Inflation in Deutschland bleibt niedrig


28.02.19 08:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Das Statistische Bundesamt hat mit dem Berichtsmonat Januar die Berechnung der Verbraucherpreise für Deutschland einer Revision unterzogen und den ermittelten Index auf das neue Basisjahr 2015 (zuvor: 2010) umgestellt, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Dabei seien die Wägungsschemata aktualisiert und methodische Änderungen eingearbeitet worden. Dadurch würden sich Verschiebungen bei den jeweiligen Monats- und Jahresveränderungen ab 2015 ergeben. So seien die Preise auf nationaler Basis (CPI) im adjustierten Erhebungsverfahren im Jahresdurchschnitt 2018 um 1,8% statt der zuvor gemeldeten 1,9% gestiegen.

Insgesamt bleibe aber die Kernaussage unverändert, wonach der Preisdruck in Deutschland trotz einer soliden wirtschaftlichen Entwicklung in den letzten Jahren niedrig ausgefallen sei. Daran dürfte sich auch im laufenden Jahr wenig ändern. Die Analysten würden im Jahresdurchschnitt 2019 lediglich mit einem Anstieg der Konsumentenpreise um 1,3% rechnen. Und auch im kommenden Jahr dürfte die Teuerung nicht viel höher ausfallen, auch wenn die Analysten aufgrund von Basiseffekten davon ausgehen würden, dass die Jahresrate im Februar einen Anstieg von 1,4% auf 1,6% verzeichne.

Eine höhere Inflationsrate als noch im Januar sollte keine große Überraschung darstellen, zumal sich im weiteren Jahresverlauf wieder niedrigere Werte ergeben dürften. Da dies auch für die Eurozone zutreffe, habe sich nach Erachten der Analysten das Zeitfenster für eine zinsseitige Verschärfung der Geldpolitik durch die EZB geschlossen. (28.02.2019/alc/a/a)