Inflation in Deutschland ohne nachhaltige Aufwärtsimpulse


27.06.19 08:45
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Nach den durch den späten Ostertermin in diesem Jahr volatilen Entwicklungen der Jahresrate der Konsumentenpreise im April und Mai in Deutschland zeichnet sich in den kommenden Monaten ein etwas ruhigerer Verlauf bei der Teuerungsrate ab, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Insgesamt bleibe dabei festzuhalten, dass der Preisdruck in der größten Volkswirtschaft der Eurozone überschaubar bleibe und die Inflation auch perspektivisch unter der Marke von 2% gg. Vj. verbleiben dürfte. Für das Gesamtjahr 2019 würden die Analysten mit einem Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) um durchschnittlich nur 1,4% rechnen (2018: 1,9%). Vor diesem Hintergrund bleibe auch die Konsumneigung der Verbraucher hoch. So habe sich die Anschaffungsneigung gemäß der Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Juni im Vergleich zum Vormonat gar verbessert.

Auffällig sei dagegen der Rückgang bei den Einkommenserwartungen. Hier mache sich offenbar die Furcht vor einem Jobverlust vor allem bei den Beschäftigten in der Automobilindustrie und deren Zulieferern negativ bemerkbar. Insgesamt habe die Umfrage zum Konsumklima den zweiten Rückgang in Folge verzeichnet und sei auf den niedrigsten Stand seit Mai 2017 gefallen. Dennoch sollte der Konsum mit Blick auf den gut ausgelasteten Arbeitsmarkt auf absehbare Zeit ein wichtiger Wachstumsträger der deutschen Wirtschaft bleiben.

Eine höher als im Marktkonsens erwartet (HVPI: 1,3% gg. Vj.) ausfallende Inflationsrate in Deutschland im Juni dürfte die jüngste Rally bei den europäischen Staatsanleihekursen etwas eindämmen. (27.06.2019/alc/a/a)