnologie und Kommunikation überdurchschnittlich beflügeln. Bei den Investmentstilen spräche dies in Verbindung mit unserer Erwartung einer abnehmenden Konjunkturdynamik eher für Growth als für Value, so die Experten von Swisscanto Invest. Für die eher als sichere Häfen geltenden Stile "High Dividend" und "Low Volatility" bleibe das Umfeld dagegen schwierig.
Aktienmärkte und Gewinne würden sich mittel- und langfristig in dieselbe Richtung bewegen. Falls sie doch auseinander driften würden, dann zumeist nur kurz, weil Investoren und Finanzanalysten früher oder später realisieren würden, dass entweder die Gewinn- oder die Markteinschätzungen angepasst werden müssten. In Japan könnte eine solche Entwicklung bevorstehen. Für den jüngsten Anstieg der Gewinnerwartungen sprächen die Abwertung des Yen und die konjunkturelle Wiederbeschleunigung nach den coronabedingten Einschränkungen. Auch das neu beschlossene Konjunkturprogramm dürfte die Wirtschaft und damit die Gewinne beflügeln. Allerdings seien die langersehnten Vorgaben zur strukturellen Verbesserung der Unternehmensführung (Corporate Governance) weiterhin nicht zu erwarten. In Summe dürften sich einerseits die Gewinnwachstumsprognosen als etwas zu optimistisch und andererseits die bisherige Aktienmarktentwicklung als zu konservativ erweisen.
Die Notenbanken hätten bislang nur verhalten auf den Inflationsanstieg reagiert und würden ihn als vorübergehend bezeichnen. Je länger die Inflation auf hohem Niveau verharre, desto größer werde die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbanken ihre Geldpolitik schneller straffen müssten. Kurzfristig dürfte die US-Inflation auf annualisierter Basis über sechs Prozent notieren. Das für Edelmetalle positive Umfeld von hohen Inflationserwartungen und tiefen Realrenditen dürfte allerdings im nächsten Jahr nicht anhalten. Einerseits dürfte die Inflation wieder fallen. Andererseits werde die US-Notenbank die Wertpapierkäufe einstellen und dürfte gemäß der Einschätzung der Experten von Swisscanto Invest den Leitzins zweimal um 25 Basispunkte anheben. Die steigenden US-Realrenditen würden den Edelmetallen und insbesondere Gold im nächsten Kalenderjahr Konkurrenz machen. Die Experten von Swisscanto Invest würden daher von einem tieferen Goldkurs ausgehen. (01.12.2021/alc/a/a)
Die neue Virusmutation Omikron, die möglicherweise hochansteckend und den Impfschutz stärker umgehen könne, schaffe weitere Unsicherheit. Noch sei die Datenlage aber zu unsicher, um die Gefährlichkeit der neuen Virusvariante beurteilen zu können. Aufgrund der hohen Impfquote und der erwarteten Fortschritte bei der medizinischen Behandlung von COVID-19 sei die Ausgangslage aber ungleich besser als vor einem Jahr. Der aktuell hohe Teuerungsdruck sollte sich mit dem Nachlassen der Lieferengpässe und dem sukzessiven Beschäftigungsaufbau im Laufe des nächsten Jahres abschwächen.
Aktuell sei an der Preisfront keine Entspannung sichtbar. Im Gegenteil, die Inflationsraten seien im Oktober vielerorts nochmals deutlich angestiegen. In den USA habe die Teuerung mit 6,2 Prozent sogar den höchsten Stand seit mehr als 30 Jahren erreicht. Aber auch in anderen Industriestaaten und in vielen Schwellenländern zeige die Preisentwicklung steil nach oben. Während die Notenbanken in den Schwellenländern bereits mit teilweise drastischen Leitzinserhöhungen reagiert hätten, würden sich die Zentralbanken der Industriestaaten weiterhin geduldig zeigen und sich auf den Standpunkt stellen, dass der Teuerungsanstieg nur vorübergehender Natur sei und deshalb keine starke geldpolitische Reaktion erfordere.
Die Experten von Swisscanto Invest würden diese Meinung grundsätzlich teilen, sähen aber ein gewisses Risiko, dass sich der Preisanstieg als hartnäckiger entpuppe als erhofft. Dies gelte insbesondere in den USA, wo die wirtschaftliche Erholung weit fortgeschritten sei und der akute Personalmangel bereits für deutlich steigende Löhne sorge. Die US-Notenbank sei sich dieser Thematik bewusst und wolle deshalb eine behutsame Normalisierung der Geldpolitik ansteuern. Neu rechnen wir damit, dass die US-Notenbank im kommenden Jahr den Leitzins im Juli und November erstmals anheben wird, gefolgt von drei weiteren Schritten 2023, so die Experten von Swisscanto Invest. Auch in Kanada und Großbritannien würden die Experten von Swisscanto Invest mit Leitzinserhöhungen in den nächsten Monaten rechnen. In der Eurozone, in Japan und in der Schweiz dürften die Leitzinsen dagegen auch im kommenden Jahr unverändert bleiben.
Die Experten von Swisscanto Invest würden aufgrund der zu erwartenden US-Notenbank-Zinsschritte das Anstiegspotenzial bei den Renditen der US-Staatsanleihen als begrenzt erachten. Dies sei für die Bewertung der Aktienmärkte von Bedeutung. Denn die Experten würden zwar davon ausgehen, dass die Kurs-Gewinn-Verhältnisse aufgrund steigender Zinsen und abnehmender Liquidität tendenziell sinken würden. Einen Einbruch, der die positiven Kurseffekte von Gewinnen, Dividenden und Aktienrückkäufen zunichtemachen würde, würden sie indes nicht erwarten.
Zykliker sollten in einem Umfeld mit überdurchschnittlichem Wirtschaftswachstum stärker gefragt bleiben als defensive Titel. Dies dürfte die Sektoren zyklischer Konsum, Informationstechnologie und Kommunikation überdurchschnittlich beflügeln. Bei den Investmentstilen spräche dies in Verbindung mit unserer Erwartung einer abnehmenden Konjunkturdynamik eher für Growth als für Value, so die Experten von Swisscanto Invest. Für die eher als sichere Häfen geltenden Stile "High Dividend" und "Low Volatility" bleibe das Umfeld dagegen schwierig.
Aktienmärkte und Gewinne würden sich mittel- und langfristig in dieselbe Richtung bewegen. Falls sie doch auseinander driften würden, dann zumeist nur kurz, weil Investoren und Finanzanalysten früher oder später realisieren würden, dass entweder die Gewinn- oder die Markteinschätzungen angepasst werden müssten. In Japan könnte eine solche Entwicklung bevorstehen. Für den jüngsten Anstieg der Gewinnerwartungen sprächen die Abwertung des Yen und die konjunkturelle Wiederbeschleunigung nach den coronabedingten Einschränkungen. Auch das neu beschlossene Konjunkturprogramm dürfte die Wirtschaft und damit die Gewinne beflügeln. Allerdings seien die langersehnten Vorgaben zur strukturellen Verbesserung der Unternehmensführung (Corporate Governance) weiterhin nicht zu erwarten. In Summe dürften sich einerseits die Gewinnwachstumsprognosen als etwas zu optimistisch und andererseits die bisherige Aktienmarktentwicklung als zu konservativ erweisen.
Die Notenbanken hätten bislang nur verhalten auf den Inflationsanstieg reagiert und würden ihn als vorübergehend bezeichnen. Je länger die Inflation auf hohem Niveau verharre, desto größer werde die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbanken ihre Geldpolitik schneller straffen müssten. Kurzfristig dürfte die US-Inflation auf annualisierter Basis über sechs Prozent notieren. Das für Edelmetalle positive Umfeld von hohen Inflationserwartungen und tiefen Realrenditen dürfte allerdings im nächsten Jahr nicht anhalten. Einerseits dürfte die Inflation wieder fallen. Andererseits werde die US-Notenbank die Wertpapierkäufe einstellen und dürfte gemäß der Einschätzung der Experten von Swisscanto Invest den Leitzins zweimal um 25 Basispunkte anheben. Die steigenden US-Realrenditen würden den Edelmetallen und insbesondere Gold im nächsten Kalenderjahr Konkurrenz machen. Die Experten von Swisscanto Invest würden daher von einem tieferen Goldkurs ausgehen. (01.12.2021/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 17.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


