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Heute im Fokus: Fed- und EZB-Erwartungen


09.05.25 10:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der auslaufenden Woche hat sich gezeigt, dass die geldpolitischen Stoßrichtungen in Europa und den USA divergieren, berichten die Analysten der Helaba.

Die US-Notenbank lasse weiterhin keine Eile bei der Lockerung der Geldpolitik erkennen, während die Bank von England und auch die Europäische Zentralbank auf einem vorsichtigen Zinssenkungskurs seien. Die US-amerikanische Zollpolitik sei dabei wohl der Haupttreiber des Auseinanderlaufens. Für importierte Produkte in den USA würden teilweise prohibitiv hohe Zölle gefordert, die die Verunsicherung über die Preisentwicklung dort erhöhen würden. Eine zögerliche Zinspolitik sei die Folge. Der Handelskonflikt sorge darüber hinaus für eine getrübte Stimmungslage, und so bestünden Befürchtungen, dass in Europa die eher schwache Entwicklung der letzten beiden Jahre eine Fortsetzung erfahre. Die Notenbanken versuchten, den Restriktionsgrad der Geldpolitik zu reduzieren, ohne dabei aber die Inflationsgefahren zu erhöhen. Diese seien präsent, vor allem im Dienstleistungssektor, und angesichts der Tatsache, dass die Lohnsteigerungen noch immer ansehnlich seien und die Kerninflation eine klare Abwärtstendenz vermissen lasse.

Seit Wochen sei das Auseinanderdriften der kurzfristigen Zinserwartungen an den Geldmarktfutures ablesbar. Gegenüber den europäischen Pendants lägen die Sätze in den USA um über 2,3%-Punkte höher, was in diesem Jahr einen neuen Spitzenwert darstelle. Dass der Dollar zum Euro kaum Profit daraus schlagen könne, zeige, wie schädlich die Außenwirtschaftspolitik von Präsident Trump sei. Die heute anstehenden Reden von Fed- und EZB-Vertretern würden nach Einschätzung der Analysten an der oben beschriebenen Situation kaum etwas ändern. Beide Notenbanken würden wegen der hohen Verunsicherung auf Sicht fahren, die einen mit einer eher abwartenden Positionierung, die anderen seien auf Zinssenkungskurs. (09.05.2025/alc/a/a)