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Das Gespenst der Schuldenkrise kehrt zurück
20.06.13 15:52
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die großzügige Geldpolitik hat die Schuldenprobleme nur übertüncht, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Gewiss, sie seien bei der großen Allgemeinheit nicht besonders beliebt. Aber oft würden sie einen besonderen Scharfsinn bei der Beurteilung von Kapitalmarktfragen pflegen. Die Rede sei von den Hedgefonds-Managern, die bei einem Branchentreffen in dieser Woche ihre Befürchtungen geäußert hätten, wonach sich die Glutnester der weiterhin schwelenden Euro-Schuldenkrise wieder zu einem Flächenbrand entfachen könnten. Sorgenvoll werde die aggressive, ja "ultralockere" Geldpolitik Japans beurteilt, die die Branche als gewagtes Experiment ansehe. Auch die großzügige Geldpolitik in der Euro-Zone möge einem weiteren Zweck dienen, als dem der vorgegebenen Rettung des Euro: Dem Übertünchen der Haushaltsprobleme aller Euro-Schuldensünder, sowie einiger Banken und somit als Beruhigungspille für Politiker und Bürger.
Die Liste weiterer Befürchtungen der Hedgefonds-Manager sei lang: eine Rettungsaktion wie für Zypern werde es wahrscheinlich wieder geben, würden sie schätzen. Südeuropäische Banken, die zu sehr auf ihre angeschlagenen Heimatmärkte fokussiert seien, seien Gefahr gelaufen, wegen Kreditausfällen in die Bredouille zu geraten. Die Defizite in Spanien und Italien seien höher als erwartet. Die Rezession und die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in einigen Ländern hätten "einen holprigen Weg" erwarten lassen. Das sei noch gelinde gesagt, denn welchen Weg würden wohl spanische oder portugiesische Jugendliche beschreiten, wenn sie nichts anderes kennen gelernt hätten als die Perspektivlosigkeit des Arbeitslosendaseins?
Man sollte solche Aussagen der Hedgefonds-Manager als Warnschuss verstehen, der uns alle wieder wachrütteln mag, so die Experten der Baader Bank. Denn das Gespenst der Schuldenkrise in Euro-Land sei nie besiegt gewesen, man habe es durch die Liquiditätsflutung der Märkte nur versucht zu ersäufen. Aber Gespenster könnten nun mal nicht ertrinken.
Habe es seit Monaten als unumstößliche Regel gegolten, dass die US-Wirtschaft mit frischem Geld bis zum Abwinken geflutet werde, so kämen inzwischen Zweifel an der Richtigkeit solcher Maßnahmen auf. Mit anderen Worten: "Die Falken kommen!" Gestern Abend sei es dann endlich soweit gewesen und der noch amtierende Präsident der amerikanischen Notenbank (FED), Ben Bernanke, habe die weitere Vorgehensweise verkündet. Wenig Überraschendes sei hierbei zu hören gewesen, aber das sei auch nicht anders zu erwarten gewesen. Die erste Reaktion der Märkte sei allerdings verheerend. Alle Asset-Klassen würden abgestraft und es gelte in den nächsten Tagen ruhig zu analysieren, was Ben Bernanke eigentlich damit habe sagen wollen.
Alleine die Ankündigung, dass sich die Risiken für die Wirtschaft verringert hätten, sei noch kein klares Indiz für eine bevorstehende Drosselung der Konjunkturprogramme oder für eine Abkehr von der bisherigen Geldpolitik. Jedoch scheinen die Tage von Ben Bernanke grundsätzlich gezählt zu sein und somit obliegt es seinem Nachfolger bzw. seiner Nachfolgerin, die Geldpolitik der FED neu auszurichten, so die Experten der Baader Bank. Wie lange sich der US-Präsident und somit die US-Notenbank noch einen amtsmüden Präsidenten leisten könnten und möchten, sei die beherrschende Frage unter Börsianern.
Fakt sei, dass sich etwas bewegen müsse. Monatlich 85 Mrd. USD für den Ankauf von Staatsanleihen zu verwenden, könne langfristig nicht das Ziel sein. Wobei ohne Kenntnis der Fälligkeitsstruktur der angekauften Wertpapiere, sich über die Wirkungskraft dieser Maßnahme wenig sagen lasse. Denn es sei schon ein Unterschied, ob 85 Mrd. USD immer in Anleihen mit einer Restlaufzeit von zwei Jahren investiert werden oder ob ein Teilbetrag in kurzlaufenden Anleihen "zwischengeparkt" werde. Dadurch würde sich die Geldflut begrenzen lassen, denn lediglich in der Anfangsphase würde man den vollen Betrag anlegen. Ab der ersten Fälligkeit und einer gleichbleibenden Fälligkeitsstruktur würde nur noch ein um die Fälligkeit verringerter Betrag neu investiert werden.
Vielleicht sei das die Chance für den neuen bzw. die neue Notenbankchef/-in, das monatlich zur Verfügung gestellte Kapital zu reduzieren, ohne "Feuerkraft" einzubüßen. Das Geheimnis liege also in der Feinsteuerung und nicht in den absoluten Beträgen. Die Mischung mache es, ansonsten würden die Falken kommen und im Taubenschlag für Unruhe sorgen.
Während die EZB die Geldpolitik weiter locker gestalten wolle, straffe Peking die Zügel.
Die einen würden weiter fluten, die anderen würden ihre Märkte auf Entzug setzen wollen. EZB-Chef Mario Draghi gehöre zu den Flutern, nachdem er abermals betont habe, die Zügel der Geldpolitik so lange wie nötig locker zu halten. Von jeder Art des Ausstiegs aus der Politik des billigen Geldes sei die Europäische Zentralbank (EZB) weit entfernt, habe er gesagt - und sei noch weiter gegangen. Neben dem Anleihenkaufprogramm OMT und der herkömmlichen Lockerung über die Leitzinsen habe Draghi die Möglichkeit ins Spiel gebracht, die Zinsen für Bankeinlagen bei der EZB in den negativen Bereich zu senken. Ob eine Strafgebühr auf Bankeinlagen tatsächlich auch den Effekt haben würde, die schrumpfende Kreditvergabe im Euroraum anzuschieben, wäre wie ein Experiment mit offenem Ausgang.
Dass eine weitere Zinssenkung Sparern oder den Anbietern von Renten- und Lebensversicherungen nicht zupass käme, bedürfe keiner Erläuterungen mehr. Das gesamte soziale Netz sei bereits jetzt schon nicht mehr finanzierbar! Das dürfte auch Bundesbank-Chef Jens Weidmann so sehen, wenn er vor den Risiken dauerhafter Niedrigzinsen warne. Und so appelliere er nicht von ungefähr an alle Notenbanken, die extrem niedrigen geldpolitischen Zinsen rechtzeitig wieder anzuheben, wenn sich Inflationsgefahren abzeichnen würden. Ob er damit auch die EZB gemeint habe?
Ohne die Situation in Europa damit direkt vergleichen zu wollen, sei an dieser Stelle ein Blick nach China erlaubt. Dort würden die Verantwortlichen der Zentralbank zu den Bremsern gehören, die ihre Märkte auf Entzug würden setzen wollen. Den Banken im Reich der Mitte solle eine Lektion in Sachen verantwortungsvoller Kreditvergabe erteilt werden, weshalb die Zentralbanker in Peking ihnen keine weitere Liquidität mehr würden gewähren wollen. Chinas Wirtschaftsboom der vergangenen Jahre habe lange von den mit Geld gefluteten Kapitalmärkten und der daraus resultierenden lockeren Kreditvergabe profitiert. Jetzt haue Peking die Bremse rein, auch um die Zahl maroder Kredite, die man bei Chinas Banken vermute, nicht noch weiter steigen zu lassen.
Das Bundesfinanzministerium habe sich zwar zu erklären beeilt, dass die Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) an den gemeinsamen Kreditprogrammen für Irland, Portugal und Zypern nicht infrage stünden. Aber dennoch sei diese Woche eins klar geworden: Der IWF habe wohl nur vorübergehend die Rolle des Krisenhelfers in Sachen europäischer Schuldenkrise inne. Entsprechend hätten sich Vertreter europäischer Institutionen geäußert - allerdings alle mit einem Unterton, der Meinungsverschiedenheiten über den bisherigen und künftigen Rettungskurs erkennen lasse.
Habe sich der IWF, der Mitglied der Rettungs-Troika sei, zu der noch die EZB und die EU-Kommission gehören würden, doch kritisch über den Europäischen Stabilitätspakt geäußert, ja, sogar "lächerlich gemacht", wie Klaus Regling, Leiter des Rettungsfonds ESM, gesagt habe. Hinzu komme die Forderung der Washingtoner Finanzinstitution nach einem erneuten Schuldenschnitt für Griechenland. Solche Töne wolle man in Europa nicht hören. Und so habe Regling gesagt, Europa müsse die Rettungshilfen auf Dauer selbst stemmen, was nach dem Verursacherprinzip ja gar keine so schlechte Regelung wäre.
Auch wenn die öffentliche Wahrnehmung am Rentenmarkt derzeit stark von den Neuemissionen der Mittelstandsanleihen geprägt sei, hätten sich in dieser Woche zahlreiche Anleger auf einige Klassiker rückbesonnen.
Bei volumenstarken Corporates Bonds habe unter anderem eine Anleihe (ISIN XS0873432511 / WKN A1HEWZ) von Fresenius im Fokus gestanden, die bis 7/2020 laufe und eine Rendite von ca. 2,85% aufweise. Außerdem sei ein Metro-Bond mit Fälligkeit 5/2018 und rund 1,75% Rendite gefragt gewesen. Auch eine Anleihe (ISIN DE000A1R08U3 / WKN A1R08U) von Thyssen-Krupp mit Rendite von rund 3,50% und Laufzeit 8/2018 habe ihre Käufer gefunden.
Ebenso hätten Unternehmensanleihen der französischen Autobauer im Mittelpunkt des Interesses gestanden. So sei ein Bond (ISIN FR0011124544 / WKN A1GVY7) von Peugeot gesucht gewesen, der bis 3/2016 laufe und aktuell eine Rendite von rund 4,80% vorweise. Auch Renault habe mit einer Anleihe (ISIN FR0011321447 / WKN A1G9HU), die 9/2017 fällig werde und mit rund 3,25% rentiere, Aufmerksamkeit erregt.
Als interessant hätten Anleger auch eine Nachranganleihe (ISIN XS0520938647 / WKN NLB1DL) der Nord LB erachtet, die eine Rendite von rund 4,1% abwerfe und noch bis 6/2020 laufe.
Keine good news aus Spanien. Die Schuldenlast des Euro-Sorgenkindes sei bereits im ersten Quartal stark gestiegen, und zwar um 4 Punkte auf 88,2% des BIP. Damit rücke das Konsolidierungsziel von 91,4% für das Gesamtjahr 2013 weiter in die Ferne. Verantwortlich hierfür sei die anhaltend schwache Konjunktur. Das Land durchlebe sein zweites Rezessionsjahr in Folge und außerdem ziehe die Anzahl der faulen Kredite weiter an. Kein Wunder, dass Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit von Spanien bei der Note "BBB-/A-3" mit negativem Ausblick nur knapp über Ramschniveau sehe.
Auch keine good news aus Zypern. Das Euro-Krisenland im östlichen Mittelmeer wolle sein erst kürzlich geschnürtes Hilfspaket wieder vollständig aufschnüren, berichte die "Financial Times" (FT). Da man die vorgesehene Restrukturierung der beiden größten Banken des Landes nicht sorgfältig vorbereitet habe, müsse man neu an die Sache herangehen, heiße es demzufolge aus Nikosia. Außerdem hätten die Auflagen des Rettungspakets die Wirtschaft zum Erliegen gebracht, weshalb die von EU und IWF vorgegebenen Ziele nun in Gefahr seien. Die im April beschlossenen Hilfsgelder über 10 Mrd. Euro dürften ausdrücklich nicht zur Rettung der beiden größten Geldhäuser des Landes eingesetzt werden.
Und gebe es good news aus Griechenland? Nachdem Ministerpräsident Samaras vorgeschlagen habe, den Rundfunksender ERT, den er zuvor geschlossen habe, in kleinerem Umfang weiter zu betreiben, sei der Koalitionsstreit in Athen repariert. Das seien zumindest keine bad news.
Good news gebe es dagegen aus einem anderen Land, Ok, das gehöre nicht zur Euro-Zone. Aber es seien wenigstens good news. Die Rating-Agentur Fitch habe nämlich die langfristige Bonitätsnote der Schweiz von "AAA" bestätigt. Und auch der Ausblick sei von Fitch mit stabil festgelegt worden, was eine Rating-Abstufung in der nächsten Zeit eher unwahrscheinlich mache.
Am Montag sei die Daimler AG mit einer Euro-Anleihe (ISIN DE000A1TNJ97 / WKN A1TNJ9) im Volumen von 750 Mio. Euro am Kapitalmarkt aktiv geworden. Die Anleihe mit Fälligkeit 6/2021 sei mit einem Kupon von 2,00% ausgestattet und bei einer Mindeststückelung von nominal 1.000 Euro als für Privatanleger geeignet zu bezeichnen. Die erste Guidance habe sich im Bereich von +55 bis +60 BP über Mid Swap bewegt und exakt am unteren Ende dieser Spanne sei die Anleihe schließlich gepreist worden.
Am gestrigen Mittwoch habe auch Bacardi, Hersteller und Vertreiber von Spirituosen und alkoholischen Mischgetränken in weltweit über 100 Ländern, die Hilfe des Kapitalmarktes in Anspruch genommen und eine zehnjährige Benchmark-Anleihe emittiert. Ausgestattet mit einem Kupon von 2,75% sei die Emission im Volumen von 650 Mio. Euro bei einem Spread +95 BP gegenüber Mid Swap begeben worden.
Früher habe Detroit als Musterbeispiel der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der USA gegolten. Doch das sei schon lange vorbei, denn inzwischen drücke die Stadtverwaltung ein Schuldenberg von 17 Mrd. USD und das mit einer Arbeitslosenquote von rund 19%. Dass die in der Gegend ansässigen Automobilbauer GM und Ford sowie die im Umland angesiedelten Zulieferer sich etwas aus ihrer misslichen Lage hätten befreien können, reiche aber nicht aus, um die Insolvenz der Stadt zu vermeiden.
Inzwischen habe der Zwangsverwalter Kevyn Orr in Detroit das Sagen, und er führe aktuell Verhandlungen über Umschuldungen, um eine Insolvenz zu vermeiden. Hierzu bediene er sich aller Mittel. So habe er eine Zahlung von 34 Mio. USD auf Pensionszertifikate ausgesetzt, um die Grundversorgung der rund 700.000 Einwohner noch gewährleisten zu können. Dieser Schritt habe wiederum unverzüglich die Rating-Agenturen auf den Plan gerufen, die ihrerseits die Schuldtitel der Stadt herabgestuft hätten, weil man die Schulden nicht mehr beglichen habe.
Ziel dieser Maßnahmen solle allerdings sein, dass ein Konkurs nach Chapter 9 der Konkursordnung vermieden werde. Denn sollte dieser Versuch scheitern, so wären die Auswirkungen am gesamten amerikanischen Kapitalmarkt spürbar. Dort würden Anleihen der Bundesstaaten und Kommunen im Volumen von ca. 3,7 Bill. USD gehandelt und im schlimmsten Fall würden die Investoren das Restvertrauen verlieren, was wiederum zu einer Erhöhung von Risikoaufschlägen führen würde. Ob Detroit noch zu retten sei, hänge nun also vom Wohlwollen der Gläubiger ab. In den vergangenen Jahrzehnten habe es zwar mit Cleveland, New York und Philadelphia Beispiele dafür gegeben, wie es zu schaffen sei, aber die damaligen Schuldenberge seien auch nicht so hoch gewesen wie die jetzigen in Detroit. Dennoch sterbe die Hoffung zuletzt.
Bereits seit Anfang Mai habe sich der Euro-Bund-Future auf seinen "Sommerurlaub" vorbereitet und sich gen Süden orientiert. Doch während der vergangenen Handelswoche scheine es, als hätte er es sich anders überlegt und für ein Reiseziel im kühleren Norden entschieden. Ob es sich hierbei lediglich um einen Kurztrip handle oder ob die Unsicherheit in Europa, den USA und Japan eine Flucht in den "Sicheren Hafen" initiiere, würden die nächsten Handelstage zeigen. Die erste Reaktion nach den Worten von Ben Bernanke lasse dies aber nicht vermuten.
Aktuell pendle das Rentenbarometer um die Marke von 142,40%, nachdem es zum Wochenstart noch von 142,79% auf 143,99% geklettert sei. Während der gesamten Woche sei die Nervosität rund um die gestrige FOMC-Sitzung spürbar gewesen und dies sei auch am Handelsvolumen des Euro-Bund-Futures ablesbar gewesen. Im Wochen-Durchschnitt habe es sich auf lediglich 0,633 Mio. Kontrakte belaufen.
Charttechnisch bleibe der Euro-Bund-Future allerdings weiterhin in seinem Abwärtskanal. Die erste Unterstützungslinie könne weiterhin bei ca. 141,80% (mehrere Januar 2013 Hochs) gezogen werden. Bei einem "Durchschlagen" dieses Sicherungsnetzes sei jedoch auch eine Reaktion bis an die Marke von 141,00% möglich. Als hartnäckiger Widerstand habe sich im Wochenverlauf der Bereich um 144,00% erwiesen, dieser bleibe auch weiterhin bestehen.
Grundsätzlich sei auch in der aktuellen Handelswoche ein Verlangen nach frischer Liquidität seitens der Staatsregierungen zu verspüren gewesen. So hätten die europäischen Staaten wie Frankreich, Niederlande, Belgien und Finnland viele Altemissionen mit den unterschiedlichsten Fälligkeiten (zwischen 2015 und 2042) aufgestockt. Auch die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland habe für diese Woche eine Kapitalmaßnahme angekündigt. Das Volumen der aktuellen zehnjährigen Anleihe (ISIN DE0001102317 / WKN 110231) sei um 5 Mrd. Euro auf insgesamt 10 Mrd. Euro erhöht worden. Die Nachfrage habe das Angebot um 50% überstiegen und die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von 1,55% erfolgt.
Dass die hohe Nachfrage nach Staatsanleihen der großen Industriestaaten nicht einem Automatismus gleiche, habe im April des Jahres die USA erfahren müssen. Im Vorfeld der Diskussionen um die zukünftige Geldpolitik der Amerikanischen Notenbank hätten ausländische Anleger die Rekordsumme von netto 30,8 Mrd. USD abgezogen. Auch ausländische Notenbanken und Staatsregierungen hätten sich von netto 23,7 Mrd. USD getrennt. Somit sei der größte Mittelabfluss seit November 2008 besiegelt gewesen.
Endlich sei der Sommer da. Das Thermometer sei stetig geklettert und habe fast tropische Temperaturen erreicht. Auch am Devisenmarkt gehe es ziemlich sommerlich zu, ohne dass die Anleger ins Schwitzen kämen. Denn die europäische Gemeinschaftswährung zeige sich weiterhin sehr beständig und konstant, ohne nennenswerte Schwankungen. Im aktuell eher ruhigen Handel sei es der Einheitswährung fast unbemerkt gelungen, die Marke von 1,34 USD zu überspringen.
Im High sei der Euro bei 1,3415 USD gehandelt worden, dem höchsten Stand seit dem 20. Februar 2013. Aktuell pendle sich der Euro um die Marke von 1,3257 USD ein. Auf hohe Temperaturen würden oft Wärmegewitter mit Hagel und Sturm folgen, die für Abkühlung sorgen würden. So bleibe abzuwarten, ob die sommerlich freundliche Stimmung am Devisenmarkt schon bald wieder zurückkehren werde oder ob die gestern infolge der FED-Sitzung aufgezogene Wolken von Dauer seien.
Nicht nur gegenüber dem Greenback habe sich der Euro vorübergehend stark gezeigt. Zum Neuseeland-Dollar habe der Euro ein neues Ein-Jahres-Hoch bei 1,7107 NZD markieren können. Im Vergleich zum Südafrikanischen Rand habe es gar für den höchsten Stand seit Dezember 2008 (13,765 ZAR) gereicht.
Auch wenn es um den Euro aktuell nicht so schlecht bestellt sei, seien Privatanleger bestrebt ihr Vermögen sinnvoll zu streuen. So würden Fremdwährungsanleihen für viele Anleger ein interessantes Investment bleiben. Dazu würden insbesondere Währungsanleihen auf Australische Dollar, Norwegische Kronen, USD und vereinzelt Südafrikanische Rand zählen.
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Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen. (20.06.2013/alc/a/a)
Gewiss, sie seien bei der großen Allgemeinheit nicht besonders beliebt. Aber oft würden sie einen besonderen Scharfsinn bei der Beurteilung von Kapitalmarktfragen pflegen. Die Rede sei von den Hedgefonds-Managern, die bei einem Branchentreffen in dieser Woche ihre Befürchtungen geäußert hätten, wonach sich die Glutnester der weiterhin schwelenden Euro-Schuldenkrise wieder zu einem Flächenbrand entfachen könnten. Sorgenvoll werde die aggressive, ja "ultralockere" Geldpolitik Japans beurteilt, die die Branche als gewagtes Experiment ansehe. Auch die großzügige Geldpolitik in der Euro-Zone möge einem weiteren Zweck dienen, als dem der vorgegebenen Rettung des Euro: Dem Übertünchen der Haushaltsprobleme aller Euro-Schuldensünder, sowie einiger Banken und somit als Beruhigungspille für Politiker und Bürger.
Die Liste weiterer Befürchtungen der Hedgefonds-Manager sei lang: eine Rettungsaktion wie für Zypern werde es wahrscheinlich wieder geben, würden sie schätzen. Südeuropäische Banken, die zu sehr auf ihre angeschlagenen Heimatmärkte fokussiert seien, seien Gefahr gelaufen, wegen Kreditausfällen in die Bredouille zu geraten. Die Defizite in Spanien und Italien seien höher als erwartet. Die Rezession und die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in einigen Ländern hätten "einen holprigen Weg" erwarten lassen. Das sei noch gelinde gesagt, denn welchen Weg würden wohl spanische oder portugiesische Jugendliche beschreiten, wenn sie nichts anderes kennen gelernt hätten als die Perspektivlosigkeit des Arbeitslosendaseins?
Man sollte solche Aussagen der Hedgefonds-Manager als Warnschuss verstehen, der uns alle wieder wachrütteln mag, so die Experten der Baader Bank. Denn das Gespenst der Schuldenkrise in Euro-Land sei nie besiegt gewesen, man habe es durch die Liquiditätsflutung der Märkte nur versucht zu ersäufen. Aber Gespenster könnten nun mal nicht ertrinken.
Habe es seit Monaten als unumstößliche Regel gegolten, dass die US-Wirtschaft mit frischem Geld bis zum Abwinken geflutet werde, so kämen inzwischen Zweifel an der Richtigkeit solcher Maßnahmen auf. Mit anderen Worten: "Die Falken kommen!" Gestern Abend sei es dann endlich soweit gewesen und der noch amtierende Präsident der amerikanischen Notenbank (FED), Ben Bernanke, habe die weitere Vorgehensweise verkündet. Wenig Überraschendes sei hierbei zu hören gewesen, aber das sei auch nicht anders zu erwarten gewesen. Die erste Reaktion der Märkte sei allerdings verheerend. Alle Asset-Klassen würden abgestraft und es gelte in den nächsten Tagen ruhig zu analysieren, was Ben Bernanke eigentlich damit habe sagen wollen.
Alleine die Ankündigung, dass sich die Risiken für die Wirtschaft verringert hätten, sei noch kein klares Indiz für eine bevorstehende Drosselung der Konjunkturprogramme oder für eine Abkehr von der bisherigen Geldpolitik. Jedoch scheinen die Tage von Ben Bernanke grundsätzlich gezählt zu sein und somit obliegt es seinem Nachfolger bzw. seiner Nachfolgerin, die Geldpolitik der FED neu auszurichten, so die Experten der Baader Bank. Wie lange sich der US-Präsident und somit die US-Notenbank noch einen amtsmüden Präsidenten leisten könnten und möchten, sei die beherrschende Frage unter Börsianern.
Fakt sei, dass sich etwas bewegen müsse. Monatlich 85 Mrd. USD für den Ankauf von Staatsanleihen zu verwenden, könne langfristig nicht das Ziel sein. Wobei ohne Kenntnis der Fälligkeitsstruktur der angekauften Wertpapiere, sich über die Wirkungskraft dieser Maßnahme wenig sagen lasse. Denn es sei schon ein Unterschied, ob 85 Mrd. USD immer in Anleihen mit einer Restlaufzeit von zwei Jahren investiert werden oder ob ein Teilbetrag in kurzlaufenden Anleihen "zwischengeparkt" werde. Dadurch würde sich die Geldflut begrenzen lassen, denn lediglich in der Anfangsphase würde man den vollen Betrag anlegen. Ab der ersten Fälligkeit und einer gleichbleibenden Fälligkeitsstruktur würde nur noch ein um die Fälligkeit verringerter Betrag neu investiert werden.
Vielleicht sei das die Chance für den neuen bzw. die neue Notenbankchef/-in, das monatlich zur Verfügung gestellte Kapital zu reduzieren, ohne "Feuerkraft" einzubüßen. Das Geheimnis liege also in der Feinsteuerung und nicht in den absoluten Beträgen. Die Mischung mache es, ansonsten würden die Falken kommen und im Taubenschlag für Unruhe sorgen.
Während die EZB die Geldpolitik weiter locker gestalten wolle, straffe Peking die Zügel.
Die einen würden weiter fluten, die anderen würden ihre Märkte auf Entzug setzen wollen. EZB-Chef Mario Draghi gehöre zu den Flutern, nachdem er abermals betont habe, die Zügel der Geldpolitik so lange wie nötig locker zu halten. Von jeder Art des Ausstiegs aus der Politik des billigen Geldes sei die Europäische Zentralbank (EZB) weit entfernt, habe er gesagt - und sei noch weiter gegangen. Neben dem Anleihenkaufprogramm OMT und der herkömmlichen Lockerung über die Leitzinsen habe Draghi die Möglichkeit ins Spiel gebracht, die Zinsen für Bankeinlagen bei der EZB in den negativen Bereich zu senken. Ob eine Strafgebühr auf Bankeinlagen tatsächlich auch den Effekt haben würde, die schrumpfende Kreditvergabe im Euroraum anzuschieben, wäre wie ein Experiment mit offenem Ausgang.
Dass eine weitere Zinssenkung Sparern oder den Anbietern von Renten- und Lebensversicherungen nicht zupass käme, bedürfe keiner Erläuterungen mehr. Das gesamte soziale Netz sei bereits jetzt schon nicht mehr finanzierbar! Das dürfte auch Bundesbank-Chef Jens Weidmann so sehen, wenn er vor den Risiken dauerhafter Niedrigzinsen warne. Und so appelliere er nicht von ungefähr an alle Notenbanken, die extrem niedrigen geldpolitischen Zinsen rechtzeitig wieder anzuheben, wenn sich Inflationsgefahren abzeichnen würden. Ob er damit auch die EZB gemeint habe?
Ohne die Situation in Europa damit direkt vergleichen zu wollen, sei an dieser Stelle ein Blick nach China erlaubt. Dort würden die Verantwortlichen der Zentralbank zu den Bremsern gehören, die ihre Märkte auf Entzug würden setzen wollen. Den Banken im Reich der Mitte solle eine Lektion in Sachen verantwortungsvoller Kreditvergabe erteilt werden, weshalb die Zentralbanker in Peking ihnen keine weitere Liquidität mehr würden gewähren wollen. Chinas Wirtschaftsboom der vergangenen Jahre habe lange von den mit Geld gefluteten Kapitalmärkten und der daraus resultierenden lockeren Kreditvergabe profitiert. Jetzt haue Peking die Bremse rein, auch um die Zahl maroder Kredite, die man bei Chinas Banken vermute, nicht noch weiter steigen zu lassen.
Das Bundesfinanzministerium habe sich zwar zu erklären beeilt, dass die Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) an den gemeinsamen Kreditprogrammen für Irland, Portugal und Zypern nicht infrage stünden. Aber dennoch sei diese Woche eins klar geworden: Der IWF habe wohl nur vorübergehend die Rolle des Krisenhelfers in Sachen europäischer Schuldenkrise inne. Entsprechend hätten sich Vertreter europäischer Institutionen geäußert - allerdings alle mit einem Unterton, der Meinungsverschiedenheiten über den bisherigen und künftigen Rettungskurs erkennen lasse.
Habe sich der IWF, der Mitglied der Rettungs-Troika sei, zu der noch die EZB und die EU-Kommission gehören würden, doch kritisch über den Europäischen Stabilitätspakt geäußert, ja, sogar "lächerlich gemacht", wie Klaus Regling, Leiter des Rettungsfonds ESM, gesagt habe. Hinzu komme die Forderung der Washingtoner Finanzinstitution nach einem erneuten Schuldenschnitt für Griechenland. Solche Töne wolle man in Europa nicht hören. Und so habe Regling gesagt, Europa müsse die Rettungshilfen auf Dauer selbst stemmen, was nach dem Verursacherprinzip ja gar keine so schlechte Regelung wäre.
Auch wenn die öffentliche Wahrnehmung am Rentenmarkt derzeit stark von den Neuemissionen der Mittelstandsanleihen geprägt sei, hätten sich in dieser Woche zahlreiche Anleger auf einige Klassiker rückbesonnen.
Bei volumenstarken Corporates Bonds habe unter anderem eine Anleihe (ISIN XS0873432511 / WKN A1HEWZ) von Fresenius im Fokus gestanden, die bis 7/2020 laufe und eine Rendite von ca. 2,85% aufweise. Außerdem sei ein Metro-Bond mit Fälligkeit 5/2018 und rund 1,75% Rendite gefragt gewesen. Auch eine Anleihe (ISIN DE000A1R08U3 / WKN A1R08U) von Thyssen-Krupp mit Rendite von rund 3,50% und Laufzeit 8/2018 habe ihre Käufer gefunden.
Ebenso hätten Unternehmensanleihen der französischen Autobauer im Mittelpunkt des Interesses gestanden. So sei ein Bond (ISIN FR0011124544 / WKN A1GVY7) von Peugeot gesucht gewesen, der bis 3/2016 laufe und aktuell eine Rendite von rund 4,80% vorweise. Auch Renault habe mit einer Anleihe (ISIN FR0011321447 / WKN A1G9HU), die 9/2017 fällig werde und mit rund 3,25% rentiere, Aufmerksamkeit erregt.
Als interessant hätten Anleger auch eine Nachranganleihe (ISIN XS0520938647 / WKN NLB1DL) der Nord LB erachtet, die eine Rendite von rund 4,1% abwerfe und noch bis 6/2020 laufe.
Keine good news aus Spanien. Die Schuldenlast des Euro-Sorgenkindes sei bereits im ersten Quartal stark gestiegen, und zwar um 4 Punkte auf 88,2% des BIP. Damit rücke das Konsolidierungsziel von 91,4% für das Gesamtjahr 2013 weiter in die Ferne. Verantwortlich hierfür sei die anhaltend schwache Konjunktur. Das Land durchlebe sein zweites Rezessionsjahr in Folge und außerdem ziehe die Anzahl der faulen Kredite weiter an. Kein Wunder, dass Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit von Spanien bei der Note "BBB-/A-3" mit negativem Ausblick nur knapp über Ramschniveau sehe.
Auch keine good news aus Zypern. Das Euro-Krisenland im östlichen Mittelmeer wolle sein erst kürzlich geschnürtes Hilfspaket wieder vollständig aufschnüren, berichte die "Financial Times" (FT). Da man die vorgesehene Restrukturierung der beiden größten Banken des Landes nicht sorgfältig vorbereitet habe, müsse man neu an die Sache herangehen, heiße es demzufolge aus Nikosia. Außerdem hätten die Auflagen des Rettungspakets die Wirtschaft zum Erliegen gebracht, weshalb die von EU und IWF vorgegebenen Ziele nun in Gefahr seien. Die im April beschlossenen Hilfsgelder über 10 Mrd. Euro dürften ausdrücklich nicht zur Rettung der beiden größten Geldhäuser des Landes eingesetzt werden.
Und gebe es good news aus Griechenland? Nachdem Ministerpräsident Samaras vorgeschlagen habe, den Rundfunksender ERT, den er zuvor geschlossen habe, in kleinerem Umfang weiter zu betreiben, sei der Koalitionsstreit in Athen repariert. Das seien zumindest keine bad news.
Good news gebe es dagegen aus einem anderen Land, Ok, das gehöre nicht zur Euro-Zone. Aber es seien wenigstens good news. Die Rating-Agentur Fitch habe nämlich die langfristige Bonitätsnote der Schweiz von "AAA" bestätigt. Und auch der Ausblick sei von Fitch mit stabil festgelegt worden, was eine Rating-Abstufung in der nächsten Zeit eher unwahrscheinlich mache.
Am gestrigen Mittwoch habe auch Bacardi, Hersteller und Vertreiber von Spirituosen und alkoholischen Mischgetränken in weltweit über 100 Ländern, die Hilfe des Kapitalmarktes in Anspruch genommen und eine zehnjährige Benchmark-Anleihe emittiert. Ausgestattet mit einem Kupon von 2,75% sei die Emission im Volumen von 650 Mio. Euro bei einem Spread +95 BP gegenüber Mid Swap begeben worden.
Früher habe Detroit als Musterbeispiel der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der USA gegolten. Doch das sei schon lange vorbei, denn inzwischen drücke die Stadtverwaltung ein Schuldenberg von 17 Mrd. USD und das mit einer Arbeitslosenquote von rund 19%. Dass die in der Gegend ansässigen Automobilbauer GM und Ford sowie die im Umland angesiedelten Zulieferer sich etwas aus ihrer misslichen Lage hätten befreien können, reiche aber nicht aus, um die Insolvenz der Stadt zu vermeiden.
Inzwischen habe der Zwangsverwalter Kevyn Orr in Detroit das Sagen, und er führe aktuell Verhandlungen über Umschuldungen, um eine Insolvenz zu vermeiden. Hierzu bediene er sich aller Mittel. So habe er eine Zahlung von 34 Mio. USD auf Pensionszertifikate ausgesetzt, um die Grundversorgung der rund 700.000 Einwohner noch gewährleisten zu können. Dieser Schritt habe wiederum unverzüglich die Rating-Agenturen auf den Plan gerufen, die ihrerseits die Schuldtitel der Stadt herabgestuft hätten, weil man die Schulden nicht mehr beglichen habe.
Ziel dieser Maßnahmen solle allerdings sein, dass ein Konkurs nach Chapter 9 der Konkursordnung vermieden werde. Denn sollte dieser Versuch scheitern, so wären die Auswirkungen am gesamten amerikanischen Kapitalmarkt spürbar. Dort würden Anleihen der Bundesstaaten und Kommunen im Volumen von ca. 3,7 Bill. USD gehandelt und im schlimmsten Fall würden die Investoren das Restvertrauen verlieren, was wiederum zu einer Erhöhung von Risikoaufschlägen führen würde. Ob Detroit noch zu retten sei, hänge nun also vom Wohlwollen der Gläubiger ab. In den vergangenen Jahrzehnten habe es zwar mit Cleveland, New York und Philadelphia Beispiele dafür gegeben, wie es zu schaffen sei, aber die damaligen Schuldenberge seien auch nicht so hoch gewesen wie die jetzigen in Detroit. Dennoch sterbe die Hoffung zuletzt.
Bereits seit Anfang Mai habe sich der Euro-Bund-Future auf seinen "Sommerurlaub" vorbereitet und sich gen Süden orientiert. Doch während der vergangenen Handelswoche scheine es, als hätte er es sich anders überlegt und für ein Reiseziel im kühleren Norden entschieden. Ob es sich hierbei lediglich um einen Kurztrip handle oder ob die Unsicherheit in Europa, den USA und Japan eine Flucht in den "Sicheren Hafen" initiiere, würden die nächsten Handelstage zeigen. Die erste Reaktion nach den Worten von Ben Bernanke lasse dies aber nicht vermuten.
Aktuell pendle das Rentenbarometer um die Marke von 142,40%, nachdem es zum Wochenstart noch von 142,79% auf 143,99% geklettert sei. Während der gesamten Woche sei die Nervosität rund um die gestrige FOMC-Sitzung spürbar gewesen und dies sei auch am Handelsvolumen des Euro-Bund-Futures ablesbar gewesen. Im Wochen-Durchschnitt habe es sich auf lediglich 0,633 Mio. Kontrakte belaufen.
Charttechnisch bleibe der Euro-Bund-Future allerdings weiterhin in seinem Abwärtskanal. Die erste Unterstützungslinie könne weiterhin bei ca. 141,80% (mehrere Januar 2013 Hochs) gezogen werden. Bei einem "Durchschlagen" dieses Sicherungsnetzes sei jedoch auch eine Reaktion bis an die Marke von 141,00% möglich. Als hartnäckiger Widerstand habe sich im Wochenverlauf der Bereich um 144,00% erwiesen, dieser bleibe auch weiterhin bestehen.
Grundsätzlich sei auch in der aktuellen Handelswoche ein Verlangen nach frischer Liquidität seitens der Staatsregierungen zu verspüren gewesen. So hätten die europäischen Staaten wie Frankreich, Niederlande, Belgien und Finnland viele Altemissionen mit den unterschiedlichsten Fälligkeiten (zwischen 2015 und 2042) aufgestockt. Auch die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland habe für diese Woche eine Kapitalmaßnahme angekündigt. Das Volumen der aktuellen zehnjährigen Anleihe (ISIN DE0001102317 / WKN 110231) sei um 5 Mrd. Euro auf insgesamt 10 Mrd. Euro erhöht worden. Die Nachfrage habe das Angebot um 50% überstiegen und die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von 1,55% erfolgt.
Dass die hohe Nachfrage nach Staatsanleihen der großen Industriestaaten nicht einem Automatismus gleiche, habe im April des Jahres die USA erfahren müssen. Im Vorfeld der Diskussionen um die zukünftige Geldpolitik der Amerikanischen Notenbank hätten ausländische Anleger die Rekordsumme von netto 30,8 Mrd. USD abgezogen. Auch ausländische Notenbanken und Staatsregierungen hätten sich von netto 23,7 Mrd. USD getrennt. Somit sei der größte Mittelabfluss seit November 2008 besiegelt gewesen.
Endlich sei der Sommer da. Das Thermometer sei stetig geklettert und habe fast tropische Temperaturen erreicht. Auch am Devisenmarkt gehe es ziemlich sommerlich zu, ohne dass die Anleger ins Schwitzen kämen. Denn die europäische Gemeinschaftswährung zeige sich weiterhin sehr beständig und konstant, ohne nennenswerte Schwankungen. Im aktuell eher ruhigen Handel sei es der Einheitswährung fast unbemerkt gelungen, die Marke von 1,34 USD zu überspringen.
Im High sei der Euro bei 1,3415 USD gehandelt worden, dem höchsten Stand seit dem 20. Februar 2013. Aktuell pendle sich der Euro um die Marke von 1,3257 USD ein. Auf hohe Temperaturen würden oft Wärmegewitter mit Hagel und Sturm folgen, die für Abkühlung sorgen würden. So bleibe abzuwarten, ob die sommerlich freundliche Stimmung am Devisenmarkt schon bald wieder zurückkehren werde oder ob die gestern infolge der FED-Sitzung aufgezogene Wolken von Dauer seien.
Nicht nur gegenüber dem Greenback habe sich der Euro vorübergehend stark gezeigt. Zum Neuseeland-Dollar habe der Euro ein neues Ein-Jahres-Hoch bei 1,7107 NZD markieren können. Im Vergleich zum Südafrikanischen Rand habe es gar für den höchsten Stand seit Dezember 2008 (13,765 ZAR) gereicht.
Auch wenn es um den Euro aktuell nicht so schlecht bestellt sei, seien Privatanleger bestrebt ihr Vermögen sinnvoll zu streuen. So würden Fremdwährungsanleihen für viele Anleger ein interessantes Investment bleiben. Dazu würden insbesondere Währungsanleihen auf Australische Dollar, Norwegische Kronen, USD und vereinzelt Südafrikanische Rand zählen.
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Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



