Inflation dies- und jenseits des Atlantiks im Fokus


29.11.18 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Ölnotierungen haben seit Anfang Oktober massiv nachgegeben und sind vom Hoch zwischenzeitlich um rund 35% gesunken, so die Analysten der Helaba.

In Euro gerechnet ergebe sich ein Minus in der Spitze von 33%. Damit einhergehend seien die Inflationserwartungen rückläufig. Diese sollten zwar die mittelfristigen Erwartungen, d.h. auf Sicht von fünf bis zehn Jahren, abbilden, würden aber effektiv durch aktuelle Entwicklungen geprägt. Vor diesem Hintergrund richte sich die Aufmerksamkeit auf die heute zur Veröffentlichung anstehenden Preiszahlen in einigen Euro-Mitgliedsstaaten und den USA. Den Auftakt gebe Spanien mit den vorläufigen Verbraucherpreisen des laufenden Monats. Während im Oktober noch erhöhte Benzinpreise ein Treiber der Gesamtentwicklung gewesen seien, kehre sich der Einfluss um, und die Jahresteuerung dürfte deutlich sinken.

Auch in Deutschland seien im letzten Monat die Benzinpreise für eine hohe Inflationsrate verantwortlich gewesen. Wegen der Probleme der Binnenschifffahrt seien die niedrigeren Ölpreise hier aber nur unzureichend bei den Verbrauchern angekommen. Allenfalls ein leichter Rückgang der Jahresteuerungsrate sei zu erwarten. Im Hinblick auf die Geldpolitik der EZB sei ohnehin die Kerninflation von Interesse. Die EWU-Schnellschätzung dazu stehe morgen im Kalender.

In den USA richte sich die Geldpolitik offiziell an der Kerninflation - gemessen am PCE-Deflator- aus. Im Verlauf des Sommers sei hierbei das Ziel von 2% erreicht worden und daran sollte sich mit den neuen Zahlen nichts ändern. Argumente für eine Zinspause würden nicht geliefert. Dennoch hätten die Zinserwartungen in den letzten Wochen nachgegeben und nur noch ein Zinsschritt der FED im kommenden Jahr sei vollständig eskomptiert. In diesem Zusammenhang sei auf das Sitzungsprotokoll des FOMCs verwiesen. Es gebe möglicherweise Aufschluss darüber, ob sich die Zentralbanker bereits Sorgen über eine zu schwache Inflationsperspektive für das Jahr 2019 machen würden. (29.11.2018/alc/a/a)