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Heute im Fokus: Britische und US-Geldpolitik


20.08.25 11:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am frühen Morgen richtet sich die Aufmerksamkeit auf die britischen Verbraucherpreise, so die Analysten der Helaba.

Zuletzt seien die Zweifel an der Fortsetzung des geldpolitischen Lockerungsprozesses größer geworden und marktseitig sei eine weitere Reduktion des Basiszinssatzes bis zum Jahresende nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % eskomptiert. Dazu beigetragen habe die Tatsache, dass angesichts der erhöhten Teuerung vier der neun MPC-Mitglieder gegen eine Senkung gestimmt hätten. Sollte sich die Lage an der Preisfront etwas entspannen, könnten die Zinssenkungsspekulationen wieder mehr Raum erhalten.

In Sachen Geldpolitik würden sich die Blicke heute auch auf die USA richten. Zum einen stehe das FOMC-Sitzungsprotokoll an, zum anderen seien mit Waller und Bostic zwei Fed-Vertreter mit Reden angekündigt. Vor allem Ersterem würden gute Chancen zugerechnet, im Mai 2026 die Nachfolge von Fed-Chef Powell anzutreten. Bezüglich der vor uns liegenden Monate sei neben dem FOMC-Protokoll, das Einblicke in die Diskussion der Notenbanker gebe, die Rede von Powell in Jackson Hole am Freitag wichtig. Marktseitig werde eine Lockerung um 25 Basispunkte im September mit rund 85 % schon weitgehend vorweggenommen. Einerseits stehe Powell daher unter Druck, sich deutlicher zu positionieren, anderseits bestehe Korrekturpotenzial an den Zinsmärkten, wenn eine Positionierung in Richtung Zinssenkung ausbleibe. Die zuletzt vor allem durch die Servicepreise verursachten Anstiege der Verbraucher- und Erzeugerpreise machten die Entscheidung der Notenbanker nicht einfacher, denn gleichzeitig habe es Schwächesignale vom Verarbeitenden Gewerbe, dem Arbeitsmarkt und dem Bausektor gegeben. (20.08.2025/alc/a/a)