Inflation in der Eurozone vor neuem 5-Jahreshoch


31.10.18 09:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Nachdem gestern bereits die Inflationsrate in Deutschland im Berichtsmonat Oktober für den HVPI mit 2,4% gg. Vj. auf ein neues 5-Jahreshoch (CPI: 2,5%, höchster Wert seit 2008) geklettert war, rechnen wir auch bei den heute zur Veröffentlichung stehenden Zahlen für die gesamte Eurozone mit einem entsprechenden Rekord, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

So dürfte die Teuerung, maßgeblich getrieben von steigenden Energiepreisen, erstmals seit 2013 wieder auf 2,2% gg. Vj. angezogen sein. Gleichzeitig würde sich die Inflationsrate damit auch im vierten Monat in Folge über der EZB-Zielmarke behaupten. Bereinige man die jüngste Entwicklung hingegen um die Energie- und Nahrungsmittelpreise, zeige sich ein anderes Bild. Obwohl die Kernrate nach Erachten der Analysten im Oktober einen leichten Anstieg von 0,9 auf 1,1% gg. Vj verzeichnen könne, bleibe die Entwicklung immer noch deutlich hinter den mittelfristigen Erwartungen der EZB zurück, die eine spürbare Anpassung der Kernrate an die 2%-Marke postuliere.

In Anbetracht der enttäuschenden BIP-Zahlen für das 3. Quartal in der Eurozone werde die EZB die anziehende Inflation mit Wohlwollen betrachten, um den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik glaubhaft zu kommunizieren. Von daher dürfte der Euro zum US-Dollar vor allem bei einer deutlich steigenden Kerninflation wieder Boden gut machen. (31.10.2018/alc/a/a)