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Hartwährungs-Schwellenmarktanleihen bleiben 2026 im Fokus
29.12.25 09:30
Janus Henderson Investors
London (www.anleihencheck.de) - Die globale Marktstimmung für Anfang 2026 baut auf dem starken Fundament des Jahres 2025 auf, so Bent Lystbaek, Jacob Ellinge Nielsen, Thomas Haugaard und Sorin Pirău, Portfoliomanager bei Janus Henderson Investors.
Dieses sei geprägt gewesen von einer robusten Performance von Schwellenländeranleihen in Hartwährung (EMD HC) und einem schwächeren US-Dollar, da Anleger angesichts der politischen Unsicherheit in den USA ihre Portfolios diversifiziert hätten. Ursprünglich ein Nachteil für Schwellenländer, signalisiere die Unsicherheit nun einen Paradigmenwechsel: Die jüngste US-zentrierte Volatilität – insbesondere die Ankündigung von Zöllen am "Liberation Day" – habe weltweit eine Suche nach Diversifizierung ausgelöst, die weiterhin anhalten dürfte.
Die Unsicherheit scheine die USA stärker belastet zu haben als den Rest der Welt. Dies deute darauf hin, dass die Märkte allmählich zwischen verschiedenen Arten von Volatilität unterscheiden würden, anstatt Schwellenländer automatisch als das schwächste Glied zu behandeln. Diese Entwicklung signalisiere eine Veränderung der üblichen Reaktion auf sichere Häfen. Schwellenländeranleihen würden demnach nicht mehr in jeder Phase globaler Risikoaversion in Mitleidenschaft gezogen werden – eine positive strukturelle Entwicklung für diese Anlageklasse. Die jüngste Robustheit dieser Anlageklasse stärke das Vertrauen in ihre Fähigkeit, Volatilität zu bewältigen.
Globaler Ausblick: Tempomat und "sanfte" Landungen
Dank der bisherigen geldpolitischen Lockerung und der soliden Bilanzen des Privatsektors schienen die globalen Wirtschaftsaussichten für 2026 weitgehend stabil zu sein. Die Unsicherheit hinsichtlich der US-Handelspolitik dürfte nachlassen, da sowohl China als auch die USA wirtschaftliche Störungen begrenzen wollten, wodurch eine Hauptursache für Volatilität wegfalle. Insbesondere die US-Wirtschaft profitiere von einem KI-Investitionsboom, einer möglichen Deregulierung und einem leicht positiven Fiskalimpuls, auch wenn Fragen hinsichtlich der Nachhaltigkeit des Wachstums bestehen blieben. Die US-Notenbank dürfte ihre Geldpolitik weiter lockern, allerdings könnte die hartnäckige Inflation den Lockerungszyklus begrenzen. Angesichts der Ende 2026 anstehenden Zwischenwahlen könnte sich der politische Druck auf die Notenbank und die Fiskalpolitik verstärken, sodass die Fed bei einer "überhitzten" Wirtschaft in eine Zwickmühle geraten könnte.
Europa stehe vor strukturellen und geopolitischen Herausforderungen, darunter Schwachstellen in den Lieferketten und Wettbewerbsdruck durch die chinesische Fertigungsindustrie. Gezielte fiskalische Ausgaben – insbesondere in Deutschland – dürften jedoch das Wachstum in Europa ankurbeln. Die anhaltende politische Fragmentierung schränke jedoch die Bemühungen Europas ein, geschlossen zu reagieren. Letztlich könnte ein Ende des Krieges in der Ukraine erhebliche Auswirkungen auf die globale Inflation, das Wachstum und die Rohstoffpreise haben. Gleichzeitig würden geopolitische Risiken gemindert und die Stimmung der Anleger verbessert.
Chinas Aussichten für 2026 würden von einem schwierigen Balanceakt zeugen: Stabilisierung des Wachstums trotz anhaltender Schwäche des Immobiliensektors und Umleitung überschüssiger Industriekapazitäten auf Märkte außerhalb der USA, was das Risiko von Handelskonflikten erhöhe. Finanzpolitische Impulse würden in der Regel gezielt eingesetzt und nicht als groß angelegte "Bazooka-Maßnahmen". Das Wachstumsziel von rund 5% solle durch Investitionen in moderne Produktion und Technologie aufrechterhalten werden, um den schleppenden Konsum und den Bedarf an Strukturreformen auszugleichen.
Die Hauptrisiken für 2026 beträfen vor allem die USA: eine Rezession in den USA angesichts einer K-förmigen Wirtschaft, anhaltende Inflation, erhöhte Bewertungen am US-Aktienmarkt (mit hoher Exposition der Privathaushalte gegenüber diesen) und erneute Handelsspannungen. Eine K-förmige Wirtschaft beschreibe ein Umfeld, in dem Teile der US-Wirtschaft überraschend stark wüchsen, während andere in eine Rezession abrutschen würden. Zölle dürften in den USA leicht inflationär und in anderen Ländern leicht deflationär wirken. Während die politische Dynamik zu Jahresbeginn für Klarheit sorgen dürfte, gingen die Erwartungen dann auseinander, da die Inflationstendenzen und ihre Auswirkungen auf die Entscheidungen der Fed entscheidend würden.
Schwellenländer würden mit flexibler Geldpolitik und attraktiven Renditen widerstandsfähig ins Jahr 2026 starten
Die Schwellenländer würden 2026 positiv starten und sich angesichts globaler Herausforderungen widerstandsfähig zeigen. Verbesserte politische Rahmenbedingungen sowie eine glaubwürdige geld- und fiskalpolitische Konsolidierung seit Corona hätten die Inflationserwartungen stabilisiert. Dies ermögliche eine schrittweise Lockerung der Geldpolitik. Die Fiskalpolitik normalisiere sich weitgehend wieder, im Gegensatz zu den Industrieländern, wo der Fiskaldruck weiter zunehme.
Die Wachstumsimpulse für die Schwellenländer dürften eher aus dem Inland als aus dem Ausland kommen und durch strukturelle Trends wie "Friend-Shoring"-Investitionen gestützt werden. Da der US-Dollar schwächer werden könnte und sich in einer engen Bandbreite bewegen dürfte, könnten sich die meisten Zentralbanken der Schwellenländer ohne nennenswerten Devisendruck auf ihre lokalen Konjunkturzyklen konzentrieren, was ihre geldpolitische Flexibilität stärke.
Der vom Internationalen Währungsfonds (IWF) prognostizierte Anstieg der Zins-Wachstums-Differenz in den nächsten fünf Jahren unterstreiche den weltweit zunehmenden fiskalischen Druck – höhere Finanzierungskosten und langsameres Wachstum – sowohl in den Schwellen- als auch in den Industrieländern. Allerdings würden die Schwellenländer von einem Puffer durch ein im Vergleich zu den Finanzierungskosten höheres nominales Wachstum profitieren, was die Schuldentragfähigkeit stütze. Die USA und andere Industrieländer hingegen sähen sich mit einer deutlich geringeren Differenz konfrontiert, was auf eine künftige größere fiskalische Belastung hindeute.
Die Fiskalrisiken würden in den Industrieländern hoch bleiben. Dort verstärke die geringe Bereitschaft zu notwendigen Haushaltsanpassungen die Anfälligkeit, da die Verschuldung historische Höchststände erreicht habe. Der Bruttofinanzierungsbedarf sei 2025 insbesondere in den Industrieländern stark angestiegen. Die Verschuldung klettere auf über 110% des BIP, verglichen mit knapp 60% des BIP in den Schwellenländern, gemessen am EMBIGD-Gewichtungsindex. In einer Welt höherer Finanzierungskosten schränkten hohe Schuldenlasten den fiskalischen Spielraum ein und brächten die Gefahr, dass die Kreditaufnahme des Privatsektors verdrängt werde. Dies stelle eine mittelfristige Herausforderung für das globale Wachstum dar, insbesondere für die großen Industrieländer. Zusammengenommen rechtfertigten diese Faktoren eine niedrigere Risikoprämie für EMD HC und unterstrichen dessen Attraktivität als Diversifizierungs- und Renditequelle in einer Welt, in der die fiskalische Fragilität der Industrieländer einen langen Schatten werfe.
Sind die Schwellenländer gut für den KI-Boom aufgestellt?
Schwellenländer seien in einer einzigartigen Position, um von neuen Technologien zu profitieren. Sie seien die wichtigsten Lieferanten von kritischen Rohstoffen für Elektrofahrzeuge, Infrastruktur für erneuerbare Energien, Energiespeicherung und moderne Produktion. Mit steigender Nachfrage nach diesen Materialien werde dieser Ressourcenvorteil zu einem strategischen Wachstumshebel. Abgesehen von Rohstoffen verbessere diese Positionierung die Widerstandsfähigkeit und schaffe Möglichkeiten für eine tiefere Integration in globale Wertschöpfungsketten, die mit den Bereichen saubere Energie und Hochtechnologie verbunden seien.
Ratingausblick für Schwellenländer: Dank erfolgreicher Haushaltsdisziplin überwiegen Heraufstufungen
Die Kreditqualität der Schwellenländer habe sich bereits erheblich verbessert, mit mehr als doppelt so vielen Rating-Upgrades wie Downgrades in den letzten drei Jahren. Die Zahl der Downgrades sei hingegen deutlich zurückgegangen. 2025 hätten zwei Länder ihren Investment-Grade-Status (IG) zurückerlangt – Aserbaidschan und Oman. Einige weitere Länder (Paraguay, Serbien und Marokko) würden voraussichtlich zum ersten Mal den IG-Status erhalten. Für 2026 würden mehr Rating-Upgrades als -Downgrades erwartet, insbesondere bei High-Yield- (HY) oder Frontier-Märkten, was auf erfolgreiche Haushaltsanpassungen, die Umsetzung von IWF-Maßnahmen sowie eine starke Wachstumsdynamik nach Corona zurückzuführen sei. Während mehrere IWF-Programme 2026 auslaufen würden, sei der Abschluss für Länder, die die Programmziele erreicht hätten, ein Zeichen für erfolgreiche Reformen, während instabilere Nationen möglicherweise weiterhin Unterstützung benötigen würden.
Enge Spreads, starke Fundamentaldaten: Warum Schwellenländeranleihen 2026 herausragen würden
Die relative Attraktivität von EMD HC nehme zu, da sich die Fundamentaldaten in den Industrieländern verschlechtern würden. Die Spreads befänden sich zwar nahe ihren historischen Tiefstständen, doch schienen die Bewertungen durch stärkere Bonitätsprofile, eine größere Diversifizierung und strukturelle Widerstandsfähigkeit gerechtfertigt zu sein. Diese Faktoren würden eher ein neues Gleichgewicht mit niedrigeren Risikoprämien als eine vorübergehende Anomalie stützen.
Ein Vergleich zwischen EMD HC und US-Unternehmensanleihen zeige unterschiedliche Emissionsdynamiken. Während die Emissionen von Schwellenländeranleihen weiterhin stabil bleiben dürften (wie bereits 2025), werde das Gesamtangebot – insbesondere das Nettoangebot – voraussichtlich zurückgehen. Emittenten würden zunehmend eine Diversifizierung und Senkung ihrer Finanzierungskosten anstreben, was sich bis ins Jahr 2026 fortsetzen dürfte. Da die US-Zölle die Exporte und den Dollarzufluss bremsen würden, würden viele Emittenten ihre Finanzierung von den USA auf andere Märkte verlagern und ihre Schuldenprofile an eine multipolarere Weltwirtschaft anpassen. Die Emissionen von US-Unternehmen dürften aufgrund erheblicher Investitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz stärker ausfallen, was Druck auf die Credit Spreads ausübe. Höhere Finanzierungskosten würden die Emissionen von EM-High-Yields wahrscheinlich auf Refinanzierungen beschränken und nicht auf neue Kreditaufnahmen, was das Nettoangebot weiter verknappen und die Bewertungen stützen dürfte.
Trotz des erneuten Interesses im Jahr 2025 würden die Fixed-Income-Allokationen aus Schwellenländern moderat bleiben. Dadurch entstehe Raum für eine Neugewichtung, da Anleger Diversifizierung und Rendite suchen würden. Angesichts sich verbessernder Fundamentaldaten und eines günstigen technischen Umfelds bestehe ein großes Potenzial für anhaltende Zuflüsse in den kommenden Jahren. Das erhöhte Renditeniveau habe in letzter Zeit mehr renditeorientierte Käufer angezogen, was die positiven technischen Faktoren noch verstärke, obwohl die Spreads weiterhin eng seien. Die kumulierten Zuflüsse in spezielle EM-Anleihefonds hätten sich 2025 positiv entwickelt.
EM-Anleihen: Eine "Goldilocks"-Chance inmitten globaler Veränderungen
Die Aussichten für EMD HC im Jahr 2026 würdenb positiv bleiben, gestützt durch robuste Fundamentaldaten, günstige technische Faktoren, ein vorteilhaftes externes Umfeld und attraktives Ertragspotenzial. Die Zentralbanken schlügen unterschiedliche Wege ein – einige Industrieländer würden sogar die Zinsen anheben, während die meisten anderen eine Lockerung vornehmen würden. Eine "nicht zu heiße, nicht zu kalte" US-Wirtschaft und ein stabiler US-Dollar schüfen nahezu "Goldilocks"-Bedingungen für die Schwellenländer. Die sich verbessernden Fundamentaldaten der Schwellenländer würden deren Vermögenswerte widerstandsfähiger gegenüber einer restriktiveren Geldpolitik der Fed oder sogar einer moderaten Beschleunigung der US-Wirtschaft machen.
Trotz angespannter Bewertungen und möglicherweise moderater Renditen zeichne sich EMD HC als Quelle der Diversifizierung aus, was durch eine stärkere Bonität und ein sich wandelndes globales Risikoprofil noch verstärkt werde.
Mit Blick auf die Zukunft dürften die Gesamtrenditen in erster Linie durch hohe Carry-Erträge und selektive Spread-Kompressionen getrieben werden, insbesondere in High-Yield-Ländern. Selbst im Falle einer Rezession in den USA würden die Abwärtsrisiken durch das lange Durationsprofil der Anlageklasse gemildert, die von fallenden Renditen für US-Treasuries profitiere. Auf politischer Ebene stünden 2026 in Lateinamerika einige wichtige Wahlen an: in Brasilien, Kolumbien und Peru.
Der Fokus der Experten liege auf idiosynkratischen Länder- und wertstabilen Anlagen, hohen Carry-Erträgen und sich verbessernden Credit-Ratings im High-Yield-Bereich, wo selektive Heraufstufungen und starke Fundamentaldaten Alpha generieren könnten. Die Experten von Janus Henderson Investors bevorzugen außerdem Emittenten mit defensiven Eigenschaften, die in einem Umfeld, in dem die Bewertungen wenig Spielraum für Fehler lassen, eine stabile Basis bieten. (29.12.2025/alc/a/a)
Dieses sei geprägt gewesen von einer robusten Performance von Schwellenländeranleihen in Hartwährung (EMD HC) und einem schwächeren US-Dollar, da Anleger angesichts der politischen Unsicherheit in den USA ihre Portfolios diversifiziert hätten. Ursprünglich ein Nachteil für Schwellenländer, signalisiere die Unsicherheit nun einen Paradigmenwechsel: Die jüngste US-zentrierte Volatilität – insbesondere die Ankündigung von Zöllen am "Liberation Day" – habe weltweit eine Suche nach Diversifizierung ausgelöst, die weiterhin anhalten dürfte.
Die Unsicherheit scheine die USA stärker belastet zu haben als den Rest der Welt. Dies deute darauf hin, dass die Märkte allmählich zwischen verschiedenen Arten von Volatilität unterscheiden würden, anstatt Schwellenländer automatisch als das schwächste Glied zu behandeln. Diese Entwicklung signalisiere eine Veränderung der üblichen Reaktion auf sichere Häfen. Schwellenländeranleihen würden demnach nicht mehr in jeder Phase globaler Risikoaversion in Mitleidenschaft gezogen werden – eine positive strukturelle Entwicklung für diese Anlageklasse. Die jüngste Robustheit dieser Anlageklasse stärke das Vertrauen in ihre Fähigkeit, Volatilität zu bewältigen.
Globaler Ausblick: Tempomat und "sanfte" Landungen
Dank der bisherigen geldpolitischen Lockerung und der soliden Bilanzen des Privatsektors schienen die globalen Wirtschaftsaussichten für 2026 weitgehend stabil zu sein. Die Unsicherheit hinsichtlich der US-Handelspolitik dürfte nachlassen, da sowohl China als auch die USA wirtschaftliche Störungen begrenzen wollten, wodurch eine Hauptursache für Volatilität wegfalle. Insbesondere die US-Wirtschaft profitiere von einem KI-Investitionsboom, einer möglichen Deregulierung und einem leicht positiven Fiskalimpuls, auch wenn Fragen hinsichtlich der Nachhaltigkeit des Wachstums bestehen blieben. Die US-Notenbank dürfte ihre Geldpolitik weiter lockern, allerdings könnte die hartnäckige Inflation den Lockerungszyklus begrenzen. Angesichts der Ende 2026 anstehenden Zwischenwahlen könnte sich der politische Druck auf die Notenbank und die Fiskalpolitik verstärken, sodass die Fed bei einer "überhitzten" Wirtschaft in eine Zwickmühle geraten könnte.
Europa stehe vor strukturellen und geopolitischen Herausforderungen, darunter Schwachstellen in den Lieferketten und Wettbewerbsdruck durch die chinesische Fertigungsindustrie. Gezielte fiskalische Ausgaben – insbesondere in Deutschland – dürften jedoch das Wachstum in Europa ankurbeln. Die anhaltende politische Fragmentierung schränke jedoch die Bemühungen Europas ein, geschlossen zu reagieren. Letztlich könnte ein Ende des Krieges in der Ukraine erhebliche Auswirkungen auf die globale Inflation, das Wachstum und die Rohstoffpreise haben. Gleichzeitig würden geopolitische Risiken gemindert und die Stimmung der Anleger verbessert.
Chinas Aussichten für 2026 würden von einem schwierigen Balanceakt zeugen: Stabilisierung des Wachstums trotz anhaltender Schwäche des Immobiliensektors und Umleitung überschüssiger Industriekapazitäten auf Märkte außerhalb der USA, was das Risiko von Handelskonflikten erhöhe. Finanzpolitische Impulse würden in der Regel gezielt eingesetzt und nicht als groß angelegte "Bazooka-Maßnahmen". Das Wachstumsziel von rund 5% solle durch Investitionen in moderne Produktion und Technologie aufrechterhalten werden, um den schleppenden Konsum und den Bedarf an Strukturreformen auszugleichen.
Die Hauptrisiken für 2026 beträfen vor allem die USA: eine Rezession in den USA angesichts einer K-förmigen Wirtschaft, anhaltende Inflation, erhöhte Bewertungen am US-Aktienmarkt (mit hoher Exposition der Privathaushalte gegenüber diesen) und erneute Handelsspannungen. Eine K-förmige Wirtschaft beschreibe ein Umfeld, in dem Teile der US-Wirtschaft überraschend stark wüchsen, während andere in eine Rezession abrutschen würden. Zölle dürften in den USA leicht inflationär und in anderen Ländern leicht deflationär wirken. Während die politische Dynamik zu Jahresbeginn für Klarheit sorgen dürfte, gingen die Erwartungen dann auseinander, da die Inflationstendenzen und ihre Auswirkungen auf die Entscheidungen der Fed entscheidend würden.
Schwellenländer würden mit flexibler Geldpolitik und attraktiven Renditen widerstandsfähig ins Jahr 2026 starten
Die Schwellenländer würden 2026 positiv starten und sich angesichts globaler Herausforderungen widerstandsfähig zeigen. Verbesserte politische Rahmenbedingungen sowie eine glaubwürdige geld- und fiskalpolitische Konsolidierung seit Corona hätten die Inflationserwartungen stabilisiert. Dies ermögliche eine schrittweise Lockerung der Geldpolitik. Die Fiskalpolitik normalisiere sich weitgehend wieder, im Gegensatz zu den Industrieländern, wo der Fiskaldruck weiter zunehme.
Die Wachstumsimpulse für die Schwellenländer dürften eher aus dem Inland als aus dem Ausland kommen und durch strukturelle Trends wie "Friend-Shoring"-Investitionen gestützt werden. Da der US-Dollar schwächer werden könnte und sich in einer engen Bandbreite bewegen dürfte, könnten sich die meisten Zentralbanken der Schwellenländer ohne nennenswerten Devisendruck auf ihre lokalen Konjunkturzyklen konzentrieren, was ihre geldpolitische Flexibilität stärke.
Der vom Internationalen Währungsfonds (IWF) prognostizierte Anstieg der Zins-Wachstums-Differenz in den nächsten fünf Jahren unterstreiche den weltweit zunehmenden fiskalischen Druck – höhere Finanzierungskosten und langsameres Wachstum – sowohl in den Schwellen- als auch in den Industrieländern. Allerdings würden die Schwellenländer von einem Puffer durch ein im Vergleich zu den Finanzierungskosten höheres nominales Wachstum profitieren, was die Schuldentragfähigkeit stütze. Die USA und andere Industrieländer hingegen sähen sich mit einer deutlich geringeren Differenz konfrontiert, was auf eine künftige größere fiskalische Belastung hindeute.
Sind die Schwellenländer gut für den KI-Boom aufgestellt?
Schwellenländer seien in einer einzigartigen Position, um von neuen Technologien zu profitieren. Sie seien die wichtigsten Lieferanten von kritischen Rohstoffen für Elektrofahrzeuge, Infrastruktur für erneuerbare Energien, Energiespeicherung und moderne Produktion. Mit steigender Nachfrage nach diesen Materialien werde dieser Ressourcenvorteil zu einem strategischen Wachstumshebel. Abgesehen von Rohstoffen verbessere diese Positionierung die Widerstandsfähigkeit und schaffe Möglichkeiten für eine tiefere Integration in globale Wertschöpfungsketten, die mit den Bereichen saubere Energie und Hochtechnologie verbunden seien.
Ratingausblick für Schwellenländer: Dank erfolgreicher Haushaltsdisziplin überwiegen Heraufstufungen
Die Kreditqualität der Schwellenländer habe sich bereits erheblich verbessert, mit mehr als doppelt so vielen Rating-Upgrades wie Downgrades in den letzten drei Jahren. Die Zahl der Downgrades sei hingegen deutlich zurückgegangen. 2025 hätten zwei Länder ihren Investment-Grade-Status (IG) zurückerlangt – Aserbaidschan und Oman. Einige weitere Länder (Paraguay, Serbien und Marokko) würden voraussichtlich zum ersten Mal den IG-Status erhalten. Für 2026 würden mehr Rating-Upgrades als -Downgrades erwartet, insbesondere bei High-Yield- (HY) oder Frontier-Märkten, was auf erfolgreiche Haushaltsanpassungen, die Umsetzung von IWF-Maßnahmen sowie eine starke Wachstumsdynamik nach Corona zurückzuführen sei. Während mehrere IWF-Programme 2026 auslaufen würden, sei der Abschluss für Länder, die die Programmziele erreicht hätten, ein Zeichen für erfolgreiche Reformen, während instabilere Nationen möglicherweise weiterhin Unterstützung benötigen würden.
Enge Spreads, starke Fundamentaldaten: Warum Schwellenländeranleihen 2026 herausragen würden
Die relative Attraktivität von EMD HC nehme zu, da sich die Fundamentaldaten in den Industrieländern verschlechtern würden. Die Spreads befänden sich zwar nahe ihren historischen Tiefstständen, doch schienen die Bewertungen durch stärkere Bonitätsprofile, eine größere Diversifizierung und strukturelle Widerstandsfähigkeit gerechtfertigt zu sein. Diese Faktoren würden eher ein neues Gleichgewicht mit niedrigeren Risikoprämien als eine vorübergehende Anomalie stützen.
Ein Vergleich zwischen EMD HC und US-Unternehmensanleihen zeige unterschiedliche Emissionsdynamiken. Während die Emissionen von Schwellenländeranleihen weiterhin stabil bleiben dürften (wie bereits 2025), werde das Gesamtangebot – insbesondere das Nettoangebot – voraussichtlich zurückgehen. Emittenten würden zunehmend eine Diversifizierung und Senkung ihrer Finanzierungskosten anstreben, was sich bis ins Jahr 2026 fortsetzen dürfte. Da die US-Zölle die Exporte und den Dollarzufluss bremsen würden, würden viele Emittenten ihre Finanzierung von den USA auf andere Märkte verlagern und ihre Schuldenprofile an eine multipolarere Weltwirtschaft anpassen. Die Emissionen von US-Unternehmen dürften aufgrund erheblicher Investitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz stärker ausfallen, was Druck auf die Credit Spreads ausübe. Höhere Finanzierungskosten würden die Emissionen von EM-High-Yields wahrscheinlich auf Refinanzierungen beschränken und nicht auf neue Kreditaufnahmen, was das Nettoangebot weiter verknappen und die Bewertungen stützen dürfte.
Trotz des erneuten Interesses im Jahr 2025 würden die Fixed-Income-Allokationen aus Schwellenländern moderat bleiben. Dadurch entstehe Raum für eine Neugewichtung, da Anleger Diversifizierung und Rendite suchen würden. Angesichts sich verbessernder Fundamentaldaten und eines günstigen technischen Umfelds bestehe ein großes Potenzial für anhaltende Zuflüsse in den kommenden Jahren. Das erhöhte Renditeniveau habe in letzter Zeit mehr renditeorientierte Käufer angezogen, was die positiven technischen Faktoren noch verstärke, obwohl die Spreads weiterhin eng seien. Die kumulierten Zuflüsse in spezielle EM-Anleihefonds hätten sich 2025 positiv entwickelt.
EM-Anleihen: Eine "Goldilocks"-Chance inmitten globaler Veränderungen
Die Aussichten für EMD HC im Jahr 2026 würdenb positiv bleiben, gestützt durch robuste Fundamentaldaten, günstige technische Faktoren, ein vorteilhaftes externes Umfeld und attraktives Ertragspotenzial. Die Zentralbanken schlügen unterschiedliche Wege ein – einige Industrieländer würden sogar die Zinsen anheben, während die meisten anderen eine Lockerung vornehmen würden. Eine "nicht zu heiße, nicht zu kalte" US-Wirtschaft und ein stabiler US-Dollar schüfen nahezu "Goldilocks"-Bedingungen für die Schwellenländer. Die sich verbessernden Fundamentaldaten der Schwellenländer würden deren Vermögenswerte widerstandsfähiger gegenüber einer restriktiveren Geldpolitik der Fed oder sogar einer moderaten Beschleunigung der US-Wirtschaft machen.
Trotz angespannter Bewertungen und möglicherweise moderater Renditen zeichne sich EMD HC als Quelle der Diversifizierung aus, was durch eine stärkere Bonität und ein sich wandelndes globales Risikoprofil noch verstärkt werde.
Mit Blick auf die Zukunft dürften die Gesamtrenditen in erster Linie durch hohe Carry-Erträge und selektive Spread-Kompressionen getrieben werden, insbesondere in High-Yield-Ländern. Selbst im Falle einer Rezession in den USA würden die Abwärtsrisiken durch das lange Durationsprofil der Anlageklasse gemildert, die von fallenden Renditen für US-Treasuries profitiere. Auf politischer Ebene stünden 2026 in Lateinamerika einige wichtige Wahlen an: in Brasilien, Kolumbien und Peru.
Der Fokus der Experten liege auf idiosynkratischen Länder- und wertstabilen Anlagen, hohen Carry-Erträgen und sich verbessernden Credit-Ratings im High-Yield-Bereich, wo selektive Heraufstufungen und starke Fundamentaldaten Alpha generieren könnten. Die Experten von Janus Henderson Investors bevorzugen außerdem Emittenten mit defensiven Eigenschaften, die in einem Umfeld, in dem die Bewertungen wenig Spielraum für Fehler lassen, eine stabile Basis bieten. (29.12.2025/alc/a/a)


