Inflation in der Eurozone weiterhin klar unter der 2%-Marke


30.11.17 08:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Im November dürfte die Jahresrate der Konsumentenpreise in der Eurozone von 1,4% auf 1,6% angezogen sein, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Darauf würden u. a. die Inflationsdaten aus Deutschland hindeuten. So seien die harmonisierten Verbraucherpreise (HVPI) hier im Berichtsmonat u. a. bedingt durch höhere Energiepreise (+1,3% gg. Vm.) um 0,3% gg. Vm. gestiegen, was in der Jahresrate einen Anstieg auf 1,8% zur Folge gehabt habe (Oktober: 1,5%). Trotz der zuletzt guten wirtschaftlichen Entwicklung bleibe der Preisdruck im gemeinsamen Währungsraum insgesamt aber gering.

So sei die Kernrate (ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak) im Oktober gar von 1,1% auf 0,9% zurückgefallen. Das dokumentiere, dass ein nachhaltiger Inflationsanstieg wohl auch in den kommenden Monaten nicht zu erwarten sei. Per Saldo würden die Analysten für 2018 nur mit einer Durchschnittsteuerung von 1,3% rechnen (2017e: 1,5%), sodass eine EZB-Zinserhöhung bereits im kommenden Jahr nach Erachten der Analysten nicht realistisch sei.

Die Veröffentlichung der Preisdaten aus Deutschland habe nicht zu nachhaltigen Reaktionen an den Finanzmärkten geführt. Das dürfte heute auch für die Zahlen aus der Eurozone gelten. Um die Kursrichtung der EZB-Geldpolitik über den September 2018 hinaus - bis mindestens zu diesem Termin laufe das QE-Programm der Notenbank - zu bewerten, würden die Preisdaten in den kommenden Monaten aber zunehmend im Fokus stehen. (30.11.2017/alc/a/a)