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Hartwährungsanleihen als strategisches Investment erfolgversprechend
23.05.12 13:43
Berenberg Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die öffentliche Haushaltslage in vielen Industriestaaten hat sich in den vergangenen Jahren enorm verschlechtert, berichten die Analysten der Berenberg Bank.
Strukturelle Anpassungen und Reformen seien nur zögerlich und unzureichend oder gar nicht umgesetzt worden. Steigende Staatsausgaben unter anderem für Konjunkturprogramme während der Finanzkrise der Jahre 2008/2009 hätten die Krisensituation der öffentlichen Haushalte verschärft. Die Verschuldung vieler Industriestaaten, insbesondere in der europäischen Peripherie, habe absolut und relativ zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) zugenommen. Infolgedessen hätten Investoren zwischenzeitlich ihr Vertrauen in Staatsanleihen der südeuropäischen Peripherie verloren. Die Anleihen dieser Länder seien im Zuge der europäischen Schuldenkrise dramatisch unter Verkaufsdruck gekommen.
Mittlerweile habe die Europäische Zentralbank (EZB) die Kurse gestützt, und zwar entweder direkt als Anleihenkäufer am Markt oder indirekt, indem sie - wie in den letzten Monaten bereits zweimal erfolgt - den europäischen Banken zinsgünstige Mittel in Höhe von über einer Billion Euro zur Verfügung gestellt habe. Zwischendurch könne es aber immer wieder zu schnellen und heftigen Kursverlusten kommen, wenn sich die europäische Schuldenkrise - so wie in den letzten Wochen geschehen - erneut verschärfe, die EZB aber noch nicht wieder stützend eingreife.
Die Abneigung vieler Investoren, in diesem Umfeld Risiken aufzunehmen, münde seit geraumer Zeit in der Flucht in scheinbar "sichere Häfen". Die Renditen deutscher Bundesanleihen zum Beispiel seien nach einer kurzen Gegenbewegung im März wieder kontinuierlich seit Wochen auf immer neue Tiefstände gefallen. Vor allem kurzfristig würden Bundesanleihen derzeit als unattraktiv erscheinen und aufgrund des vorhandenen Korrekturpotenzials über ein erhöhtes Kursrisiko verfügen. Es liege also nahe, Anlagen zu identifizieren, die außerhalb der Europäischen Währungsunion aussichtsreich erscheinen würden und zu einer Risikodiversifikation beitragen könnten.
Im Bereich festverzinslicher Wertpapiere würden dabei Anleihen von so genannten Hartwährungsländern eine interessante Investitionsmöglichkeit darstellen. Weniger seien hierbei Anleihen von Industriestaaten, auf US-Dollar, Euro oder britisches Pfund lautend, sowie ausschließlich Anleihen aus den Emerging Markets gemeint. In den Fokus würden eher Anleihen und Geldmarktpapiere aus Staaten rücken, die eine relativ geringe Verschuldung vorweisen und über eine robuste Volkswirtschaft verfügen würden. Zusätzlich zur Währungsdiversifikation im Portfolio würden einige Emittenten oftmals noch höhere Renditen als jene aus dem Euro- oder US-Dollar-Raum bieten.
Sinnvolle Selektionskriterien zur Länder- und Währungsauswahl könnten zum Beispiel die Staats- und Neuverschuldung in Relation zum BIP, eine im Vergleich zum Wachstum moderate Inflationsrate sowie ein ausreichend liquider Anleihemarkt sein.
Aufgrund des oft stärkeren Wachstums dieser Volkswirtschaften gegenüber Ländern der Eurozone könnten Investoren in diesen Währungen von möglichen Aufwertungen gegenüber dem Euro profitieren. Da es im Gegenzug auch zu Währungsverlusten kommen könne, sollten diese Risiken vor einer Investitionsentscheidung Berücksichtigung finden. Da die Währungskomponente oft einen integralen Bestandteil der Gesamtrendite eines Investments in diesen Anleihen darstelle, sollte konsequenterweise auf Währungsabsicherungen verzichtet werden.
Interessierten Investoren biete sich neben einem direkten Investment in einzelnen Währungsanleihen auch die Möglichkeit, breiter diversifiziert über entsprechende Fondslösungen an einer möglichen positiven Entwicklung von Hartwährungsanleihen zu partizipieren. (23.05.2012/alc/a/a)
Strukturelle Anpassungen und Reformen seien nur zögerlich und unzureichend oder gar nicht umgesetzt worden. Steigende Staatsausgaben unter anderem für Konjunkturprogramme während der Finanzkrise der Jahre 2008/2009 hätten die Krisensituation der öffentlichen Haushalte verschärft. Die Verschuldung vieler Industriestaaten, insbesondere in der europäischen Peripherie, habe absolut und relativ zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) zugenommen. Infolgedessen hätten Investoren zwischenzeitlich ihr Vertrauen in Staatsanleihen der südeuropäischen Peripherie verloren. Die Anleihen dieser Länder seien im Zuge der europäischen Schuldenkrise dramatisch unter Verkaufsdruck gekommen.
Mittlerweile habe die Europäische Zentralbank (EZB) die Kurse gestützt, und zwar entweder direkt als Anleihenkäufer am Markt oder indirekt, indem sie - wie in den letzten Monaten bereits zweimal erfolgt - den europäischen Banken zinsgünstige Mittel in Höhe von über einer Billion Euro zur Verfügung gestellt habe. Zwischendurch könne es aber immer wieder zu schnellen und heftigen Kursverlusten kommen, wenn sich die europäische Schuldenkrise - so wie in den letzten Wochen geschehen - erneut verschärfe, die EZB aber noch nicht wieder stützend eingreife.
Im Bereich festverzinslicher Wertpapiere würden dabei Anleihen von so genannten Hartwährungsländern eine interessante Investitionsmöglichkeit darstellen. Weniger seien hierbei Anleihen von Industriestaaten, auf US-Dollar, Euro oder britisches Pfund lautend, sowie ausschließlich Anleihen aus den Emerging Markets gemeint. In den Fokus würden eher Anleihen und Geldmarktpapiere aus Staaten rücken, die eine relativ geringe Verschuldung vorweisen und über eine robuste Volkswirtschaft verfügen würden. Zusätzlich zur Währungsdiversifikation im Portfolio würden einige Emittenten oftmals noch höhere Renditen als jene aus dem Euro- oder US-Dollar-Raum bieten.
Sinnvolle Selektionskriterien zur Länder- und Währungsauswahl könnten zum Beispiel die Staats- und Neuverschuldung in Relation zum BIP, eine im Vergleich zum Wachstum moderate Inflationsrate sowie ein ausreichend liquider Anleihemarkt sein.
Aufgrund des oft stärkeren Wachstums dieser Volkswirtschaften gegenüber Ländern der Eurozone könnten Investoren in diesen Währungen von möglichen Aufwertungen gegenüber dem Euro profitieren. Da es im Gegenzug auch zu Währungsverlusten kommen könne, sollten diese Risiken vor einer Investitionsentscheidung Berücksichtigung finden. Da die Währungskomponente oft einen integralen Bestandteil der Gesamtrendite eines Investments in diesen Anleihen darstelle, sollte konsequenterweise auf Währungsabsicherungen verzichtet werden.
Interessierten Investoren biete sich neben einem direkten Investment in einzelnen Währungsanleihen auch die Möglichkeit, breiter diversifiziert über entsprechende Fondslösungen an einer möglichen positiven Entwicklung von Hartwährungsanleihen zu partizipieren. (23.05.2012/alc/a/a)


