Erweiterte Funktionen
Hochzinsanleihen: Vorsicht und Geduld gefragt
27.06.25 12:00
Jupiter AM
London (www.anleihencheck.de) - Für Hochzinsanleihen ähnelt das Jahr 2025 bislang einer Achterbahnfahrt, so Adam Darling von Jupiter Asset Management.
Im Zuge der weltweiten Verunsicherung nach den drastischen Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump Anfang April sei es zum Ausverkauf von Risikoanlagen gekommen. In der Folge hätten sich die Märkte jedoch rasch wieder erholt. Aktuell würden sich die High-Yield-Spreads sogar in der Nähe historischer Tiefstände bewegen.
Offensichtlich seien die Anleger optimistisch, dass Trump nichts tun werde, was der Börse nachhaltig schade - eine Haltung, für die die Medien den Begriff "TACO Trade" (1) geprägt hätten. Obwohl die US-Regierung bei ihren Zöllen gegen Handelspartner vorübergehend zurückgerudert sei, sei die amerikanische Wirtschaft nach Ansicht von Jupiter Asset Management noch nicht über den Berg.
Die Verhandlungen mit wichtigen Handelspartnern wie China und der EU würden andauern. Einen Deal-Abschluss habe es bislang nur mit Großbritannien gegeben. Und wie das britische Beispiel zeige, könnten auch nach einer Einigung noch Restzölle bleiben. Außerdem könnten Verhandlungen scheitern. Derartige Szenarien könnten das Wirtschaftswachstum bremsen. Der Markt aber verhalte sich so, als gäbe es keine Zollrisiken mehr.
Darüber hinaus könnte es im Sommer in den USA zum Regierungsstillstand kommen, wenn die Schuldenobergrenze nicht angehoben werde und der Kongress keinen neuen Haushalt verabschiede. Die Anleger schienen eine expansive Fiskalpolitik als positiv für Risikoanlagen zu betrachten, da höhere Staatsausgaben Liquidität in das System pumpen würden. Sie könnte aber auch Ängste vor einem untragbaren Defizit schüren, wie der diesjährige Anstieg der Renditen langfristiger US-Staatsanleihen zeige. Höhere Zinsen würden automatisch auch höhere Kreditkosten bedeuten und könnten das Wirtschaftswachstum verlangsamen.
Gemessen an der derzeitigen Unsicherheit und den unabsehbaren politischen und makroökonomischen Risiken unter der Trump-Administration halte Jupiter Asset Management die High-Yield-Spreads für relativ eng. Die aktuelle Passivität der Anleger eröffne aktiven Managern wie uns Möglichkeiten, Fehlbewertungen an den Märkten zu identifizieren und zu nutzen. Am High-Yield-Markt gebe es einige Segmente, die Jupiter Asset Management aus Spread-Sicht für teuer und daher weniger attraktiv halte. Umgekehrt würden Sektoren wie Energie, die von vielen Anlegern derzeit gemieden würden, Möglichkeiten für eine Positionierung gegen den Konsens bieten. Der Anstieg des Ölpreises aufgrund des andauernden Konflikts zwischen Israel und dem Iran könnte dem Sektor Auftrieb geben.
Außerdem sehe Jupiter Asset Management Potenzial im US-Gesundheitssektor. Gegen Ende letzten Jahres hätten regulatorische und politische Sorgen zu einem Ausverkauf der Anleihen in diesem Sektor geführt. Nachlassende politische Spannungen könnten die Attraktivität von Anleihen aus dem Gesundheitssektor erhöhen. Gleichzeitig dürfte ein heftiger Wirtschaftsabschwung Anleihen mit CCC-Rating und zyklische Sektoren härter treffen.
Jupiter Asset Management halte den europäischen Markt weiterhin für attraktiver als den US-Markt. Die Anleger seien trotz des andauernden Handelskrieges sehr optimistisch für US-Risikoanlagen. Unterdessen helle sich das makroökonomische Umfeld in Europa auf, unterstützt durch fiskalische Impulse und sinkende Zinsen.
Die Spreads von Hochzinsanleihen lägen zwar derzeit am unteren Ende ihrer historischen Spanne. Die Gesamtverzinsung (All-in-Yield) sei jedoch weiterhin relativ hoch und diese Kuponeinnahmen würden Aussicht auf anhaltend beständige Anlageerträge bieten. Im Vergleich zu Aktien würden Hochzinsanleihen Vorteile wie eine kurze Duration, eine vorrangige Stellung in der Kapitalstruktur und eine relativ geringe Volatilität bieten. Trotzdem würden "Vorsicht" und "Geduld" vorerst unsere Leitprinzipien bleiben, da viele Anleger weiterhin sehr passiv seien und das Potenzial für negative Entwicklungen ignorieren würden.
In diesem Umfeld sei die Kreditauswahl von entscheidender Bedeutung. Jupiter Asset Management verwalte ein High-Conviction-Portfolio mit in der Regel weniger als 200 Positionen und halte permanent Ausschau nach Anleihen mit einem optimalen Mix aus einer attraktiven Verzinsung und einem akzeptablen Risiko, die zudem den ESG-Kriterien von Jupiter Asset Management als Artikel-8-Strategie entsprechen würden. Jupiter Asset Management betrachte Credit Spreads als Kompensation für eine ungewisse Zukunft. Daher strebe Jupiter Asset Management beim Eingehen von Risiken eine Sicherheitsmarge an - was die Notwendigkeit eines disziplinierten Investmentansatzes unterstreiche, wenn (wie es regelmäßig vorkomme) der Markt teurer werde. Jupiter Asset Management verfolge eine klare Strategie, um das Portfolio neu auszurichten und von Chancen zu profitieren, die sich durch Volatilität eröffnen würden.
(1) Trump Always Chickens Out (27.06.2025/alc/a/a)
Im Zuge der weltweiten Verunsicherung nach den drastischen Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump Anfang April sei es zum Ausverkauf von Risikoanlagen gekommen. In der Folge hätten sich die Märkte jedoch rasch wieder erholt. Aktuell würden sich die High-Yield-Spreads sogar in der Nähe historischer Tiefstände bewegen.
Offensichtlich seien die Anleger optimistisch, dass Trump nichts tun werde, was der Börse nachhaltig schade - eine Haltung, für die die Medien den Begriff "TACO Trade" (1) geprägt hätten. Obwohl die US-Regierung bei ihren Zöllen gegen Handelspartner vorübergehend zurückgerudert sei, sei die amerikanische Wirtschaft nach Ansicht von Jupiter Asset Management noch nicht über den Berg.
Die Verhandlungen mit wichtigen Handelspartnern wie China und der EU würden andauern. Einen Deal-Abschluss habe es bislang nur mit Großbritannien gegeben. Und wie das britische Beispiel zeige, könnten auch nach einer Einigung noch Restzölle bleiben. Außerdem könnten Verhandlungen scheitern. Derartige Szenarien könnten das Wirtschaftswachstum bremsen. Der Markt aber verhalte sich so, als gäbe es keine Zollrisiken mehr.
Darüber hinaus könnte es im Sommer in den USA zum Regierungsstillstand kommen, wenn die Schuldenobergrenze nicht angehoben werde und der Kongress keinen neuen Haushalt verabschiede. Die Anleger schienen eine expansive Fiskalpolitik als positiv für Risikoanlagen zu betrachten, da höhere Staatsausgaben Liquidität in das System pumpen würden. Sie könnte aber auch Ängste vor einem untragbaren Defizit schüren, wie der diesjährige Anstieg der Renditen langfristiger US-Staatsanleihen zeige. Höhere Zinsen würden automatisch auch höhere Kreditkosten bedeuten und könnten das Wirtschaftswachstum verlangsamen.
Außerdem sehe Jupiter Asset Management Potenzial im US-Gesundheitssektor. Gegen Ende letzten Jahres hätten regulatorische und politische Sorgen zu einem Ausverkauf der Anleihen in diesem Sektor geführt. Nachlassende politische Spannungen könnten die Attraktivität von Anleihen aus dem Gesundheitssektor erhöhen. Gleichzeitig dürfte ein heftiger Wirtschaftsabschwung Anleihen mit CCC-Rating und zyklische Sektoren härter treffen.
Jupiter Asset Management halte den europäischen Markt weiterhin für attraktiver als den US-Markt. Die Anleger seien trotz des andauernden Handelskrieges sehr optimistisch für US-Risikoanlagen. Unterdessen helle sich das makroökonomische Umfeld in Europa auf, unterstützt durch fiskalische Impulse und sinkende Zinsen.
Die Spreads von Hochzinsanleihen lägen zwar derzeit am unteren Ende ihrer historischen Spanne. Die Gesamtverzinsung (All-in-Yield) sei jedoch weiterhin relativ hoch und diese Kuponeinnahmen würden Aussicht auf anhaltend beständige Anlageerträge bieten. Im Vergleich zu Aktien würden Hochzinsanleihen Vorteile wie eine kurze Duration, eine vorrangige Stellung in der Kapitalstruktur und eine relativ geringe Volatilität bieten. Trotzdem würden "Vorsicht" und "Geduld" vorerst unsere Leitprinzipien bleiben, da viele Anleger weiterhin sehr passiv seien und das Potenzial für negative Entwicklungen ignorieren würden.
In diesem Umfeld sei die Kreditauswahl von entscheidender Bedeutung. Jupiter Asset Management verwalte ein High-Conviction-Portfolio mit in der Regel weniger als 200 Positionen und halte permanent Ausschau nach Anleihen mit einem optimalen Mix aus einer attraktiven Verzinsung und einem akzeptablen Risiko, die zudem den ESG-Kriterien von Jupiter Asset Management als Artikel-8-Strategie entsprechen würden. Jupiter Asset Management betrachte Credit Spreads als Kompensation für eine ungewisse Zukunft. Daher strebe Jupiter Asset Management beim Eingehen von Risiken eine Sicherheitsmarge an - was die Notwendigkeit eines disziplinierten Investmentansatzes unterstreiche, wenn (wie es regelmäßig vorkomme) der Markt teurer werde. Jupiter Asset Management verfolge eine klare Strategie, um das Portfolio neu auszurichten und von Chancen zu profitieren, die sich durch Volatilität eröffnen würden.
(1) Trump Always Chickens Out (27.06.2025/alc/a/a)


