Hohe US-Wachstumsschätzung, Vergrößerte Kluft bei Wachstum und Inflation


02.05.18 09:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Wenn heute Abend die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) zu Ende gehen wird, dürfte es wohl nach Ansicht fast aller Marktteilnehmer keine neuen geldpolitischen Beschlüsse geben, zumal auch keine Pressekonferenz anberaumt ist, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Allerdings betrage die implizite Wahrscheinlichkeit, dass die FED heute wider Erwarten die Zinsen um 25 Basispunkte erhöhen könnte, knapp 6 Prozent (vergleiche CME FED Watch Tool) - vor Wochenfrist habe diese Wahrscheinlichkeit noch bei etwas mehr als 4 Prozent gelegen. Auch wenn diese Außenseiter-Chance nicht zum Zuge kommen dürfte, werde sich der Blick der Analysten ganz genau und Wort für Wort auf das Communiqué des FOMC richten. Und es gebe tatsächlich einige Marktteilnehmer, die sich zumindest vorstellen könnten, dass es dort eine Sprachänderung geben könnte. Etwa, wenn im Statement der Notenbank bislang geäußerte Vorbehalte hinsichtlich des Inflationsausblicks wegfallen würden. Dies wäre zweifellos ein Signal dafür, dass das Zutrauen der Entscheider so stark gewachsen sei, ihre Inflationsprognosen anzuheben.

Allerdings seien die US-Preisdaten vom vergangenen Montag nicht ganz eindeutig ausgefallen. Zwar habe der Kostenindex der privaten Konsumausgaben in der Kernrate (PCE) mit einem Plus von 1,9 Prozent im Jahresvergleich im März den Erwartungen entsprochen. Aber die privaten Einkommen, auf die die Akteure derzeit ein besonderes Augenmerk richten würden, seien eine Spur hinter den Prognosen zurückgeblieben. Richtig ermutigend sei hingegen die erste Wachstumsschätzung der FED von Atlanta (GDPNow) für das zweite Quartal 2018 ausgefallen, die mit satten 4,1 Prozent angegeben worden sei.

Allerdings sei das Modell in dieser Frühphase noch ausgesprochen volatil. Im ersten Quartal habe dieses Modell zur vergleichbaren Zeit sogar einen Wert von 5 Prozent errechnet, der, wie man wisse, nicht habe gehalten werden können. Indes: Selbst der schlechter als erwartet ausgefallene ISM Einkaufsmanager-Index für die Industrie habe dem Dollar nicht geschadet. Aus der Eurozone habe es am Montag Zahlen aus Deutschland gegeben, wobei vor allen Dingen die Einzelhandelsumsätze für März deutlich hinter den Prognosen zurückgeblieben seien. Aber auch die erste Schätzung der Verbraucherpreise (gegenüber dem Vormonat erwartungsgemäß unverändert) sei nicht dazu geeignet gewesen, positive Impulse für den Euro zu setzen. Und so sei es auch kein Wunder, dass der Euro (wenn auch primär zum USD) auch am gestrigen Maifeiertag gelitten habe und sich nunmehr im Rahmen eines steilen kurzfristigen Abwärtstrends zwischen 1,2210/15 und 1,1930/35 bewege. (02.05.2018/alc/a/a)