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Der Green-Bonds-Boom geht 2018 weiter
18.01.18 11:30
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - In den vergangenen Jahren haben Green Bonds einen gewaltigen Aufschwung erlebt, und auch 2017 hielt ihr weltweites Wachstum an: Inzwischen können Anleger in der Bandbreite der Investitionen unter mehr als 200 verschiedenen Themen wählen, so die Experten von AXA Investment Managers.
Das Emissionsvolumen habe Ende des vergangenen Jahres mehr als 120 Milliarden Euro betragen - ein neuer Rekord.
Mit dem Startschuss der Branche im Jahr 2007 habe sich der weltweite Markt für Green Bonds mit beachtlichem Tempo entwickelt. "Auch 2018 wird dieses Segment weiterhin wachsen", so die Einschätzung von Olivier Vietti, Fondsmanager des AXA WF Planet Bonds. "Angesichts der hohen Nachfrage ist die Preisgestaltung der Schlüssel für Investoren", rate er.
Die meisten Green Bonds würden in ihrer Preisgestaltung traditionellen Neuemissionen folgen, so eine Analyse der Climate Bonds Initiative (CBI). Teils sei die Performance dieser Anleihen im europäischen Sekundärmarkt für Unternehmensanleihen sogar höher als bei den traditionellen Anleihen. Die europäische Nachfrage zeige sich dabei besonders dynamisch. "Der Euro ist die wichtigste Währung. Beinahe 55 Prozent aller Green-Bonds-Indices werden in ihr berechnet", betone Vietti.
Auch habe sich die Liquidität des Markts über die vergangenen beiden Jahre signifikant verbessert, was den Handel der Anleihen auf dem Sekundärmarkt deutlich erleichtere. Eine französische Benchmark-Green-Bonds-Transaktion habe Investoren zu Beginn des Jahres 2017 besonders viel Liquidität geboten.
2017 sei der Markt für Green Bonds vor allem durch die Ausgabe grüner Finanzinstrumente in Europa geprägt worden: Mehr als die Hälfte aller Emissionen seien hier getätigt worden. Allen voran habe vor allem die französische Regierung Investoren eine neue Anlageklasse erstklassiger Qualität geboten. Der europäische Bankensektor sei mit Emissionen verschiedenster Banken und Länder ebenfalls nicht untätig in der Herausgabe neuer Wertpapiere geblieben. Im Jahr 2016 hätten chinesische Emittenten noch 30 Prozent der weltweiten Neuemissionen gestellt. Die Aktivität auf dem chinesischen Primärmarkt sei im vergangenen Jahr jedoch erneut durch den Versuch Pekings, das Finanzsystem zu entschulden, gesunken. "Nichtdestotrotz glauben wir fest daran, dass diese Entwicklung nur zeitweilig ist. China bleibt nach Frankreich der zweitgrößte Emittent", sage Olivier Vietti.
Viele Unternehmen hätten sich inzwischen zwar umweltbewusster aufgestellt. Das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad jährlich zu begrenzen, stehe und falle jedoch mit den Maßnahmen zur Reduktion des Kohlendioxidausstoßes. "Investoren können diese Entwicklung mit verschiedenen Strategien unterstützen, etwa indem sie kohlenstoffintensive Titel aus ihrem Portfolio streichen", sage Olivier Vietti. "Aus unserer Sicht bietet der Markt für Green Bonds eine gute Richtlinie um in eine klimafreundliche Wirtschaft zu investieren. Green Bonds sind ausdrücklich dazu konzipiert, das Kapital für Projekte mit positiven Umwelteinflüssen zu generieren."
Um aggressive Marketingkampagnen besser einschätzen zu können, müsse der Markt für Green Bonds sich jedoch kontinuierlich einer sorgfältigen Risiko-Prüfung unterziehen, so Vietti. "Wählerisch sein - das ist der Schlüssel um verlässliche Standards in diesem jungen Markt aufzubauen." Selektivität und größere Transparenz hätten gefördert, dass die relevantesten und einflussreichsten Umweltprojekte die notwendige Finanzierung erhalten hätten. "Investoren sollten sich vor allem vor sogenannten potenziellem "Green Washing" in Acht nehmen, um zu vermeiden, dass ungeeignete Projekte durch den Anlagesektor finanziert werden", warne Vietti.
Der Mangel an allgemeinen Standards für Green Bonds erfordere demnach auch immer eine eigene Anlayse. Investoren sollten hinter die Green Bond Prinzipien schauen und sich der Anleihequalität selbst versichern. "Eine konsequente Überwachung und Nachverfolgung grüner Investments ist nötig um sich zu versichern, dass diese ihren versprochenen Umwelteffekt auch einhalten", so Vietti weiter.
Das steigende Interesse institutioneller Investoren werde die Weiterentwicklung und das Wachstum der grünen Anleihen weiter antreiben. "Neue Märkte wie China werden im Laufe der Zeit mit neuen Emissionen den Markt beleben. Diese neuen Teilnehmer müssen allerdings garantieren, dass die Effekte, die ihre Green Bonds haben sollen, auch wirklich transparent und messbar sind", so der Fondsmanager. Nur dann könne der Markt auch weiterhin kontinuierlich wachsen. (18.01.2018/alc/a/a)
Das Emissionsvolumen habe Ende des vergangenen Jahres mehr als 120 Milliarden Euro betragen - ein neuer Rekord.
Mit dem Startschuss der Branche im Jahr 2007 habe sich der weltweite Markt für Green Bonds mit beachtlichem Tempo entwickelt. "Auch 2018 wird dieses Segment weiterhin wachsen", so die Einschätzung von Olivier Vietti, Fondsmanager des AXA WF Planet Bonds. "Angesichts der hohen Nachfrage ist die Preisgestaltung der Schlüssel für Investoren", rate er.
Die meisten Green Bonds würden in ihrer Preisgestaltung traditionellen Neuemissionen folgen, so eine Analyse der Climate Bonds Initiative (CBI). Teils sei die Performance dieser Anleihen im europäischen Sekundärmarkt für Unternehmensanleihen sogar höher als bei den traditionellen Anleihen. Die europäische Nachfrage zeige sich dabei besonders dynamisch. "Der Euro ist die wichtigste Währung. Beinahe 55 Prozent aller Green-Bonds-Indices werden in ihr berechnet", betone Vietti.
2017 sei der Markt für Green Bonds vor allem durch die Ausgabe grüner Finanzinstrumente in Europa geprägt worden: Mehr als die Hälfte aller Emissionen seien hier getätigt worden. Allen voran habe vor allem die französische Regierung Investoren eine neue Anlageklasse erstklassiger Qualität geboten. Der europäische Bankensektor sei mit Emissionen verschiedenster Banken und Länder ebenfalls nicht untätig in der Herausgabe neuer Wertpapiere geblieben. Im Jahr 2016 hätten chinesische Emittenten noch 30 Prozent der weltweiten Neuemissionen gestellt. Die Aktivität auf dem chinesischen Primärmarkt sei im vergangenen Jahr jedoch erneut durch den Versuch Pekings, das Finanzsystem zu entschulden, gesunken. "Nichtdestotrotz glauben wir fest daran, dass diese Entwicklung nur zeitweilig ist. China bleibt nach Frankreich der zweitgrößte Emittent", sage Olivier Vietti.
Viele Unternehmen hätten sich inzwischen zwar umweltbewusster aufgestellt. Das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad jährlich zu begrenzen, stehe und falle jedoch mit den Maßnahmen zur Reduktion des Kohlendioxidausstoßes. "Investoren können diese Entwicklung mit verschiedenen Strategien unterstützen, etwa indem sie kohlenstoffintensive Titel aus ihrem Portfolio streichen", sage Olivier Vietti. "Aus unserer Sicht bietet der Markt für Green Bonds eine gute Richtlinie um in eine klimafreundliche Wirtschaft zu investieren. Green Bonds sind ausdrücklich dazu konzipiert, das Kapital für Projekte mit positiven Umwelteinflüssen zu generieren."
Um aggressive Marketingkampagnen besser einschätzen zu können, müsse der Markt für Green Bonds sich jedoch kontinuierlich einer sorgfältigen Risiko-Prüfung unterziehen, so Vietti. "Wählerisch sein - das ist der Schlüssel um verlässliche Standards in diesem jungen Markt aufzubauen." Selektivität und größere Transparenz hätten gefördert, dass die relevantesten und einflussreichsten Umweltprojekte die notwendige Finanzierung erhalten hätten. "Investoren sollten sich vor allem vor sogenannten potenziellem "Green Washing" in Acht nehmen, um zu vermeiden, dass ungeeignete Projekte durch den Anlagesektor finanziert werden", warne Vietti.
Der Mangel an allgemeinen Standards für Green Bonds erfordere demnach auch immer eine eigene Anlayse. Investoren sollten hinter die Green Bond Prinzipien schauen und sich der Anleihequalität selbst versichern. "Eine konsequente Überwachung und Nachverfolgung grüner Investments ist nötig um sich zu versichern, dass diese ihren versprochenen Umwelteffekt auch einhalten", so Vietti weiter.
Das steigende Interesse institutioneller Investoren werde die Weiterentwicklung und das Wachstum der grünen Anleihen weiter antreiben. "Neue Märkte wie China werden im Laufe der Zeit mit neuen Emissionen den Markt beleben. Diese neuen Teilnehmer müssen allerdings garantieren, dass die Effekte, die ihre Green Bonds haben sollen, auch wirklich transparent und messbar sind", so der Fondsmanager. Nur dann könne der Markt auch weiterhin kontinuierlich wachsen. (18.01.2018/alc/a/a)


