Inflation: Abwärts in die richtige Richtung


10.09.24 10:40
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Es kann durchaus positiv sein, wenn es abwärtsgeht, so die Analysten der DekaBank.

Beispielsweise sei es hilfreich für die Inflation, wenn - wie es zuletzt der Fall gewesen sei - die Rohölpreise deutlich sinken würden. Und abwärts gerichtete Inflationsraten seien notwendig, damit die großen Notenbanken ihre Leitzinsen senken könnten. So hätten in der vergangenen Woche die Spekulationen über die anstehende Leitzinssenkung der US-Notenbank FED wieder Fahrt aufgenommen. Die FED könnte bei ihrem Zinsentscheid am 18. September nicht mit einem 25-Basispunkteschritt nach unten gehen, sondern vielleicht gleich mit 50 Punkten. Die US-Inflationsraten würden dem nicht widersprechen. Deshalb richte sich der Blick jetzt sehr stark auf den US-Arbeitsmarkt.

Die entsprechenden Daten vom vergangenen Freitag hätten bestätigt, dass die Dynamik des Beschäftigungsaufbaus in den vergangenen Monaten merklich nachgelassen habe. Für eine US-Leitzinssenkung um 50 Basispunkte im September reiche die Abschwächung aber vermutlich nicht aus.

Es bleibe aber weiter unsicher, wie sich der Leitzinssenkungspfad und die Konjunktur entwickeln würden. Schwankungen an den Zinsmärkten dürften daher fürs Erste hoch bleiben und auch auf die Aktienmärkte ausstrahlen. Diese hätten zunächst eine Pause in ihrer Rekordjagd eingelegt. Die Bedenken würden zunehmen, dass die konjunkturelle Verlangsamung die Unternehmensgewinne doch mehr belasten könnte als bislang erwartet.

Hinzu komme, dass es an den Märkten mit Blick auf die japanische Geldpolitik wieder etwas rumore. Die Erinnerung an die starken Aktienkursrückgänge im August sei noch frisch. Dass in Japan - anders als im Rest der Welt - die Zinszügel weiter angezogen werden müssten, hätten die stärksten Lohnsteigerungen seit 30 Jahren bestätigt.

In dieser Woche richte sich zum einen der Fokus auf die US-Inflationszahlen am Mittwoch. Zum anderen stehe bei der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag der nächste Zinsentscheid an. Die EZB dürfte den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 3,50% senken und dies damit begründen, dass ihre makroökonomischen Projektionen weiterhin einen Rückgang der Inflation auf 2% im Verlauf des kommenden Jahres anzeigen würden. (Ausgabe vom 09.09.2024) (10.09.2024/alc/a/a)