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Globaler Rentenausblick: Wer gute Anleihe-Renditen sucht, braucht Stehvermögen


23.12.13 10:51
MFS Investment Management

Boston (www.anleihencheck.de) - Ein äußerst schwaches Jahr haben Anleihe-Investoren hinter sich, so Robert M. Hall, MFS Institutional Fixed-Income Portfolio Manager bei MFS Investment Management.

Auf der Suche nach attraktiveren Renditen, Kapitalschutz und aktienähnlichen Erträgen seien sie auf gnadenlose Märkte getroffen. Die Ergebnisse seien entsprechend enttäuschend gewesen. Anleihen hätten unter dem enormen Anstieg der Treasury-Renditen und immer neuen Mittelabflüssen gelitten. In einigen Marktsegmenten wie Stadtanleihen und Emerging-Market-Anleihen sei diese Entwicklung noch immer nicht vorüber. Hinzu sei die geringe Liquidität am Sekundärmarkt gekommen, welche die Credit-Märkte noch immer plage.

Als all dies zu einer ungewöhnlichen positiven Korrelation zwischen Treasury-Renditen und Credit-Spreads geführt habe, sei die ohnehin prekäre Lage noch schlimmer geworden. Die Umkehr der üblicherweise negativen Korrelation habe die Überzeugung des Experten infrage zu stellen gedroht, dass die Credit-Spreads der beste Schutz der Anleger gegen steigende Zinsen seien. Selbst jetzt bestehe noch das Risiko, dass sich die Spreads ausweiten würden, während die Staatsanleiherenditen steigen würden. Der Renditeanstieg dürfte aber geringer ausfallen als im Mai und im Juni.

Nur wenige Anleiheinvestoren dürften das Jahr 2013 mit eindeutig guten Ergebnissen abschließen. Mit 0,41% Ende November sei der in USD abgesicherte Barclays Global Aggregate-Index auf dem besten Wege zu seiner schlechtesten Jahresperformance seit 1994. Die Gewinner dieses Jahres könnten andere sein als anfangs angenommen. Vor gar nicht langer Zeit seien Emerging-Market-Anleihen des Anlegers liebstes Kind gewesen. Nach einer relativ schwachen Wertentwicklung - insbesondere der "wackligen Fünf'' Brasilien, Indonesien, Indien, Türkei und Südafrika - hafte Emerging-Market-Anleihen ein Makel an, den sie wohl eine Weile nicht abschütteln könnten.

Die augenscheinlich stabilen und verlässlichen US-Investmentgradeanleihen seien weniger volatil gewesen als viele andere Spread-Produkte. Dennoch hätten sie an Wert verloren und sich nur wenig besser entwickelt als US-Treasuries (47 Basispunkte Mehrertrag von Januar bis Ende November), die in diesem Jahr höchstwahrscheinlich das Schlusslicht sein würden.

Andererseits seien High-Yield-Anleihen Anfang 2013 überbewertet gewesen und würden dies vermutlich auch Ende des Jahres sein. Dennoch hätten sie bis zum 30. November recht ordentliche laufende Erträge von 6,87% erzielt. Da stelle sich die Frage, ob die Coupons High Yield auch im nächsten Jahr retten könnten - trotz der Überbewertung, schwächerer Kreditkennziffern und weniger gläubigerfreundlichen Emissionsbedingungen.

Mit einem ausreichend langen Anlagehorizont und dem Zinseszinseffekt vor Augen sei der Experte recht optimistisch. Üblicherweise würden Anleihegläubiger nicht über ein Jahr oder gar zehn Jahre verlieren oder gewinnen. In der Vergangenheit seien Anleihe-Baissen immer recht kurz gewesen. In den 38 Jahren seit seinem Bestehen habe der Barclays US Aggregate Bond-Index in 93% aller Monate positive gleitende 12-Monats-Erträge erzielt, in 98% aller Monate positive 24-Monats-Erträge, in 99% aller Monate positive 36-Monats-Ertrage und ausnahmslos immer positive 60-Monats-Erträge.

Der bei steigenden Zinsen unvermeidbare Kursrückgang sei zwar für Anleihegläubiger ungünstig, aber es gebe einen Ausgleich. Die Wiederanlage der Coupons zu höheren Renditen könne am Ende zu einer höheren Langfristperformance führen - höher als wenn die Zinsen niedrig geblieben oder sogar noch gefallen wären. Wer also Geduld habe, werde wahrscheinlich feststellen, dass die Zeit für ihn arbeite. (23.12.2013/alc/a/a)