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Inflation außer Kontrolle, Gold und Silber erreichen Korrekturziele
19.07.22 12:30
SOLIT Gruppe
Wiesbaden (www.anleihencheck.de) - Die neuesten Inflationszahlen aus den USA kamen am vergangenen Mittwoch mit einem Anstieg um 9,1% zum Vorjahr viel heißer rein, als es der Markt erwartet hatte, so Markus Blaschzok, Chefanalyst der SOLIT Gruppe.
Der Konsens habe bei 8,8% für den Juni gelegen, nachdem die Preise im Mai zum Vorjahr noch um 8,6% gestiegen seien. Auch die Kerninflationsrate, ex Energie und Lebensmittel, habe mit einem Anstieg von 5,9% zum Vorjahr und 0,7% zum Vormonat über der Markterwartung gelegen. Der Goldpreis habe auf diese hohe Inflation reflexartig wieder mit einem Einbruch um 25 US-Dollar auf 1.707 US-Dollar reagiert, da mit den neuesten Zahlen ein Zinsschritt von 100 Basispunkten beim nächsten Zinsentscheid der US-Notenbank wahrscheinlicher geworden sei.
Nachdem der Goldpreis die Unterstützung 1.700 US-Dollar getestet habe, hätten einige Spekulanten Gewinne mitgenommen und dem ein oder anderen Trader und Investor sei klar geworden, dass diese hohe Inflation eigentlich bullisch sein müsste, da der Goldpreis vom Fleck weg gewendet und wieder auf 1.745 US-Dollar angestiegen sei.
Berechne man die Teuerung in den USA jedoch nach der alten Methode, wie man sie noch bis 1980 angewandt habe, so zeige sich ein viel dramatischeres Bild. Demnach habe die Inflationsrate im Juni nicht bei 9,1% gelegen, sondern bereits bei 17,3% und damit über dem Niveau der Stagflation in den siebziger Jahren. Diese statistische Schönrechnung habe Methode, da sich so der Staat entschulden könne, indem der Bürger kontinuierlich über eine zusätzliche Inflationssteuer enteignet werde. Ohne diesen statistischen Kniff hätte der Markt längst eine Anpassung des Zinsniveaus gefordert.
Obwohl die Inflation in den siebziger Jahren niedriger gewesen sei als heutzutage, hätten die Zinsen frei von staatlichen Eingriffen auf ihr natürliches Niveau weit über 20% ansteigen dürfen. Die US-Notenbank müsse dem Markt letztlich immer folgen, weshalb auch der damalige US-Notenbankchef Paul Volcker gezwungen gewesen sei, den Leitzins fast bis auf das Marktniveau anzuheben. Heute liege der US-Leitzins jedoch immer noch bei mickrigen 1,75%, während der Markt selbst nach der offiziellen Statistik Zinsen von über 13% fordern würde.
Mittlerweile konstatiere selbst Christine Lagarde, Chefin der Europäischen Zentralbank, dass sie nicht glaube, dass man in ein Umfeld niedriger Inflation zurückkehren werde, während sie noch vor kurzer Zeit die hohe Teuerung als temporäres Phänomen bezeichnet habe.
Die Ursache der heutigen Inflation liege nicht in der exzessiven Kreditvergabe und einem Anwachsen der Giralgeldmenge, sondern in der Ausweitung der Basisgeldmenge durch die QE-Programme der Notenbanken. Deshalb hätten Zinsanhebungen auch keinen direkten Einfluss mehr auf die Inflationsrate, weshalb jene Investoren, die Gold aufgrund steigender Zinsen verkaufen würden, einen schwerwiegenden Fehler begehen würden.
Beispielsweise lägen die Zinsen in Simbabwe aktuell bei 200%, womit sie etwas über der Inflationsrate von 192% lägen. Wenn die Notenbanken Geld drucken würden, dann hätten steigende Zinsen keinen dämpfenden Einfluss mehr auf die Inflation, sondern sie seien nur noch ein Symptom der hohen Inflation, verursacht durch die Ausweitung der Geldmenge über die Notenbanken.
Seitdem die Notenbanken auf das Platzen der Immobilienblase 2008 mit dem Drucken von Geld reagiert hätten, seien die inflationsinduziert steigenden Zinsen nur eine Bestätigung der Inflation und somit ein Kaufgrund für Gold. Keynesianische Ökonomen und Investoren würden sich jedoch noch wie in einer Zeit verhalten, als die Notenbanken kein Geld gedruckt hätten.
Diese Fehleinschätzung ermögliche es, Gold und Silber noch einmal zu günstigen Preisen zu kaufen. Das Korrekturziel für Gold bei 1.700 US-Dollar sei vergangene Woche erreicht worden und auch das Korrekturziel für Silber bei 18 US-Dollar sei abgearbeitet worden, worauf die Experten ihren Abonnenten das Signal gegeben hätten, die Shortgewinne einzustreichen und den Short-Trade zu beenden. Sie hätten bei 2.050 US-Dollar bei Gold ein Verkaufssignal gegeben und in den letzten zwei Jahren Silber stets bei 28 US-Dollar geshortet. Ein letztes Überschießen bei Gold und Silber in den nächsten Wochen und Monaten sei zwar noch möglich, doch es zeichne sich bereits ab, dass die US-Notenbank im vierten Quartal 2022 oder im ersten Quartal 2023 einen Rückzieher machen werde, worauf Gold und Silber sprungartig ansteigen würden.
Fast nur rote Vorzeichen habe es in der letzten Handelswoche gegeben, nachdem der US-Dollar auf 109 Punkte im USD-Index habe ansteigen können. Der Euro sei unterdessen auf die Parität zum US-Dollar gefallen, wie die Experten bereits vor einigen Monaten vorhergesagt hätten. Es sei ihnen vor einem Jahr gelungen, den Euro bei 1,21 US-Dollar zu verkaufen, wobei sie damals noch nicht einen derartig starken Niedergang der europäischen Gemeinschaftswährung in so kurzer Zeit erwartet hätten.
Der Niedergang des Euro sei eine direkte Folge der europäischen Wohlfahrtsstaaten, zu hohen Steuern, Bürokratie, Planwirtschaft und ausufernden Schulden. Europa sei längst nicht mehr wettbewerbsfähig zu den USA oder China, wo aus Zukunftstechnologien marktbeherrschende Unternehmen erwachsen könnten. Die Experten würden erwarten, dass der Euro nach einer kurzen Zwischenerholung erneut die Parität unterschreiten und letztlich weit hinter sich lassen und auf bis zu 0,90 US-Cent fallen könnte. Erst dann, wenn die US-Notenbank von ihrem geplanten Kurs abweiche und womöglich wieder die Zinsen senke, sei mit einer Trendwende beim Euro zum US-Dollar zu rechnen, worauf der Goldpreis in beiden Währungen wieder stark auf neue Allzeithochs ansteigen werde. (19.07.2022/alc/a/a)
Der Konsens habe bei 8,8% für den Juni gelegen, nachdem die Preise im Mai zum Vorjahr noch um 8,6% gestiegen seien. Auch die Kerninflationsrate, ex Energie und Lebensmittel, habe mit einem Anstieg von 5,9% zum Vorjahr und 0,7% zum Vormonat über der Markterwartung gelegen. Der Goldpreis habe auf diese hohe Inflation reflexartig wieder mit einem Einbruch um 25 US-Dollar auf 1.707 US-Dollar reagiert, da mit den neuesten Zahlen ein Zinsschritt von 100 Basispunkten beim nächsten Zinsentscheid der US-Notenbank wahrscheinlicher geworden sei.
Nachdem der Goldpreis die Unterstützung 1.700 US-Dollar getestet habe, hätten einige Spekulanten Gewinne mitgenommen und dem ein oder anderen Trader und Investor sei klar geworden, dass diese hohe Inflation eigentlich bullisch sein müsste, da der Goldpreis vom Fleck weg gewendet und wieder auf 1.745 US-Dollar angestiegen sei.
Berechne man die Teuerung in den USA jedoch nach der alten Methode, wie man sie noch bis 1980 angewandt habe, so zeige sich ein viel dramatischeres Bild. Demnach habe die Inflationsrate im Juni nicht bei 9,1% gelegen, sondern bereits bei 17,3% und damit über dem Niveau der Stagflation in den siebziger Jahren. Diese statistische Schönrechnung habe Methode, da sich so der Staat entschulden könne, indem der Bürger kontinuierlich über eine zusätzliche Inflationssteuer enteignet werde. Ohne diesen statistischen Kniff hätte der Markt längst eine Anpassung des Zinsniveaus gefordert.
Obwohl die Inflation in den siebziger Jahren niedriger gewesen sei als heutzutage, hätten die Zinsen frei von staatlichen Eingriffen auf ihr natürliches Niveau weit über 20% ansteigen dürfen. Die US-Notenbank müsse dem Markt letztlich immer folgen, weshalb auch der damalige US-Notenbankchef Paul Volcker gezwungen gewesen sei, den Leitzins fast bis auf das Marktniveau anzuheben. Heute liege der US-Leitzins jedoch immer noch bei mickrigen 1,75%, während der Markt selbst nach der offiziellen Statistik Zinsen von über 13% fordern würde.
Die Ursache der heutigen Inflation liege nicht in der exzessiven Kreditvergabe und einem Anwachsen der Giralgeldmenge, sondern in der Ausweitung der Basisgeldmenge durch die QE-Programme der Notenbanken. Deshalb hätten Zinsanhebungen auch keinen direkten Einfluss mehr auf die Inflationsrate, weshalb jene Investoren, die Gold aufgrund steigender Zinsen verkaufen würden, einen schwerwiegenden Fehler begehen würden.
Beispielsweise lägen die Zinsen in Simbabwe aktuell bei 200%, womit sie etwas über der Inflationsrate von 192% lägen. Wenn die Notenbanken Geld drucken würden, dann hätten steigende Zinsen keinen dämpfenden Einfluss mehr auf die Inflation, sondern sie seien nur noch ein Symptom der hohen Inflation, verursacht durch die Ausweitung der Geldmenge über die Notenbanken.
Seitdem die Notenbanken auf das Platzen der Immobilienblase 2008 mit dem Drucken von Geld reagiert hätten, seien die inflationsinduziert steigenden Zinsen nur eine Bestätigung der Inflation und somit ein Kaufgrund für Gold. Keynesianische Ökonomen und Investoren würden sich jedoch noch wie in einer Zeit verhalten, als die Notenbanken kein Geld gedruckt hätten.
Diese Fehleinschätzung ermögliche es, Gold und Silber noch einmal zu günstigen Preisen zu kaufen. Das Korrekturziel für Gold bei 1.700 US-Dollar sei vergangene Woche erreicht worden und auch das Korrekturziel für Silber bei 18 US-Dollar sei abgearbeitet worden, worauf die Experten ihren Abonnenten das Signal gegeben hätten, die Shortgewinne einzustreichen und den Short-Trade zu beenden. Sie hätten bei 2.050 US-Dollar bei Gold ein Verkaufssignal gegeben und in den letzten zwei Jahren Silber stets bei 28 US-Dollar geshortet. Ein letztes Überschießen bei Gold und Silber in den nächsten Wochen und Monaten sei zwar noch möglich, doch es zeichne sich bereits ab, dass die US-Notenbank im vierten Quartal 2022 oder im ersten Quartal 2023 einen Rückzieher machen werde, worauf Gold und Silber sprungartig ansteigen würden.
Fast nur rote Vorzeichen habe es in der letzten Handelswoche gegeben, nachdem der US-Dollar auf 109 Punkte im USD-Index habe ansteigen können. Der Euro sei unterdessen auf die Parität zum US-Dollar gefallen, wie die Experten bereits vor einigen Monaten vorhergesagt hätten. Es sei ihnen vor einem Jahr gelungen, den Euro bei 1,21 US-Dollar zu verkaufen, wobei sie damals noch nicht einen derartig starken Niedergang der europäischen Gemeinschaftswährung in so kurzer Zeit erwartet hätten.
Der Niedergang des Euro sei eine direkte Folge der europäischen Wohlfahrtsstaaten, zu hohen Steuern, Bürokratie, Planwirtschaft und ausufernden Schulden. Europa sei längst nicht mehr wettbewerbsfähig zu den USA oder China, wo aus Zukunftstechnologien marktbeherrschende Unternehmen erwachsen könnten. Die Experten würden erwarten, dass der Euro nach einer kurzen Zwischenerholung erneut die Parität unterschreiten und letztlich weit hinter sich lassen und auf bis zu 0,90 US-Cent fallen könnte. Erst dann, wenn die US-Notenbank von ihrem geplanten Kurs abweiche und womöglich wieder die Zinsen senke, sei mit einer Trendwende beim Euro zum US-Dollar zu rechnen, worauf der Goldpreis in beiden Währungen wieder stark auf neue Allzeithochs ansteigen werde. (19.07.2022/alc/a/a)
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| XC0009655157 | 965515 | 5.594 $ | 3.124 $ | |




