Heute im Fokus: Handelshoffnungen und US-Inflation


13.05.25 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - China und die USA haben sich darauf verständigt, die Zölle teilweise für 90 Tage auszusetzen und so sollen die Sätze ab Mittwoch auf beiden Seiten des Pazifiks von 125% bzw. 145% auf 10% sinken, so die Analysten der Helaba.

Nicht alle US-Aufschläge würden damit aber reduziert. Die "Fentanyl"-Zölle und andere Maßnahmen würden bestehen bleiben. Die Märkte hätten mit Erleichterung und einer verstärkten Risk-on-Stimmung auf diese Entwicklungen reagiert, auch wenn noch nicht klar sei, ob dieser Vereinbarung noch weitere folgen würden, die den Handelskrieg nachhaltig beenden würden.

Das datenseitige Interesse gelte heute wohl vor allem den US-Verbraucherpreisen des Monats April, die unter dem Einfluss der erhöhten Importzölle aber ebenso unter dem Eindruck gesunkener Energiepreise stünden. Diese dürfte dazu beigetragen haben, dass die Jahresteuerungsrate bei +2,4% konstant bleibe. Im Hinblick auf die inflationäre Wirkung bestehe erhebliche Verunsicherung, wann und in welchem Ausmaß der Preisschub auf der Verbraucherebene ankomme, zumal sich das Blatt in den letzten Tagen erneut gewendet habe. Vorzieh- und Ausweicheffekte sowie eine Konsumzurückhaltung könnten den Druck auf der Oberseite begrenzen, letztlich könnten die in den USA ansässigen Unternehmen aber auch die Chance nutzen, bei Wegfall der ungeliebten Konkurrenz aus Asien, die Preise nach oben anzupassen. Vermutlich müssten noch einige weitere monatliche Datenveröffentlichungen abgewartet werden, bis etwas mehr Klarheit bestehe. Mit Blick auf die US-Notenbank bleibe festzustellen, dass die Preisdynamik abseitig der Energie- und Nahrungsmittel bis zuletzt ohnehin zu hoch gewesen sei und daher eine ruhige Hand an den Zinszügeln weiterhin angemessen erscheine. Hierzulande werde mit einem deutlichen Anstieg des ZEW-Saldos der Konjunkturerwartungen gerechnet. (13.05.2025/alc/a/a)