Erweiterte Funktionen

Gute Rendite-Aussichten bei Schwellenländeranleihen


25.05.20 11:00
Lazard Asset Management

Delaware (www.anleihencheck.de) - Während die Kapitalmärkte unter den Auswirkungen der Coronakrise leiden, suchen Investoren nach Assetklassen, die derzeit gute Rendite-Aussichten bieten, so die Experten von Lazard Asset Management.

Denise Simon, Co-Head und Portfoliomanagerin/Analystin im Emerging Markets Debt-Team bei Lazard Asset Management, sehe Chancen bei Schwellenländeranleihen. Ihrer Meinung nach dürfte die Assetklasse in den nächsten zwölf Monaten zumindest in Teilen hohe einstellige Renditen ermöglichen.

Nach den Schocks durch die Coronapandemie seien Schwellenländeranleihen aus Sicht der Expertin derzeit attraktiv - sowohl aus historischer Sicht als auch im Vergleich zu anderen Fixed-Income-Investments. Der jüngste Abverkauf habe die Bewertungen auf Niveaus gedrückt, die den zugrundeliegenden Fundamentaldaten nicht länger entsprechen würden.

"Zu Beginn der Krise waren die Bilanzen vieler Schwellenländer in recht guter Verfassung. Die Verschuldung in Relation zum BIP lag durchschnittlich bei etwa 50 Prozent. Trotz des Schocks der Coronapandemie, der zu einem starken Wachstumsrückgang und einer Ausweitung der Haushaltsdefizite führen dürfte, waren höherwertige Länder mit Marktzugang und robusten Bilanzen in der Lage, auf die Krise zu reagieren und unterstützende Maßnahmen zu ergreifen", sage Denise Simon. Zudem seien die Währungsabsicherungskosten deutlich gesunken, was Schwellenländeranleihen für Euro-Investoren zusätzlich attraktiv mache. Insgesamt erwarte die Expertin bei Schwellenländeranleihen in den nächsten zwölf Monaten hohe einstellige Renditen.

Die Auswirkungen der Pandemie dürften sich zwar über verschiedene Wege negativ auf die Fundamentaldaten aller Schwellenländer auswirken, aber die Stärken und Schwachstellen seien innerhalb des Anlageuniversums sehr unterschiedlich verteilt. "Wir sehen zum Beispiel nach wie vor interessante Perspektiven bei Staats- und Unternehmensanleihen in Hartwährung", sage die Portfoliomanagerin.

Einige Länder seien gut positioniert, um einen globalen Konjunkturabschwung zu überstehen, und hätten strenge politische Maßnahmen ergriffen, um die Pandemie einzudämmen. Andere Länder hingegen seien aufgrund der Krise von einem Liquiditätsengpass bedroht. "Länder, in denen wir ein bedeutendes Ausfallrisiko sehen, machen allerdings weniger als drei Prozent des EMBIGD-Index aus. Das ist etwa die Hälfte weniger als das, was die aktuellen Marktpreise implizieren", so Denise Simon.

Die Emittenten von Unternehmensanleihen in den Emerging Markets würden zudem in der Regel eine geringere Verschuldung aufweisen als ihre Pendants in den Industrieländern. "Auch wenn wir einen leichten Anstieg in der Ausfallrate bei den High-Yield-Emittenten aus den Emerging Markets beobachten können - die aktuellen Prognosen liegen hier bei fünf Prozent -, erscheint dies im Vergleich zu der zehnprozentigen Ausfallprognose für High-Yield-Emittenten aus den USA verhältnismäßig gering", erkläre Denise Simon.
Trotz der positiven Aussichten für Schwellenländeranleihen in den kommenden Monaten betone die Expertin, dass nicht alle Titel innerhalb der Anlageklasse die gleichen Renditeaussichten böten. Dies spreche für ein aktives Anlagenmanagement. "Wir sehen derzeit sehr attraktive Chancen", so Frau Simon. "Dies ist jedoch kein Beta-Handel. Eine intensive Bottom-up-Fundamentalanalyse ist essenziell, um Investmentgelegenheiten ergreifen zu können und in diesem herausfordernden Marktumfeld die Gewinner von den Verlierern zu unterscheiden." (25.05.2020/alc/a/a)