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Globaler Green-Bond-Markt wächst im Rekordtempo
29.07.21 10:00
BANTLEON AG
Hannover (www.anleihencheck.de) - Der Markt für Green Bonds ist in diesem Jahr weiter stark gewachsen: Bis Anfang Juli wurden global Green Bonds im Volumen von 240 Milliarden Euro begeben - 2,5mal so viel wie im Vorjahreszeitraum, so Marcio da Costa, Senior Portfolio Manager SSA & Green Bonds bei der BANTLEON AG.
Damit stünden derzeit weltweit grüne Anleihen im Wert von 986 Milliarden Euro aus. Dies entspreche etwa 6,5% des breiten europäischen Anleihenmarktes.
Das starke exponenzielle Wachstum dürfte sich fortsetzen, sodass im Gesamtjahr 2021 ein Neuemissionsvolumen von 550 Milliarden Euro erreicht werden sollte. Entscheidend für die dynamische Entwicklung des Green-Bond-Marktes sei die Tatsache, dass sich die Emission von Green Bonds in vielen Fällen zu einer Win-win-Situation für Emittenten und Investoren entwickelt habe. Und der EU-Wiederaufbaufonds werde das Wachstum in den nächsten Jahren kräftig anschieben.
Die Emissionsgeschwindigkeit am Green-Bond-Markt habe auch im laufenden Jahr weiter zugenommen. Bis Anfang Juli seien global Green Bonds im Volumen von 240 Milliarden Euro und damit 2,5mal so viel wie im Vorjahreszeitraum begeben worden. Insgesamt stünden derzeit weltweit grüne Anleihen im Wert von 986 Milliarden Euro aus - etwa 6,5% des breiten europäischen Anleihenmarktes. Das starke exponenzielle Wachstum dürfte sich fortsetzen, sodass im Gesamtjahr 2021 ein Neuemissionsvolumen von 550 Milliarden Euro erreicht werden sollte (2020: 230 Milliarden Euro). Dafür spreche, dass durch das schrittweise Inkrafttreten der EU-Taxonomie und die zunehmenden Offenlegungsverpflichtungen der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) immer mehr Investoren einen Fokus auf Nachhaltigkeitsaspekte legen würden. Zudem hätten Emittenten einen wachsenden Anreiz, grün zu emittieren. So gelinge es mittlerweile einigen Emittenten, ihre grünen Anleihen zu günstigeren Konditionen zu platzieren als ihre konventionellen Anleihen (Greenium).
Getrieben werde das starke Marktwachstum künftig vor allem vom EU-Wiederaufbaufonds: 30% des Gesamtvolumens von 750 Milliarden Euro, also 225 Milliarden Euro, sollten in Klimaschutzprojekte fließen und folglich über Green Bonds der EU finanziert werden. Damit dürfte die EU größter Green-Bond-Emittent werden und dem Green-Bond-Markt weiterhin zu überproportionalen Wachstumsraten verhelfen. Mit dem Beginn der Emission der EU-Green-Bonds sei aller Voraussicht nach im September 2021 zu rechnen.
Wichtig für die dynamische Entwicklung des Green-Bond-Marktes sei aber auch, dass die Emission von Green Bonds in vielen Fällen eine Win-win-Situation für Emittenten und Investoren geworden sei. Emittenten würden oft von günstigeren Refinanzierungskonditionen in Form des Greeniums profitieren, obwohl die Anforderungen an die Offenlegungs- und Berichtspflichten zunächst kostspielig seien.
Zudem erreiche der Emittent die Gruppe nachhaltiger Investoren und diversifiziere damit seine Investorenbasis. Die Investoren würden von der hohen Nachfrage nach grünen Anleihen profitieren, die Chancen auf überdurchschnittliche Kursgewinne biete, und zugleich eine direkte positive Wirkung auf die Umwelt im Sinne des Impact Investings erreichen. Das gelte ebenso für Social Bonds der EU. In der Regel müssten Investoren auf dem Primärmarkt nicht mal einen Renditeabschlag hinnehmen.
Das anstehende hohe Emissionsvolumen der Europäischen Union führe für Anleger zu einem weiteren Vorteil: EU-Anleihen würden als Ergänzung zu Kernstaaten-Staatsanleihen zusätzliches Diversifikationspotenzial bieten und seien wegen der künftig hohen Anzahl an Green Bonds und Social Bonds wichtige Zielinvestments für Anleger mit Nachhaltigkeitsfokus. In den nächsten Jahren würden sie aufgrund des emittierten Anleihenvolumens eine große Bedeutung in breiten Anleihenbenchmarks und damit auch in benchmarkorientierten Strategien einnehmen. Der Anteil von EU-Anleihen sei mit derzeit 1% des breiten europäischen Anleihenmarktes noch gering, könne aber unter Berücksichtigung des vollen Emissionsvolumens von 750 Milliarden Euro auf über 7% steigen. Damit hätten EU-Anleihen in gängigen Marktindices ein ähnlich hohes Gewicht wie deutsche Bundesanleihen.
Am Green-Bond-Markt hingegen würden EU-Anleihen schon bald den größten Teil einnehmen. Mit einem Volumen von 36 Milliarden Euro und 8% Marktanteil sei Frankreich derzeit größter Green-Bond-Emittent. Dieses Volumen dürfte unter der Annahme eines proportionalen Emissionsfortschritts bereits innerhalb eines Jahres durch die EU erreicht und dann rasch deutlich übertroffen werden. In diesem Jahr habe die EU bislang erst konventionelle Anleihen und Social Bonds für etwa 100 Milliarden Euro begeben. Unter Berücksichtigung unserer Emissionsprognose für die EU (etwa 160 Milliarden Euro für 2021) wird sie noch etwa 60 Milliarden Euro aufnehmen müssen, wovon etwa 30% auf Green Bonds entfallen dürften, so die Experten der BANTLEON AG.
Der stetig wachsende Anteil der grünen Anleihen am Gesamtmarkt führe dazu, dass Green Bonds immer stärker in Performance-Benchmarks vertreten seien, an denen Investoren sich zur Steuerung ihrer Portfolios orientieren würden. Folglich dürfte die Bedeutung von Green Bonds auch in nicht-nachhaltigen Anleihenportfolios zunehmen.
Etablierte Emittenten hätten bereits grüne Anleihen mit einem Renditeabschlag zu konventionellen Anleihen begeben können. Dieser Abschlag habe sich im Zeitverlauf konstant gehalten oder sogar erhöht. Beispielsweise hätten Investoren der ersten grünen deutschen Bundesanleihe, die im September 2020 begeben worden sei, für die positive Umweltwirkung und die nachhaltige Eigenschaft auf 1 Basispunkt Rendite verzichtet. Dennoch hätten sie mit dem Green Bond eine Outperformance von 0,4%-Punkten gegenüber der konventionellen Zwillingsanleihe erzielen können, die aus der weiter rückläufigen Renditedifferenz, dem Greenium, entstanden sei.
Das scheine absolut betrachtet sehr wenig zu sein, sei angesichts der ohnehin sehr tiefen Zinsen aber ein beachtlicher Wert. Die Renditedifferenz zwischen der grünen und konventionellen Zwillingsanleihe betrage nun 6 Basispunkte. Erklären lasse sich dies mit der überproportional hohen Nachfrage nach grünen Anleihen, der attraktiven 10-jährigen Laufzeit und dem Top-Rating "AAA" der Bundesrepublik Deutschland. Die Attraktivität für Investoren zeige sich auch daran, dass die Überzeichnungsquoten bei Green-Bond-Emissionen oft höher ausfallen würden als bei konventionellen Anleihen.
Der Renditeabschlag in Form des Greeniums ergebe sich aus der relativen Attraktivität einer grünen Anleihe gegenüber anderen konventionellen Anleihen. So seien besonders gefragte Laufzeiten, Erstemissionen neuer Emittenten (zusätzliche Diversifikation) oder auch bestimmte Ratingstufen (zum Beispiel grüne High-Yield-Emissionen) sehr gefragt und würden daher mehr Spielraum für ein höheres Greenium lassen. Grüne Staatsanleihen kurzer und mittlerer Laufzeiten, die bis zur Emission der grünen Bundesanleihen kaum vorhanden gewesen seien, würden ebenfalls hohe Zeichnungsvolumina anziehen.
Auch die Struktur in der Haftungskaskade sei ein wichtiger Faktor für das Greenium. So seien nachrangige Industrieanleihen (Corporate Hybrids) bisher kaum im Green-Bond-Markt vertreten. Eine solche Emission biete folglich das Potenzial hoher Überzeichnungsquoten und damit mehr Spielraum für ein Greenium. Darüber hinaus würden auch weiche Faktoren wie die Offenlegungstransparenz und der Turnus von Publikationen eine Rolle spielen.
Mit dem wachsenden Angebot wachse aber auch die Gefahr von Greenwashing. Anleger sollten bei Investments in Green Bonds und Social Bonds nicht einem Siegel oder der Konformität mit der EU-Taxonomie vertrauen. Derzeit gebe es keinen einheitlichen und verbindlichen Green-Bond-Standard, weshalb pauschale Zertifizierungen in den wenigsten Fällen mit den individuellen Erwartungen der Emittenten übereinstimmen würden. Zudem würden Emittenten vereinzelt Green Bonds nutzen, um bereits bestehende Projekte zu refinanzieren. Dies schaffe keinen Mehrwert, weshalb die Impact-Komponente des Instruments hier angezweifelt werden könne. Die EU-Taxonomie habe mit einem einheitlichen Rahmenwerk zwar etwas Klarheit geschaffen, aber eine sorgfältige Analyse der Green Bonds und der Mittelverwendung sei dennoch sinnvoll. Deshalb sei von breit gestreuten passiven Investitionen, beispielsweise über ETFs, ohne Analyse der Mittelverwendung abzuraten, um Greenwashing zu vermeiden. (29.07.2021/alc/a/a)
Damit stünden derzeit weltweit grüne Anleihen im Wert von 986 Milliarden Euro aus. Dies entspreche etwa 6,5% des breiten europäischen Anleihenmarktes.
Das starke exponenzielle Wachstum dürfte sich fortsetzen, sodass im Gesamtjahr 2021 ein Neuemissionsvolumen von 550 Milliarden Euro erreicht werden sollte. Entscheidend für die dynamische Entwicklung des Green-Bond-Marktes sei die Tatsache, dass sich die Emission von Green Bonds in vielen Fällen zu einer Win-win-Situation für Emittenten und Investoren entwickelt habe. Und der EU-Wiederaufbaufonds werde das Wachstum in den nächsten Jahren kräftig anschieben.
Die Emissionsgeschwindigkeit am Green-Bond-Markt habe auch im laufenden Jahr weiter zugenommen. Bis Anfang Juli seien global Green Bonds im Volumen von 240 Milliarden Euro und damit 2,5mal so viel wie im Vorjahreszeitraum begeben worden. Insgesamt stünden derzeit weltweit grüne Anleihen im Wert von 986 Milliarden Euro aus - etwa 6,5% des breiten europäischen Anleihenmarktes. Das starke exponenzielle Wachstum dürfte sich fortsetzen, sodass im Gesamtjahr 2021 ein Neuemissionsvolumen von 550 Milliarden Euro erreicht werden sollte (2020: 230 Milliarden Euro). Dafür spreche, dass durch das schrittweise Inkrafttreten der EU-Taxonomie und die zunehmenden Offenlegungsverpflichtungen der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) immer mehr Investoren einen Fokus auf Nachhaltigkeitsaspekte legen würden. Zudem hätten Emittenten einen wachsenden Anreiz, grün zu emittieren. So gelinge es mittlerweile einigen Emittenten, ihre grünen Anleihen zu günstigeren Konditionen zu platzieren als ihre konventionellen Anleihen (Greenium).
Getrieben werde das starke Marktwachstum künftig vor allem vom EU-Wiederaufbaufonds: 30% des Gesamtvolumens von 750 Milliarden Euro, also 225 Milliarden Euro, sollten in Klimaschutzprojekte fließen und folglich über Green Bonds der EU finanziert werden. Damit dürfte die EU größter Green-Bond-Emittent werden und dem Green-Bond-Markt weiterhin zu überproportionalen Wachstumsraten verhelfen. Mit dem Beginn der Emission der EU-Green-Bonds sei aller Voraussicht nach im September 2021 zu rechnen.
Wichtig für die dynamische Entwicklung des Green-Bond-Marktes sei aber auch, dass die Emission von Green Bonds in vielen Fällen eine Win-win-Situation für Emittenten und Investoren geworden sei. Emittenten würden oft von günstigeren Refinanzierungskonditionen in Form des Greeniums profitieren, obwohl die Anforderungen an die Offenlegungs- und Berichtspflichten zunächst kostspielig seien.
Zudem erreiche der Emittent die Gruppe nachhaltiger Investoren und diversifiziere damit seine Investorenbasis. Die Investoren würden von der hohen Nachfrage nach grünen Anleihen profitieren, die Chancen auf überdurchschnittliche Kursgewinne biete, und zugleich eine direkte positive Wirkung auf die Umwelt im Sinne des Impact Investings erreichen. Das gelte ebenso für Social Bonds der EU. In der Regel müssten Investoren auf dem Primärmarkt nicht mal einen Renditeabschlag hinnehmen.
Am Green-Bond-Markt hingegen würden EU-Anleihen schon bald den größten Teil einnehmen. Mit einem Volumen von 36 Milliarden Euro und 8% Marktanteil sei Frankreich derzeit größter Green-Bond-Emittent. Dieses Volumen dürfte unter der Annahme eines proportionalen Emissionsfortschritts bereits innerhalb eines Jahres durch die EU erreicht und dann rasch deutlich übertroffen werden. In diesem Jahr habe die EU bislang erst konventionelle Anleihen und Social Bonds für etwa 100 Milliarden Euro begeben. Unter Berücksichtigung unserer Emissionsprognose für die EU (etwa 160 Milliarden Euro für 2021) wird sie noch etwa 60 Milliarden Euro aufnehmen müssen, wovon etwa 30% auf Green Bonds entfallen dürften, so die Experten der BANTLEON AG.
Der stetig wachsende Anteil der grünen Anleihen am Gesamtmarkt führe dazu, dass Green Bonds immer stärker in Performance-Benchmarks vertreten seien, an denen Investoren sich zur Steuerung ihrer Portfolios orientieren würden. Folglich dürfte die Bedeutung von Green Bonds auch in nicht-nachhaltigen Anleihenportfolios zunehmen.
Etablierte Emittenten hätten bereits grüne Anleihen mit einem Renditeabschlag zu konventionellen Anleihen begeben können. Dieser Abschlag habe sich im Zeitverlauf konstant gehalten oder sogar erhöht. Beispielsweise hätten Investoren der ersten grünen deutschen Bundesanleihe, die im September 2020 begeben worden sei, für die positive Umweltwirkung und die nachhaltige Eigenschaft auf 1 Basispunkt Rendite verzichtet. Dennoch hätten sie mit dem Green Bond eine Outperformance von 0,4%-Punkten gegenüber der konventionellen Zwillingsanleihe erzielen können, die aus der weiter rückläufigen Renditedifferenz, dem Greenium, entstanden sei.
Das scheine absolut betrachtet sehr wenig zu sein, sei angesichts der ohnehin sehr tiefen Zinsen aber ein beachtlicher Wert. Die Renditedifferenz zwischen der grünen und konventionellen Zwillingsanleihe betrage nun 6 Basispunkte. Erklären lasse sich dies mit der überproportional hohen Nachfrage nach grünen Anleihen, der attraktiven 10-jährigen Laufzeit und dem Top-Rating "AAA" der Bundesrepublik Deutschland. Die Attraktivität für Investoren zeige sich auch daran, dass die Überzeichnungsquoten bei Green-Bond-Emissionen oft höher ausfallen würden als bei konventionellen Anleihen.
Der Renditeabschlag in Form des Greeniums ergebe sich aus der relativen Attraktivität einer grünen Anleihe gegenüber anderen konventionellen Anleihen. So seien besonders gefragte Laufzeiten, Erstemissionen neuer Emittenten (zusätzliche Diversifikation) oder auch bestimmte Ratingstufen (zum Beispiel grüne High-Yield-Emissionen) sehr gefragt und würden daher mehr Spielraum für ein höheres Greenium lassen. Grüne Staatsanleihen kurzer und mittlerer Laufzeiten, die bis zur Emission der grünen Bundesanleihen kaum vorhanden gewesen seien, würden ebenfalls hohe Zeichnungsvolumina anziehen.
Auch die Struktur in der Haftungskaskade sei ein wichtiger Faktor für das Greenium. So seien nachrangige Industrieanleihen (Corporate Hybrids) bisher kaum im Green-Bond-Markt vertreten. Eine solche Emission biete folglich das Potenzial hoher Überzeichnungsquoten und damit mehr Spielraum für ein Greenium. Darüber hinaus würden auch weiche Faktoren wie die Offenlegungstransparenz und der Turnus von Publikationen eine Rolle spielen.
Mit dem wachsenden Angebot wachse aber auch die Gefahr von Greenwashing. Anleger sollten bei Investments in Green Bonds und Social Bonds nicht einem Siegel oder der Konformität mit der EU-Taxonomie vertrauen. Derzeit gebe es keinen einheitlichen und verbindlichen Green-Bond-Standard, weshalb pauschale Zertifizierungen in den wenigsten Fällen mit den individuellen Erwartungen der Emittenten übereinstimmen würden. Zudem würden Emittenten vereinzelt Green Bonds nutzen, um bereits bestehende Projekte zu refinanzieren. Dies schaffe keinen Mehrwert, weshalb die Impact-Komponente des Instruments hier angezweifelt werden könne. Die EU-Taxonomie habe mit einem einheitlichen Rahmenwerk zwar etwas Klarheit geschaffen, aber eine sorgfältige Analyse der Green Bonds und der Mittelverwendung sei dennoch sinnvoll. Deshalb sei von breit gestreuten passiven Investitionen, beispielsweise über ETFs, ohne Analyse der Mittelverwendung abzuraten, um Greenwashing zu vermeiden. (29.07.2021/alc/a/a)


