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Großbritannien: Inflationsindexierten Gilts droht Abwertung
20.09.12 11:16
HSBC Trinkaus & Burkhardt
Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Ein für gewöhnlich wenig beachtetes Thema könnte in Kürze große Auswirkungen auf den Markt für inflationsindexierte britische Staatsanleihen haben, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
Das Consumer Prices Advisory Committee (CPAC) erwäge Änderungen in der Berechungsmethode des Retail Price Index (RPI). Der Grund für diese Überlegungen sei, dass der RPI methodologisch bedingt fast immer mit einer höheren Rate wachse als der Consumer Price Index (CPI) und man bestrebt sei, diese Differenz, die seit 1989 im Mittel bei 0,7 Prozentpunkten liege, dauerhaft zu reduzieren. Neben der abweichenden Zusammensetzung beider Warenkörbe sei die Berechnungsmethode unterschiedlich.
Während beim RPI die Güter mit dem arithmetischen Mittel verknüpft würden, erfolge die Berechnung beim CPI anhand des geometrischen Mittels. Dadurch würden Produkte mit geringerer Preissteigerung ein relativ gesehen höheres Gewicht erhalten. Derzeit würden verschiedene Verfahren diskutiert, um diesen "Formeleffekt" zu reduzieren. Derjenige mit der größten Auswirkung würde zu einem Abfallen der RPI-Inflation um 0,9 Prozentpunkte führen.
Da inflationsindexierte Gilts an den RPI gekoppelt seien, ergäbe sich bei Realisation des Plans ein signifikanter Effekt für die Bondholder der entsprechenden Anleihen. Aus der Grafik der ILB-Schuld Großbritanniens aufgeschlüsselt nach der Nominalschuld (204,8 Mrd. GBP) und der aufgelaufenen Inflation (82,8 Mrd. GBP) gehe hervor, dass sich die aktuelle Rückzahlungsverpflichtung aus ILBs auf 287,6 Mrd. GBP belaufe und eine einmalige Reduktion des Preisindex um 0,9 Prozentpunkte die Rückzahlungsverpflichtung des Staats um 2,6 Mrd. GBP reduzieren würde (Deflationsschutz nicht berücksichtigt). Die Anleger müssten auf diesen Betrag verzichten. Hinzu komme eine Verringerung zukünftiger Zinszahlungen.
Eine Besonderheit ergebe sich für die fünf noch ausstehenden ILBs aus den Jahren 1983 bis 1992, die noch vom HM Treasury und noch nicht vom DMO emittiert worden seien. Die Anlagebedingungen würden dem Bondholder ein Kündigungsrecht für den Fall einräumen, dass eine fundamentale Änderung der Berechnungsmethodik des zugrunde liegenden Preisindex beschlossen werde. Da die Rückzahlung zwar die aufgelaufene Inflation berücksichtige, nicht jedoch den aktuellen Kurs, sei das Kündigungsrecht derzeit theoretischer Natur. Alle betroffenen Bonds würden deutlich über pari handeln, womit ein Verkauf im Sekundärmarkt ertragreicher wäre als die Ausübung des Kündigungsrechts. (20.09.2012/alc/a/a)
Das Consumer Prices Advisory Committee (CPAC) erwäge Änderungen in der Berechungsmethode des Retail Price Index (RPI). Der Grund für diese Überlegungen sei, dass der RPI methodologisch bedingt fast immer mit einer höheren Rate wachse als der Consumer Price Index (CPI) und man bestrebt sei, diese Differenz, die seit 1989 im Mittel bei 0,7 Prozentpunkten liege, dauerhaft zu reduzieren. Neben der abweichenden Zusammensetzung beider Warenkörbe sei die Berechnungsmethode unterschiedlich.
Da inflationsindexierte Gilts an den RPI gekoppelt seien, ergäbe sich bei Realisation des Plans ein signifikanter Effekt für die Bondholder der entsprechenden Anleihen. Aus der Grafik der ILB-Schuld Großbritanniens aufgeschlüsselt nach der Nominalschuld (204,8 Mrd. GBP) und der aufgelaufenen Inflation (82,8 Mrd. GBP) gehe hervor, dass sich die aktuelle Rückzahlungsverpflichtung aus ILBs auf 287,6 Mrd. GBP belaufe und eine einmalige Reduktion des Preisindex um 0,9 Prozentpunkte die Rückzahlungsverpflichtung des Staats um 2,6 Mrd. GBP reduzieren würde (Deflationsschutz nicht berücksichtigt). Die Anleger müssten auf diesen Betrag verzichten. Hinzu komme eine Verringerung zukünftiger Zinszahlungen.
Eine Besonderheit ergebe sich für die fünf noch ausstehenden ILBs aus den Jahren 1983 bis 1992, die noch vom HM Treasury und noch nicht vom DMO emittiert worden seien. Die Anlagebedingungen würden dem Bondholder ein Kündigungsrecht für den Fall einräumen, dass eine fundamentale Änderung der Berechnungsmethodik des zugrunde liegenden Preisindex beschlossen werde. Da die Rückzahlung zwar die aufgelaufene Inflation berücksichtige, nicht jedoch den aktuellen Kurs, sei das Kündigungsrecht derzeit theoretischer Natur. Alle betroffenen Bonds würden deutlich über pari handeln, womit ein Verkauf im Sekundärmarkt ertragreicher wäre als die Ausübung des Kündigungsrechts. (20.09.2012/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


