Große Zentralbanken wollen Stimulus-Programme peu à peu zurückzufahren?


01.08.18 11:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Während der vergangenen beiden Wochen hat sich unter vielen Beobachtern die Sicht verfestigt, die großen Zentralbanken der USA, Japans und Europas würden sich gemeinsam, wenn auch nicht in gleichem Ausmaß, auf den Weg machen, ihre infolge der Finanzkrise entstandenen Stimulus-Programme peu à peu zurückzufahren, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Nun habe die Bank of Japan nach ihrer gestrigen Sitzung deutlich gemacht, dass sie die anderen Zentralbanken in ihrem Bestreben nach einer Straffung der Geldpolitik nicht begleiten werde. Stattdessen wolle sie die Rahmenbedingungen für eine "dauerhaft starke" und lockere Geldpolitik verbessern. Und im Gegensatz zur FED und EZB habe die BoJ gestern auch noch ihre Inflationsvorhersage vom April von 1,8 auf 1,6 Prozent für das Fiskaljahr 2020 gesenkt - das sei weit weniger als das von der BoJ noch vor kurzem für 2020 möglich gehaltene Inflationsziel von 2 Prozent.

Die EZB dürfte der Inflationsentwicklung indes ein wenig entspannter entgegensehen, denn die erste Schätzung für die Konsumentenpreise des Monats Juli hätten mit +2,1 Prozent im Jahresvergleich, aber auch in der Kernrate mit +1,1 Prozent nicht nur leicht über dem Wert des Vormonats, sondern auch noch über den Erwartungen der Ökonomen gelegen. Dies habe bei einigen Akteuren sogleich zu der Annahme geführt, dass die EZB - obwohl sie dies bis zuletzt ausgeschlossen habe - womöglich ihre Geldpolitik schneller als bislang angenommen straffen könnte. Und das, obwohl die erste Wachstumsschätzung für die Eurozone für das zweite Quartal (+0,3 Prozent gegenüber Vorquartal) sogar etwas enttäuscht habe.

Auch für die USA habe es Inflationsdaten gegeben, wobei der Index der persönlichen Konsumausgaben (PCE), das von der FED bevorzugte Inflationsmaß, in der Kernrate mit +1,9 Prozent (ggü. Vorjahr) etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei, aber sicherlich keinen Diskussionsstoff für die heute endende Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank bieten dürfte. Richtig stark habe sich indes der Chicagoer Einkaufsmanagerindex präsentiert, der in jeder Hinsicht (Produktion, bezahlte Preise auf Zehnjahreshoch, Beschäftigung, neue Aufträge und niedrige Lagerbestände) mit 65,5 selbst optimistische Prognosen der Ökonomen übertroffen habe. Mit der Folge, dass der Euro seine im Tagesverlauf erreichten Kursgewinne allesamt wieder habe abgeben müssen, aber dennoch in der Mitte seiner Konsolidierung zwischen 1,1505 und 1,1850/55 EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275) verblieben sei. (01.08.2018/alc/a/a)




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