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IWF diskutiert Regeländerung mit Auswirkungen auf Rentenmärkte
23.06.14 17:00
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An den internationalen Rentenmärkten sind die Renditen der Staatsanleihen nahe historischen Tiefständen, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Manche Anleihen, wie die der Bunds, würden nicht einmal mehr einen Ausgleich für die Teuerung, die Steuern und die Bankgebühren bieten. Andere Staatsanleihen wie z.B. aus Italien oder Spanien hätten gegenüber den Bunds noch einen geringen Renditenvorteil von etwa 100 Basispunkten bis 180 Basispunkte. Man könne darüber streiten, ob dieser Vorteil ausreiche, um den Unterschied in der Einschätzung der Kreditwürdigkeit, der Stabilität der Staatsfinanzen, der Reformbereitschaft hinsichtlich der Staatsdefizite und der Höhe der Staatsverschuldung abzudecken.
Aber viele Anleger, die nach Neuanlagen am Rentenmarkt suchen und wenigstens eine geringfügige Verzinsung erhoffen würden, würden auf diese Märkte ausweichen oder würden sogar von ihren Beratern darauf hingewiesen. Das zeige z.B. der spanische Rentenmarkt, bei dem die Renditen auf den tiefsten Stand seit mindestens 1789 gesunken seien (Quelle: Libre Mercado). Anleger in Hochzinsanleihen müssten jetzt eine weitreichende Risikoänderung beachten.
Noch befänden sich die Diskussionen in einem frühen Stadium. Aber es zeichne sich ab, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) bei künftigen Rettungsaktionen von Staaten, die von einer Zahlungsunfähigkeit bedroht seien, auf eine stärkere und frühzeitige Einbeziehung der Anleihegläubiger eines in Not geratenen Landes dringen werde. Es stehe die Idee im Raum, dass die Anleihebesitzer einer Verlängerung der Laufzeit der Staatsanleihen zustimmen müssten, bevor Geld des IWF fließen solle. Der Nennwert sowie der Kupon sollten unverändert bleiben. Vor Jahresende sei mit keiner Entscheidung zu rechnen. Aber die Richtungsänderung sei klar. Privatinvestoren würden bei staatlichen Schieflagen zukünftig stärker bei der Lösung miteinbezogen. Diese Einbeziehung könne nur Forderungsverzicht, Laufzeitverlängerung, Kuponherabsetzung oder Ähnliches bedeuten. Dann wäre der ohnehin geringfügige Renditenvorsprung schnell wieder verloren.
Anleihekäufer würden noch stärker auf die Bonität der Emittenten achten müssen. Die derzeitig ultra-expansive Geldpolitik der Notenbanken habe bei Anlegern zu hoher Risikobereitschaft und einer Gelassenheit gegenüber Hinweisen auf Risiken geführt. Etwa nach dem Motiv: Wenn die "Bunds" keine Renditen mehr bieten würden, dann gehe man eben in die "Matadores" (spanische Anleihen). Gelassenheit und Wohlgefühl wegen etwas höherer Rendite könnten am Ende teuer werden.
Auch Anleihen von Staaten außerhalb der Eurozone, wie z.B. Bulgarien, Kroatien, Ungarn, Polen, Rumänien, usw., würden nur optisch einen vermeintlichen Vorteil bieten, da dort zusätzlich noch Währungsverluste drohen würden. In der EU würden skandinavische und britische Anleihen ein hochwertiges Rating ausweisen und deren Währungen würden sich stabil gegenüber dem EUR entwickeln, doch die Renditen seien ebenfalls nahe historischem Tief und der Renditenvorsprung nicht sonderlich attraktiv. Das gelte auch für die USD-Treasuries, hier seien Währungs- und Kursrisiken kaum abzuschätzen. Bei der Suche nach einem Ausweg aus dem Verzinsungsnotstand müssten bei Hochzinsanleihen strenge Maßstäbe angesetzt werden. (23.06.2014/alc/a/a)
Manche Anleihen, wie die der Bunds, würden nicht einmal mehr einen Ausgleich für die Teuerung, die Steuern und die Bankgebühren bieten. Andere Staatsanleihen wie z.B. aus Italien oder Spanien hätten gegenüber den Bunds noch einen geringen Renditenvorteil von etwa 100 Basispunkten bis 180 Basispunkte. Man könne darüber streiten, ob dieser Vorteil ausreiche, um den Unterschied in der Einschätzung der Kreditwürdigkeit, der Stabilität der Staatsfinanzen, der Reformbereitschaft hinsichtlich der Staatsdefizite und der Höhe der Staatsverschuldung abzudecken.
Noch befänden sich die Diskussionen in einem frühen Stadium. Aber es zeichne sich ab, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) bei künftigen Rettungsaktionen von Staaten, die von einer Zahlungsunfähigkeit bedroht seien, auf eine stärkere und frühzeitige Einbeziehung der Anleihegläubiger eines in Not geratenen Landes dringen werde. Es stehe die Idee im Raum, dass die Anleihebesitzer einer Verlängerung der Laufzeit der Staatsanleihen zustimmen müssten, bevor Geld des IWF fließen solle. Der Nennwert sowie der Kupon sollten unverändert bleiben. Vor Jahresende sei mit keiner Entscheidung zu rechnen. Aber die Richtungsänderung sei klar. Privatinvestoren würden bei staatlichen Schieflagen zukünftig stärker bei der Lösung miteinbezogen. Diese Einbeziehung könne nur Forderungsverzicht, Laufzeitverlängerung, Kuponherabsetzung oder Ähnliches bedeuten. Dann wäre der ohnehin geringfügige Renditenvorsprung schnell wieder verloren.
Anleihekäufer würden noch stärker auf die Bonität der Emittenten achten müssen. Die derzeitig ultra-expansive Geldpolitik der Notenbanken habe bei Anlegern zu hoher Risikobereitschaft und einer Gelassenheit gegenüber Hinweisen auf Risiken geführt. Etwa nach dem Motiv: Wenn die "Bunds" keine Renditen mehr bieten würden, dann gehe man eben in die "Matadores" (spanische Anleihen). Gelassenheit und Wohlgefühl wegen etwas höherer Rendite könnten am Ende teuer werden.
Auch Anleihen von Staaten außerhalb der Eurozone, wie z.B. Bulgarien, Kroatien, Ungarn, Polen, Rumänien, usw., würden nur optisch einen vermeintlichen Vorteil bieten, da dort zusätzlich noch Währungsverluste drohen würden. In der EU würden skandinavische und britische Anleihen ein hochwertiges Rating ausweisen und deren Währungen würden sich stabil gegenüber dem EUR entwickeln, doch die Renditen seien ebenfalls nahe historischem Tief und der Renditenvorsprung nicht sonderlich attraktiv. Das gelte auch für die USD-Treasuries, hier seien Währungs- und Kursrisiken kaum abzuschätzen. Bei der Suche nach einem Ausweg aus dem Verzinsungsnotstand müssten bei Hochzinsanleihen strenge Maßstäbe angesetzt werden. (23.06.2014/alc/a/a)


