Handelskonflikt zwischen den USA und China drängt Inflationszahlen in den Hintergrund


13.05.19 09:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Laut der am Freitag veröffentlichten Zahlen ist die Teuerung in den USA im Berichtmonat April nur leicht angestiegen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Dabei seien sowohl die allgemeine Inflation als auch die Kernrate gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte in der Jahresrate auf 2,0% bzw. 2,1% geklettert. Während der Anstieg der Kernrate durch eine erneute Abschwächung der Kosten für Bekleidung gedämpft worden sei, hätten sich die gestiegenen Mietkosten - die Jahresrate sei hier von 3,2% auf 3,4% gestiegen - preistreibend bemerkbar gemacht. An den Finanzmärkten seien die Inflationsdaten indes von den anhaltenden Spannungen in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China überlagert worden.

Nachdem die Erhöhung des Zollsatzes auf chinesische Güter im Wert von 200 Mrd. USD von 10% auf 25% am Freitag offiziell in Kraft getreten sei, habe China umgehend angekündigt, angemessene Vergeltungsmaßnahmen vorzubereiten. Dies dürfte somit das Klima in den laufenden Verhandlungen stark belasten. Medienberichten zufolge sei ein Durchbruch in den Gesprächen zwischen der hochrangigen chinesischen Delegation um Vizepremier Liu He und der US-Seite am Wochenende ausgeblieben. Somit sei zumindest in naher Zukunft nicht mehr mit der Ratifizierung eines Handelsvertrags zwischen den beiden größten Volkswirtschaften zu rechnen.

Obwohl an den Finanzmärkten weiterhin von einer Einigung im Handelsstreit ausgegangen werde, hätten die jüngsten Ereignisse den Risikoappetit der Anleger spürbar eingebremst. Die Rendite für 10-jährige Treasuries sei am Freitag erneut unter 2,45% gefallen. (13.05.2019/alc/a/a)