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Heute im Fokus: Zinserwartungen und Notenbanken


22.07.25 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Heute bleibt es vonseiten der Datenveröffentlichungen ruhig, so die Analysten der Helaba.

Zu erwähnen sei allenfalls der Richmond-Fed-Index, der eine Indikation für die derzeitige Stimmungslage im Verarbeitenden Gewerbe der USA gebe. Die Pendants in New York und Philadelphia hätten auf der positiven Seite überrascht – beide Indizes seien deutlich gestiegen und lägen komfortabel im Expansionsbereich. Daher seien die Vorgaben für den nationalen ISM-Industrieindex bis jetzt positiv. Die Zinserwartungen dürften von der Fed-Umfrage aber kaum beeinflusst werden. Marktteilnehmer würden fest davon ausgehen, dass die US-Notenbank die Geldpolitik im Juli nicht verändern und bis zum Ende dieses Jahres das Leitzinsband höchsten zwei Mal um jeweils 25 Basispunkte senken werde. Die Erwartungen seien gedämpft, was mit dem Anstieg der US-Inflation und den zumeist freundlich ausgefallenen Konjunkturzahlen zu erklären sei. Zudem habe sich die Mehrheit der FOMC-Mitglieder zuletzt für eine zunächst abwartende Haltung ausgesprochen.

Mit Blick auf die am Donnerstag anstehende EZB-Ratssitzung sei auf die hiesigen Zinserwartungen hingewiesen. Diese seien zuletzt leicht gestiegen, eine Zinssenkung am Donnerstag scheine aber nahezu ausgeschlossen zu sein und auch für die Sitzung im September werde eine Senkung mehrheitlich noch nicht eingepreist. Dies liege wohl auch an den Äußerungen diverser Zentralbankvertreter, die auf eine abwartende Haltung schließen lassen würden. Laut Bundesbankpräsident Nagel sei die EZB in Zeiten erhöhter Unsicherheit gut beraten, umsichtig zu handeln und von Sitzung zu Sitzung datenbasierte Entscheidungen zu treffen. Laut Schnabel sei die Hürde für eine weitere Zinssenkung sehr hoch. Auch andere EZB-Vertreter scheinen diese Meinung zu vertreten, so die Analysten der Helaba. (22.07.2025/alc/a/a)