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Globale Zinsentwicklung - Niedrigzinsumfeld verlängert sich
02.02.16 09:36
Bank J. Safra Sarasin AG
Basel (www.anleihencheck.de) - Es ist sicherlich eine Überraschung für die meisten Finanzmarktakteure gewesen als die Bank of Japan letzte Woche ihren Einlagenzins ins Negative gesenkt hat, so Karsten Junius, Chefökonom, Bank J. Safra Sarasin AG.
Mit dem dreiteiligen System gleiche das japanische System sehr stark dem Schweizer Negativzins, bei dem große Teile der Bankeinlagen bei der Zentralbank vom Negativzins ausgenommen seien. Existierende Bankeinlagen seien ausgenommen und für gewisse Bilanzpositionen wie die Mindestreserven würden keine Zinsen verlangt. Effektiv führe dies dazu, dass die absolute Zinsbelastung der Banken möglichst klein gehalten werde, während der Geldmarktzins um den vollen Umfang der Zinssenkung zurückgehe. Schließlich bilde sich der Zins, wie jeder Preis, aus Grenzkosten- bzw. Nutzen der letzten Transaktion: Ein sehr intelligentes geldpolitisches Design, das vor der Dezembersitzung der EZB auch für Euroland schon einmal diskutiert worden sei und auf das die SNB auch für die Zukunft kein Copyright habe.
Die Bank of Japan habe erklärt, dass sie mit ihrer Geldpolitik die ganze Zinsstrukturkurve senken möchte. Vor allem dürfte ihr neues Zinssystem aber eine Stoßrichtung haben - nämlich den Wechselkurs zu reduzieren. Kurzfristig gebe der Devisenmarkt der Bank of Japan Recht. Auch die Erfahrung der Schweizer Nationalbank zeige, dass Negativzinsen eine stark abschreckende Wirkung hätten. Allerdings stelle sich die Frage, welche Wirkung sich am Devisenmarkt einstelle, wenn alle Zentralbanken Negativzinsen einführen würden. Die heimische Kreditvergabe möge von einer noch länger extrem niedrig bleibenden Zinsstrukturkurve profitieren.
Aber die Effekte am Devisenmarkt seien ein Nullsummenspiel - da nicht alle Länder gleichzeitig ihre Währung schwächen könnten. Im Gegenteil - Länder, in denen die Zentralbank bislang nicht über eine Lockerung der Geldpolitik nachgedacht habe, könnten ihre Politik überdenken. So werde eine Zinserhöhung durch die amerikanische Notenbank im März nicht nur wegen der aktuellen Finanzmarktturbulenzen, der Schwäche Chinas oder des öl produzierenden Sektors unwahrscheinlicher, sondern auch deshalb, weil sie sich damit alleine gegen einen Trend in die andere Richtung stellen würde. Das berge Risiken über die Reputationseffekte hinaus.
Es bedürfe daher inzwischen wohl eines sehr starken ISM-Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe und eines kräftigen Stellenzuwachses beim Arbeitsmarktbericht am Freitag, dass sich die FED dem aktuellen Trend entziehen könne und auch ihre öffentlichen Statements auf die Wahrscheinlichkeit einer längeren Zinserhöhungspause hinweise. Den Anfang werde nächsten Monat in jedem Fall die EZB am 10. März machen. Die FED tage am 17. März und die SNB am 18. März. Normalerweise würde man erwarten, dass die SNB der EZB bei einer weiteren Zinssenkung folge. Angesichts des zuletzt erstaunlich schwachen CHF müsse sie das aber vielleicht gar nicht. Und die Zinsen würden im aktuellen weltwirtschaftlichen Umfeld auch so wohl eher niedrig bleiben. (02.02.2016/alc/a/a)
Mit dem dreiteiligen System gleiche das japanische System sehr stark dem Schweizer Negativzins, bei dem große Teile der Bankeinlagen bei der Zentralbank vom Negativzins ausgenommen seien. Existierende Bankeinlagen seien ausgenommen und für gewisse Bilanzpositionen wie die Mindestreserven würden keine Zinsen verlangt. Effektiv führe dies dazu, dass die absolute Zinsbelastung der Banken möglichst klein gehalten werde, während der Geldmarktzins um den vollen Umfang der Zinssenkung zurückgehe. Schließlich bilde sich der Zins, wie jeder Preis, aus Grenzkosten- bzw. Nutzen der letzten Transaktion: Ein sehr intelligentes geldpolitisches Design, das vor der Dezembersitzung der EZB auch für Euroland schon einmal diskutiert worden sei und auf das die SNB auch für die Zukunft kein Copyright habe.
Aber die Effekte am Devisenmarkt seien ein Nullsummenspiel - da nicht alle Länder gleichzeitig ihre Währung schwächen könnten. Im Gegenteil - Länder, in denen die Zentralbank bislang nicht über eine Lockerung der Geldpolitik nachgedacht habe, könnten ihre Politik überdenken. So werde eine Zinserhöhung durch die amerikanische Notenbank im März nicht nur wegen der aktuellen Finanzmarktturbulenzen, der Schwäche Chinas oder des öl produzierenden Sektors unwahrscheinlicher, sondern auch deshalb, weil sie sich damit alleine gegen einen Trend in die andere Richtung stellen würde. Das berge Risiken über die Reputationseffekte hinaus.
Es bedürfe daher inzwischen wohl eines sehr starken ISM-Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe und eines kräftigen Stellenzuwachses beim Arbeitsmarktbericht am Freitag, dass sich die FED dem aktuellen Trend entziehen könne und auch ihre öffentlichen Statements auf die Wahrscheinlichkeit einer längeren Zinserhöhungspause hinweise. Den Anfang werde nächsten Monat in jedem Fall die EZB am 10. März machen. Die FED tage am 17. März und die SNB am 18. März. Normalerweise würde man erwarten, dass die SNB der EZB bei einer weiteren Zinssenkung folge. Angesichts des zuletzt erstaunlich schwachen CHF müsse sie das aber vielleicht gar nicht. Und die Zinsen würden im aktuellen weltwirtschaftlichen Umfeld auch so wohl eher niedrig bleiben. (02.02.2016/alc/a/a)


