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Green Bonds dürften weiterhin dominieren
03.01.25 10:53
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - 2024 geht als Jahr der Green Bonds in die Bücher ein, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Auch für 2025 würden die Analysten erwarten, dass die Dominanz der Assetklasse weiter anhalten werde, und würden dabei das SSA-Segment als Emissionstreiber in die Verantwortung nehmen. Mit dem Start des EuGB-Standards erblicke eine weitere Green Bond Assetklasse das Licht der Welt. Als etablierte Green Bond Emittenten mit einer vergleichsweise hohen EU-Taxonomiekonformität böten sich Utilities und Real Estate Emittenten dabei als natürliche Vorreiter an, wenngleich die Analysten anfänglich nur mit überschaubarem Interesse und somit Volumina rechnen würden.
Rückblickend hätten sich am EUR ESG Primärmarkt viele Trends des Vorjahres verfestigt bzw. verstärkt. So stagniere das Emissionsvolumen weiterhin auf hohem Niveau, aber habe nicht an die außerordentlichen "(Corona-)Emissionsvolumina" von 2021 und 2022 heranreichen können, und dies trotz weiter steigender Staatsverschuldungen. Am auffallendsten sei jedoch, dass der EUR Primärmarkt inzwischen eher ein Green-Bond-Markt mit sporadischen Ergänzungen anderer ESG-Anleiheklassen sei. So seien im Jahr 2020 weniger als die Hälfte des EUR ESG-Neuemissionsvolumens auf Green-Bonds zurückzuführen gewesen. Im Vorjahr hätten Green Bonds 73% der Neuemissionsvolumen repräsentiert, was an historische Niveaus erinnere.
Der Anteil der Green Bonds sei seit dem Jahr 2020 jährlich angestiegen, und die Analysten würden hier erwarten, dass sich der Trend in 2025 fortsetzen dürfte. Der Hauptgrund hierfür scheine aus Sicht der Analysten die komplexe EU-Regulierung und die Sorge von Investoren und Emittenten vor potenziellen Greenwashing-Vorwürfen zu sein. Dies sorge dafür, dass die lange etablierte Anleiheklasse Green Bonds mit ihrer klaren Zuordnung der Mittelverwendung von Investoren deutlich präferiert werde. Während andere ESG-Anleiheklassen darunter leiden würden, habe das dazu geführt, dass in 2024 mit EUR 248 Mrd. ein EUR Green Bond Emissionsrekord aufgestellt worden sei, während der EUR ESG Gesamtmarkt deutlich von einem Rekordjahr entfernt gewesen sei. Wie schon öfter in dieser Publikation angesprochen, sei die positive Entwicklung von Green Bonds zu begrüßen, nur benötige es aus Sicht der Analysten insbesondere Sustainability-Linked Bonds für die grüne Transition.
Trotz der EU-Bestrebung, eine grüne Vorreiterrolle einzunehmen, sei dies in den Emissionen auf staatlicher Ebene noch nicht zu sehen gewesen. So hätten staatliche und staatsnahe Emittenten 2024 "lediglich" 40% zum EUR ESG Neuemissionsvolumen beigetragen. Zum Vergleich habe der Anteil im Jahr 2021 bei 53% gelegen und sei seit diesem Zeitpunkt jährlich gesunken. Dies sei umso bemerkenswerter, weil in der Zwischenzeit auch die Green Bonds der EU dazugekommen seien. So seien aus Sicht der Analysten die EU-Pläne und die Fundingpläne der EU-Länder offensichtlich nicht im Einklang gewesen. Hier würden die Analysten jedoch eine Verbesserung in diesem Jahr erwarten.
Für 2025 seien die Analysten bezüglich der Entwicklung des ESG-Marktes deutlich positiver gestimmt als der Durchschnitt. Der Grund hierfür sei, wie bereits oben angesprochen, dass die Analysten mit deutlich mehr ESG-Emissionen aus dem SSA-Bereich in 2025 rechnen würden. Hier könnte Frankreich eine wichtige Rolle zukommen - denn in einem angespannten politischen und wirtschaftlichen Umfeld müsse das Land im kommenden Jahr circa EUR 350 Mrd. an Emissionsvolumen platzieren. Die politischen Turbulenzen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit noch länger andauern würden, dürften es in Verbindung mit deutlich höherer Volatilität erschweren, genügend Abnehmer für die Emissionen zu finden. Hier könnten Green Bonds und damit potenzielle zusätzliche Investoren ein geeignetes Instrument sein.
Frankreich habe zwar 2017 erstmals einen Green Bond begeben, aber seitdem werde dieses Instrument äußerst spärlich und nicht regelmäßig genutzt. Bei dem aktuellen Spreadumfeld und der Volatilität scheine es den Analysten naheliegend, dass Green OATs das Mittel der Wahl 2025 seien. Aber nicht nur Frankreich dürfte 2025 auf der Suche nach Investoren bzw. nach Finanzierungskosten-Optimierungen sein, um sich einige wenige Basispunkte Emissionsprämie zu sparen. Das würden die Analysten auf den Budgetdefiziten in großen Teilen Europas basieren. So könnte der Druck des Kapitalmarktes die europäischen Staaten dazu zwingen, vermehrt auf ESG-Anleihen zu setzen. Da Investoren deutlich Green Bonds präferieren würden, dürfte dies auch die Nummer-1-Wahl der Staaten werden. (Ausgabe vom 02.01.2025) (03.01.2025/alc/a/a)
Auch für 2025 würden die Analysten erwarten, dass die Dominanz der Assetklasse weiter anhalten werde, und würden dabei das SSA-Segment als Emissionstreiber in die Verantwortung nehmen. Mit dem Start des EuGB-Standards erblicke eine weitere Green Bond Assetklasse das Licht der Welt. Als etablierte Green Bond Emittenten mit einer vergleichsweise hohen EU-Taxonomiekonformität böten sich Utilities und Real Estate Emittenten dabei als natürliche Vorreiter an, wenngleich die Analysten anfänglich nur mit überschaubarem Interesse und somit Volumina rechnen würden.
Rückblickend hätten sich am EUR ESG Primärmarkt viele Trends des Vorjahres verfestigt bzw. verstärkt. So stagniere das Emissionsvolumen weiterhin auf hohem Niveau, aber habe nicht an die außerordentlichen "(Corona-)Emissionsvolumina" von 2021 und 2022 heranreichen können, und dies trotz weiter steigender Staatsverschuldungen. Am auffallendsten sei jedoch, dass der EUR Primärmarkt inzwischen eher ein Green-Bond-Markt mit sporadischen Ergänzungen anderer ESG-Anleiheklassen sei. So seien im Jahr 2020 weniger als die Hälfte des EUR ESG-Neuemissionsvolumens auf Green-Bonds zurückzuführen gewesen. Im Vorjahr hätten Green Bonds 73% der Neuemissionsvolumen repräsentiert, was an historische Niveaus erinnere.
Trotz der EU-Bestrebung, eine grüne Vorreiterrolle einzunehmen, sei dies in den Emissionen auf staatlicher Ebene noch nicht zu sehen gewesen. So hätten staatliche und staatsnahe Emittenten 2024 "lediglich" 40% zum EUR ESG Neuemissionsvolumen beigetragen. Zum Vergleich habe der Anteil im Jahr 2021 bei 53% gelegen und sei seit diesem Zeitpunkt jährlich gesunken. Dies sei umso bemerkenswerter, weil in der Zwischenzeit auch die Green Bonds der EU dazugekommen seien. So seien aus Sicht der Analysten die EU-Pläne und die Fundingpläne der EU-Länder offensichtlich nicht im Einklang gewesen. Hier würden die Analysten jedoch eine Verbesserung in diesem Jahr erwarten.
Für 2025 seien die Analysten bezüglich der Entwicklung des ESG-Marktes deutlich positiver gestimmt als der Durchschnitt. Der Grund hierfür sei, wie bereits oben angesprochen, dass die Analysten mit deutlich mehr ESG-Emissionen aus dem SSA-Bereich in 2025 rechnen würden. Hier könnte Frankreich eine wichtige Rolle zukommen - denn in einem angespannten politischen und wirtschaftlichen Umfeld müsse das Land im kommenden Jahr circa EUR 350 Mrd. an Emissionsvolumen platzieren. Die politischen Turbulenzen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit noch länger andauern würden, dürften es in Verbindung mit deutlich höherer Volatilität erschweren, genügend Abnehmer für die Emissionen zu finden. Hier könnten Green Bonds und damit potenzielle zusätzliche Investoren ein geeignetes Instrument sein.
Frankreich habe zwar 2017 erstmals einen Green Bond begeben, aber seitdem werde dieses Instrument äußerst spärlich und nicht regelmäßig genutzt. Bei dem aktuellen Spreadumfeld und der Volatilität scheine es den Analysten naheliegend, dass Green OATs das Mittel der Wahl 2025 seien. Aber nicht nur Frankreich dürfte 2025 auf der Suche nach Investoren bzw. nach Finanzierungskosten-Optimierungen sein, um sich einige wenige Basispunkte Emissionsprämie zu sparen. Das würden die Analysten auf den Budgetdefiziten in großen Teilen Europas basieren. So könnte der Druck des Kapitalmarktes die europäischen Staaten dazu zwingen, vermehrt auf ESG-Anleihen zu setzen. Da Investoren deutlich Green Bonds präferieren würden, dürfte dies auch die Nummer-1-Wahl der Staaten werden. (Ausgabe vom 02.01.2025) (03.01.2025/alc/a/a)


