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Großbritannien: Bank of England wird vorsichtiger - Nervöses Warten auf Herbstbudget


10.09.25 10:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Im Juni zog die britische Wirtschaft unerwartet stark um 0,4% zum Vormonat an, erwartet wurde im Marktkonsens ein Anstieg um 0,2%, so die Analysten von Postbank Research.

Dies habe zur Folge gehabt, dass das BIP in Q2 um 0,3% zum Vorquartal bzw. 1,2% zum Vorjahresquartal zugelegt habe, jeweils 0,2 Prozentpunkte mehr als erwartet.

Am Arbeitsmarkt habe der Lohndruck mit einem Anstieg um 4,6% zum Vorjahr im Juni nach 5,0% im Mai weiter abgenommen.

Der Gesamt-PMI sei im August von 51,5 auf 53,5 Punkte stärker in die Expansionszone hineingesprungen. Der Dienstleistungssektor habe mit einem Sprung von 51,8 auf 54,2 Punkte überzeugt. Der Industrie-PMI habe hingegen von 48,1 auf 47,0 Punkte nachgegeben. Der Bau-PMI habe sich von 44,3 auf 45,5 Punkte erholt.

Die Inflationsrate sei im Juni unerwartet stark von 3,6% auf 3,8% gestiegen, die Kerninflationsrate ebenfalls entgegen dem Marktkonsens von 3,7% auf 3,8%. Auch die Dienstleistungsinflation habe mit einem Sprung von 4,7% auf 5,0% diejenigen genarrt, die auf einen allmählichen Rückgang gesetzt hätten.

Der knappe Entscheid für eine Leitzinssenkung der BoE am 7. August sowie zurückhaltende Äußerungen der BoE-Währungshüter hätten zur Folge, dass via Overnight Index Swaps eine weitere Zinssenkung komplett erst für März 2026 eingepreist werde. Die Märkte würden zudem gespannt auf den November und das Herbstbudget der Schatzkanzlerin Reeves warten.

Die Renditen zehnjähriger britischer Staatsanleihen (Gilts) seien bis auf 4,85% am 3. September gestiegen, hätten dann aber auf 4,65% zurückgesetzt. Die der 30-jährigen seien von einem 26-Jahres-Hoch bei 5,75% bis auf 5,45% gesunken. Auf Sicht von sechs Monaten dürften zehnjährige Gilts bei etwa 4,50% notieren. (Zinsbulletin September 2025) (10.09.2025/alc/a/a)