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Inflation in Großbritannien kratzt an der 3%-Marke
18.07.17 09:23
HSBC Trinkaus & Burkhardt
Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Noch im Dezember 2016 mussten die Währungshüter der Bank of England in einem Rechtfertigungsschreiben an den Schatzkanzler erklären, warum die Inflation in Großbritannien im Oktober um mehr als einen Prozentpunkt von der mittelfristigen Zielmarke von 2% nach unten abwich, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
Als Begründung seien primär die gefallenen Energiepreise zwischen 2014 und 2016 angeführt worden, die nach Angaben der Notenbank zu drei Fünfteln für die Abweichung von der Zielmarke verantwortlich gewesen seien. Mittlerweile kratze die Jahresrate der Konsumentenpreise - bedingt vor allem durch die starke Abwertung des Britischen Pfundes seit Ende 2015 und den in der Jahresbetrachtung nunmehr wieder geringeren Veränderungsraten bei den Energiepreisen - an der 3%-Marke und damit an der oberen Toleranzgrenze. Im aktuellen Berichtsmonat sollte diese zwar noch nicht überschritten werden, die Analysten würden im weiteren Jahresverlauf jedoch mit einem solchen Szenario rechnen.
Das wiederum würde erneut einen Brief an den Schatzkanzler erfordern. Zuletzt hätten die Geldpolitiker erklärt, für eine gewisse Zeit ein Überschießen der Inflation tolerieren zu wollen, sofern sich keine nachhaltigen Zweitrundeneffekte (z. B. bei den Inflationserwartungen) einstellen würden, die auf eine dauerhaft erhöhte Inflation hindeuten würden.
Da der wesentliche Grund für die gestiegenen Preise in der im Umfeld des EU-Referendums zu beobachtenden Abwertung des Pfundes gesehen werde und die Teuerung im kommenden Jahr wieder in die akzeptierte Bandbreite von +/-1% zur Zielmarke (2%) zurückkehren dürfte, würden die Analysten derzeit keine Notwendigkeit für die Notenbank sehen, an der Zinsschraube nach oben zu drehen. Das gelte umso mehr, als dass die Analysten die wirtschaftlichen Risiken aus dem "Brexit"-Prozess als hoch einstufen würden. Die Analysten würden daher weiter davon ausgehen, dass die Bank Rate in 2017/18 unverändert bei historisch niedrigen 0,25% bleibe.
In Brüssel habe gestern die zweite Runde der "Brexit"-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU begonnen. Bis Donnerstag gehe es dabei zunächst um die künftigen Rechte der EU-Bürger in Großbritannien und die Rechte der in der EU lebenden Briten, die Durchlässigkeit der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland als EU-Mitgliedsland sowie die noch zu begleichenden Kosten für die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens. Erst im Anschluss würden die künftigen Beziehungen zueinander auf der Agenda stehen. Das Britische Pfund habe sich zum Wochenbeginn stabil gezeigt. Der Euro notiere zur britischen Valuta weiter bei knapp 0,88 GBP. (18.07.2017/alc/a/a)
Als Begründung seien primär die gefallenen Energiepreise zwischen 2014 und 2016 angeführt worden, die nach Angaben der Notenbank zu drei Fünfteln für die Abweichung von der Zielmarke verantwortlich gewesen seien. Mittlerweile kratze die Jahresrate der Konsumentenpreise - bedingt vor allem durch die starke Abwertung des Britischen Pfundes seit Ende 2015 und den in der Jahresbetrachtung nunmehr wieder geringeren Veränderungsraten bei den Energiepreisen - an der 3%-Marke und damit an der oberen Toleranzgrenze. Im aktuellen Berichtsmonat sollte diese zwar noch nicht überschritten werden, die Analysten würden im weiteren Jahresverlauf jedoch mit einem solchen Szenario rechnen.
Da der wesentliche Grund für die gestiegenen Preise in der im Umfeld des EU-Referendums zu beobachtenden Abwertung des Pfundes gesehen werde und die Teuerung im kommenden Jahr wieder in die akzeptierte Bandbreite von +/-1% zur Zielmarke (2%) zurückkehren dürfte, würden die Analysten derzeit keine Notwendigkeit für die Notenbank sehen, an der Zinsschraube nach oben zu drehen. Das gelte umso mehr, als dass die Analysten die wirtschaftlichen Risiken aus dem "Brexit"-Prozess als hoch einstufen würden. Die Analysten würden daher weiter davon ausgehen, dass die Bank Rate in 2017/18 unverändert bei historisch niedrigen 0,25% bleibe.
In Brüssel habe gestern die zweite Runde der "Brexit"-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU begonnen. Bis Donnerstag gehe es dabei zunächst um die künftigen Rechte der EU-Bürger in Großbritannien und die Rechte der in der EU lebenden Briten, die Durchlässigkeit der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland als EU-Mitgliedsland sowie die noch zu begleichenden Kosten für die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens. Erst im Anschluss würden die künftigen Beziehungen zueinander auf der Agenda stehen. Das Britische Pfund habe sich zum Wochenbeginn stabil gezeigt. Der Euro notiere zur britischen Valuta weiter bei knapp 0,88 GBP. (18.07.2017/alc/a/a)
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