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High Yield- und Emerging-Market-Anleihen bevorzugt - Euro-Staatsanleihen neutral


28.06.19 13:00
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - "Es gibt nach wie vor Anzeichen für eine weitere Verschlechterung der Weltkonjunktur. Deshalb bevorzugen wir nach wie vor Carry-Positionen gegenüber Aktien, vor allem in High Yield und Emerging-Market-Anleihen. Bei US-Treasuries und dem US-Dollar erwarten wir keine größeren Veränderungen. Die meisten Nachrichten sind bereits eingepreist", so Serge Pizem, Global Head of Multi-Asset Investments bei AXA Investment Managers, über seine geplante Asset-Allokation im Juli.

Bei Industrieländeraktien würden die Experten von AXA Investment Managers vorsichtig bleiben. Da sich die Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA wieder verschärft und sich die Konjunkturdaten verschlechtert hätten, seien die Risiken gestiegen. Optimistisch seien die Experten hingegen für Emerging-Market-Anleihen und US-High-Yield, da die expansivere Geldpolitik der FED günstig für Carry-Positionen sei.

In Euro-Staatsanleihen aus Kerneuropa würden die Experten von AXA Investment Managers neutral positioniert bleiben. Das schwächere Wachstum und die rückläufige Inflation würden die Kurse stützen.

Die US-Geldpolitik scheine sich immer mehr am mittelfristigen Ausblick für die US-Handelspolitik zu orientieren. Angesichts der Unsicherheit über die Verhandlungen zwischen den USA und China überrasche es nicht, dass die FED vor ihrer Juni-Sitzung keine Hinweise auf eine bevorstehende Zinssenkung gebe. Vielmehr hätten FED-Mitglieder und FED-Chef Jerome Powell gesagt, dass die FED die Entwicklung des Handels sehr genau beobachte und "angemessen reagieren" werde, um "den Aufschwung aufrecht zu erhalten." Die Experten von AXA Investment Managers würden deshalb davon ausgehen, dass die FED bei Bedarf auf die Entwicklung der Handelsgespräche reagieren werde.

Die Märkte seien schon weiter. Für die nächsten 18 Monate würden recht starke Zinssenkungen erwartet (EZB: 10 Basispunkte, Bank of England und Bank of Japan: 15 Bp, Bank of Canada und Reserve Bank of Australia: Jeweils etwa 50 Bp, FED: 100 Bp) Für die USA würden bis Ende 2019 fast drei Senkungen erwartet. Es sei sehr erstaunlich, wie schnell sich die Markterwartungen geändert hätten. Nachdem man zunächst mit einigen Zinserhöhungen gerechnet habe, gehe man jetzt von weltweiten Zinssenkungen aus.

Die Märkte würden sogar erwarten, dass die FED bereits im Juli die Zinsen senke. In den vergangenen 30 Jahren habe die FED ihre Zinsen immer gesenkt, wenn sich eine solche Senkung einen Tag vor einer Sitzung des Offenmarktausschusses in den Kursen widergespiegelt habe. Wenn die FED keine Zinssenkung plane, werde sie die entsprechenden Markterwartungen dämpfen müssen. In früheren vergleichbaren Situationen hätten Aktien und Anleihen immer darunter gelitten, wenn die Erwartungshaltung für eine Zinssenkung nachgelassen habe.

Wenn die FED am Ende die Zinsen senke, hänge die Marktreaktion - wenn die Vergangenheit ein Maßstab sei - von den Gründen für diesen Schritt ab. Eine Zinssenkung wegen nachlassendem Wachstum sei grundsätzlich ungünstig für Aktien (wie im Januar 2001 oder im September 2007). Wenn die Zinssenkung aber vorausschauend sei, um zukünftige Wachstumsrisiken zu mindern (solange das Wachstum noch stabil sei, wie im Juli 1995 oder im September 1998), würde dies die Aktienmärkte wahrscheinlich beflügeln. Die Anzeichen für eine nachlassende Weltkonjunktur seien nach wie vor vorhanden und der jüngste US-Arbeitsmarktbericht könne als ein weiteres Signal dafür betrachtet werden. Das Risiko, dass sich die Märkte und die FED irren würden, scheine daher gering.

Deshalb würden die Experten von AXA Investment Managers nach wie vor Carry-Positionen, vor allem in High Yield und Emerging-Market-Anleihen, gegenüber Aktien bevorzugen. Bei US-Treasuries und beim US-Dollar würden sie keine größeren Veränderungen erwarten. Die meisten Nachrichten seien bereits eingepreist. (28.06.2019/alc/a/a)