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Geldpolitik wirkt


15.08.23 08:45
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Inflationsbekämpfung war, ist und bleibt maßgeblich für die Kapitalmarktentwicklung, so die Analysten der DekaBank.

Die unerträglich hohen Inflationsraten aus dem vergangenen Herbst liegen deutlich hinter uns, berichten die Analysten der DekaBank. Die Preissteigerungen seien freilich immer noch zu hoch und zu weit von den Zielen der Notenbanken entfernt, als dass diese jetzt schon die finale Entwarnung bezüglich der Inflationsprozesse geben könnten. Doch würden die frisch veröffentlichten moderaten US-Inflationszahlen für Juli (+3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat) dazu passen, dass der Leitzinsgipfel erreicht sei.

Auch entwickele sich der Arbeitsmarkt in den USA in ruhigeren Bahnen. Die geldpolitische Straffung der vergangenen Monate wirke sich zunehmend dämpfend auf die konjunkturelle Entwicklung aus. Dies habe auch zu einer durchwachseneren Berichtssaison der Unternehmen beigetragen. Bei allen Unwägbarkeiten über die nächsten Konjunktur- und Inflationsdaten würden die erwarteten Leitzinssenkungen im kommenden Jahr sukzessive in den Marktfokus rücken. Dies werde Aktienmärkte nach einer durchaus wechselhaften Woche perspektivisch unterstützen.

Die Notenbanken würden gerne auf die Datenabhängigkeit ihrer nächsten geldpolitischen Entscheidungen hinweisen. Die Indikatorveröffentlichungen dieser Woche würden dabei die konjunkturelle Divergenz zwischen den robusteren USA und dem schwächeren Europa belegen. Vor allem in Deutschland laufe es derzeit nicht rund, hier dürfte die ZEW-Konjunkturumfrage abermals enttäuschende Nachrichten liefern. In den USA seien leicht höhere Einzelhandelsumsätze und eine etwas gestiegene Industrieproduktion zu erwarten. Kurzum: Der geldpolitische Restriktionskurs könnte mit einer sanften Landung statt einer schmerzhaften Rezession der US-Volkswirtschaft gelingen. (Ausgabe vom 14.08.2023) (15.08.2023/alc/a/a)