Heute im Fokus: EZB, Fed, Inflation und Erwartungen


10.02.25 10:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank hat im Juni letzten Jahres die Zinswende eingeleitet und seitdem die Leitzinsen fünfmal gesenkt, so die Analysten der Helaba.

Der Einlagensatz sei um insgesamt 125 Basispunkte auf zuletzt 2,75% reduziert worden. Die Tür für weitere Lockerungen stünde offen. Marktteilnehmer würden darauf spekulieren, dass es im März zur nächsten Zinssenkung komme, denn die konjunkturelle Entwicklung vor allem in Deutschland sei noch schwach und von Unsicherheit geprägt, wenngleich es auch Hinweise auf eine Bodenbildung gäbe. Heute liefere das sentix-Investorenvertrauen eine Indikation für die derzeitige Stimmungslage unter Finanzmarktteilnehmern. Marktbewegend sei dies jedoch nicht und auch im Wochenverlauf stünden keine wichtigen Datenveröffentlichungen in der Eurozone auf dem Programm.

Im Gegensatz zur EZB habe die Fed den Zinssenkungskurs unterbrochen. Die US-Wirtschaft befände sich im Wachstum, der Arbeitsmarkt sei widerstandsfähig und die Inflation noch erhöht. An diesem Mittwoch stünden die Verbraucherpreise zur Veröffentlichung an, die potenziell großen Einfluss auf die Zinserwartungen hätten. Im Dezember wäre die Gesamtjahresrate unerwartet deutlich auf 2,9% gestiegen und auch die Kernteuerung weise trotz des leichten Rückgangs auf 3,2% noch ein erhöhtes Niveau auf. Im Januar zeichne sich kaum eine Entspannung an der Preisfront ab und so dürften die Zinssenkungserwartungen gedämpft bleiben. Dafür spräche auch, dass die US-Notenbank zuletzt klar gemacht habe, dass sie abwarten wolle, wie die Politik von Donald Trump ausgestaltet werde. Sollten doch noch Zölle im größeren Ausmaß eingeführt werden, könnte das Inflationsziel der Fed in Gefahr geraten. Informationen über die Geldpolitik liefere Fed-Chef Powell am Mittwoch bei seiner halbjährlichen Anhörung vor dem US-Kongress. Es sei davon auszugehen, dass er die abwartende Haltung der US-Notenbank bestätige und sich von der Trump-Administration nicht unter Druck setzen lasse, die wohl ein niedrigeres Zinsniveau favorisiere. (10.02.2025/alc/a/a)