Großbritannien: Brexit, Corona - und jetzt negative Leitzinsen?


02.06.20 08:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Einig darüber, uneinig zu sein - mehr haben die Gespräche zwischen der EU und Großbritannien über ihre künftigen Beziehungen bisher nicht hervorgebracht, so die Analysten von Postbank Research.

Kaum vorstellbar, dass vor der Bestandsaufnahme im Juni der Durchbruch gelinge.

Die Postbank sehe dann nur zwei Möglichkeiten, wie der harte Brexit mit Ende der Übergangsphase am 31.12.2020 noch vermieden werden könne. Entweder gebe GB den Widerstand gegen die noch bis Ende Juni mögliche Verlängerung der Übergangsphase auf, oder es komme in der verbleibenden Zeit noch zu einem rudimentären Handelsabkommen, das dann eine Implementierungsphase - also eine Übergangsphase 2.0 - beinhalten könnte.

Fortschritte seien dringend erforderlich, könnten doch Corona-Pandemie und Brexit-Unsicherheit das BIP schon in diesem Jahr um 11,5 Prozent zum Vorjahr schrumpfen lassen.

Die umfangreichen fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen in GB würden den Finanzmärkten nicht genügen: Jetzt werde am Geldmarkt sogar eingepreist, dass die Bank of England zum Jahresende den Leitzins in negatives Terrain senke. Die Postbank gehe aber davon aus, dass eine weitere Lockerung der Geldpolitik zunächst in Form einer Anhebung der Bestands-Obergrenzen für den Ankauf von Staats- und Unternehmensanleihen erfolge.

Der EUR/GBP (0,891; Stand: 26.05.2020) dürfte auf Jahressicht bei 0,90 notieren. Stärkere Ausschläge im Zuge der Brexit-Verhandlungen seien aber wahrscheinlich. (Währungsbulletin Juni 2020) (02.06.2020/alc/a/a)






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