Inflation in der Eurozone weiter klar unter EZB-Ziel


31.08.17 09:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In der Eurozone ist die Jahresrate der Konsumentenpreise nach einem kurzen Zwischenhoch zum Jahresbeginn 2017 - hier sorgten Basiseffekte aufgrund der Entwicklung bei den Ölpreisen für einen kräftigen temporären Aufwärtsschub - zuletzt wieder klar unter die mittelfristige Zielmarke der EZB von "unter, aber nahe 2%" gerutscht, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Zwar würden die Analysten im Urlaubsmonat August mit einer moderaten Anziehen der Teuerung auf 1,5% rechnen (Juli: 1,3%), im weiteren Jahresverlauf dürfte sich die Aufwertung des Euro aber dämpfend auf die Inflation auswirken und dazu beitragen, dass sich der Preisdruck weiter in Grenzen halte.

Das zeige sich auch in der Kernrate (ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak), bei der die Analysten im aktuellen Berichtsmonat einen Rückgang von 1,2% auf 1,1% unterstellen würden. In der Gesamtjahresbetrachtung sollte der Zuwachs im Durchschnitt für 2017 und 2018 sogar nur bei jeweils rund 1% liegen. In der allgemeinen Rate würden die Analysten mit Jahresraten von 1,5% (2017) und 1,1% (2018) rechnen.

Das bedeute für die EZB, dass es wohl auch 2018 trotz einer positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt - die Arbeitslosenquote dürfte im Juli mit 9,1% auf dem tiefsten Stand seit Februar 2009 verharrt haben - nicht gelinge, die eigene Zielvorgabe in Bezug auf die Gewährung der Preisstabilität im gemeinsamen Währungsraum zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund dürfte der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik - beginnend mit einer Reduzierung der monatlichen Anleihekaufvolumina ab Januar 2018 - im kommenden Jahr nur sehr graduell erfolgen und bis Ende 2018 eine Leitzinserhöhung nicht auf der Agenda stehen. (31.08.2017/alc/a/a)