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Hohe Liquidität treibt 2012 Aktienkurse


29.03.12 15:54
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - Positivere globale Konjunkturdaten, leichte Besserungsanzeichen in der Eurozone sowie reichhaltige Liquidität leisten risikobehafteten Anlagen nach Einschätzung von AXA Investment Managers (AXA IM) in diesem Jahr viel Unterstützung.

"Vor allem Aktien werden die geldpolitische Lockerung in den Industriestaaten und die niedrigen Zinsen in Schwellenländern zugutekommen", habe AXA IM Investmentstratege Franz Wenzel gesagt. "Gleichzeitig werden die Renditen erstklassiger Staatsanleihen angesichts der nach wie vor bestehenden Risiken niedrig bleiben."

Mit etwa 0,35 Prozent habe der europäische Interbanken-Tagesgeldzinssatz EONIA das von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebte Niveau erreicht, und auch die US-Notenbank wolle die Zinsen längere Zeit niedrig halten. "Ein Anstieg der Geldmarktsätze ist in absehbarer Zukunft unwahrscheinlich, zumal die Geldpolitik weltweit akkomodierend ausfällt", erkläre Wenzel.

Bei den im letzten Jahr stark im Kurs gestiegenen Staatsanleihen bonitätsstarker Länder seien nach seiner Einschätzung Gewinnmitnahmen sinnvoll: "US-Staatsanleihen werden mit einer Rendite von rund zwei Prozent bereits unter dem fairen Wert gehandelt. Ein starker Rückgang der Kurse ist derzeit nicht wahrscheinlich, denn Anleger drängen weiterhin in Qualitätsanleihen, und die US-Notenbank kauft im Zuge ihrer "Operation Twist" langlaufende Anleihen auf."

Auch bei Staatsanleihen aus der Eurozone würden sicherheitsbewusste Anleger ohne Rücksicht auf die Bewertung zugreifen, wie Wenzel erkläre: "Bei zehnjährigen Bundesanleihen ist die Grenze zur extremen Überbewertung schon erreicht, für Anleiheinvestoren gibt es bessere Möglichkeiten in Italien und Spanien." Dort böten Korrekturen gute Einstiegschancen, denn die Reformen in beiden Ländern und ihr Schuldenmanagement würden Anlass zum Optimismus geben: Spanien habe bereits 58 Prozent und Italien 20 Prozent der für 2012 geplanten langfristigen Emissionen platziert.

Attraktiv seien Unternehmensanleihen geblieben, zumal schlechte Nachrichten größtenteils eingepreist und die Bewertungen ansprechend ausgefallen seien. Investment-Grade-Bonds aus den USA und Europa seien für Franz Wenzel ebenso interessant wie US-Unternehmensanleihen mit kurzer Duration. "Auch inflationsindexierte Anleihen können im derzeitigen Marktumfeld eine gute Wahl sein", ergänze Wenzel. "Hohe Liquidität, bessere Wachstumsaussichten und steigende Preise für Rohstoffe können die Inflationsangst schüren, sodass eine langfristige Absicherung in den USA sich auszahlen könnte. Europa hat wegen seiner Wachstumsschwächen nur ein gedämpftes Teuerungsrisiko, sodass dort bei inflationsindexierten Papieren Vorsicht angebracht ist."

Hohe Liquidität und positive Überraschungen bei zyklischen Indikatoren rund um den Globus hätten das Aktienmarktumfeld nach Einschätzung von AXA Investment Managers verbessert, zumal auch Anzeichen für eine sanfte Landung der chinesischen Wirtschaft erkennbar seien. Die stockenden Exporte und Korrekturen am Immobilienmarkt würden durch eine zyklische Erholung des Konsums abgefedert, sodass das Bruttoinlandsprodukt im Reich der Mitte 2012 immerhin um 8,5 Prozent zunehmen könne.

Trotz der guten Nachrichten gebe es aber noch immer Risiken: Die Probleme Griechenlands seien nicht nachhaltig gelöst, steigende Ölpreise könnten das Wachstum beeinträchtigen, und ein plötzlicher Stopp der Liquiditätsflut würde die Aktienmärkte belasten.

AXA Investment Managers favorisiere derzeit unter anderem Aktien aus der Eurozone, auch wegen erster Anzeichen für eine konjunkturelle Stabilisierung. Zwar werde die Wirtschaftsleistung der Eurozone 2012 wohl um 0,2 Prozent sinken, Deutschland und andere Länder Nordeuropas hätten aber eine sehr robuste Inlandsnachfrage gezeigt, und die Wahrscheinlichkeit eines Euro-Kollaps habe sich dank des Fiskalpakts, des zweiten Griechenland-Rettungspakets und der weiteren Versorgung der Banken mit billigem Geld durch die EZB deutlich verringert. Zudem seien die Bewertungen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11 trotz der Kursrally der vergangenen Monate noch immer günstig.

Obgleich die Unternehmensgewinne in den USA 2012 um fünf Prozent wachsen würden, sei AXA Investment Managers gegenüber US-Titeln vorsichtiger. "Mit dem 15fachen der berichteten Gewinne könnten die Kurse eine Obergrenze erreicht haben", habe AXA IM Experte Wenzel gesagt. "Die zyklischen Vorzeichen allerdings haben sich verbessert."

Aktien aus Schwellenländern seien für AXA Investment Managers noch immer eine gute Anlage, obwohl die Bewertungen auf relativer Basis teurer erscheinen würden. "Diese Volkswirtschaften schalten langsam einen Gang zurück", habe Franz Wenzel gesagt. "Die Wachstumssorgen sind inzwischen größer als die Inflationsängste, sodass die Zinsen niedrig gehalten werden. Dies und die strukturell guten Wachstumsperspektiven dürften die Kurse an den Schwellenmärkten stützen." (29.03.2012/alc/a/a)