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Die Geldpolitik wird auf absehbare Zeit kein Gegenwind sein
30.10.19 09:00
Unigestion
Genf (www.anleihencheck.de) - Seit einigen Monaten weisen wir darauf hin, dass die globalen Makrobedingungen für risikoreiche Anlagen eher günstig sind, so die Experten von Unigestion.
Seit April dieses Jahres liegt unser globaler Wachstums Nowcaster in der Nähe seines Potenzials, was darauf hindeutet, dass die Weltwirtschaft insgesamt mit einer angemessenen Geschwindigkeit wächst, so die Experten von Unigestion. Diese Wachstumsrate führe nicht zu Kapazitätsengpässen oder zunehmender Konjunkturschwäche und sei daher ein günstiges Umfeld für wachstumsorientierte Vermögenswerte. In früheren Perioden, in denen unser Wachstums Nowcaster um sein Potenzial herum schwankte, stiegen globale Aktien in den Folgemonaten im Durchschnitt um 0,9% und erzielten in 62% dieser Monate positive Renditen, so die Experten von Unigestion. Dies stehe im Einklang mit ihrem langfristigen Verhalten (0,8% Gesamtrendite mit 63% der Monate positiv). Wichtig sei, dass sich das Wachstum in jüngster Zeit sowohl in den Industrieländern als auch in den Schwellenländern beschleunigt habe. Der Diffusionsindex, der den Anteil der sich verbessernden Daten messe, deute auf eine steigende Wachstumsdynamik hin.
Die schwächsten Komponenten seien in jüngster Zeit Umfragen gewesen wie z.B. Einkaufsmanagerindices, die aufgrund der Ungewissheit anfällig für Stimmungsschwankungen seien. Dies seien auch die ersten Indikatoren, die sich verändern würden, wenn sich die Unsicherheit verringere. Interessanterweise sei das Bild bei der Betrachtung der anderen Daten positiver. Ende 2018 bis Anfang 2019 hätten die Daten auf einen Einfluss der Effekte der Handelsunsicherheiten auf die Realwirtschaft hingedeutet, als sich verschiedene Indikatoren des globalen Handels verschlechtert hätten. Die Wende der globalen Geldpolitik von einer Straffung zur Lockerung habe seitdem recht gut funktioniert, da die Verlangsamung anscheinend weitgehend, wenn auch mit Verzögerung, ausgeglichen worden sei. Stimulierungsmaßnahmen der chinesischen Regierung hätten auch zur Unterstützung der Binnenwirtschaft beigetragen, die den größten Beitrag zum globalen Wachstum leiste. Das Ergebnis dieses Zusammenwirkens von Geld- und Fiskalpolitik sei ein widerstandsfähiger Konsum und stützende Finanzbedingungen für die Weltwirtschaft, nicht die Rezession, die einige noch vor wenigen Wochen befürchtet hätten.
Letzte Woche, in Mario Draghi's letzter Sitzung als Präsident, habe die EZB ihre unterstützende Haltung bestätigt. Christine Lagarde sollte den Kurs ihres Vorgängers beibehalten, wenn sie im nächsten Monat das Amt des Präsidenten übernehme. In den USA erwarte man, dass die FED diese Woche die Zinsen um weitere 25 Basispunkte senke. Die Zinssenkung werde vom Markt weithin erwartet (90% Wahrscheinlichkeit) und keiner der FED-Sprecher habe dem widersprochen. Der Konsens am Markt sei, dass die voraussichtliche Senkung dieser Woche die letzte der "mittelfristigen Anpassungen" für dieses Jahr sein werde. Auch wenn die Geldpolitik in den kommenden Monaten nicht mehr so ausgeprägt sein werde wie bisher, sei es unwahrscheinlich, dass sie die Märkte belasten werde: Jede Straffung erfordere eine globale Konjunkturerholung und eine starke Reflation. Darüber hinaus seien die Markterwartungen hinsichtlich weiterer monetärer Unterstützung wieder realistisch geworden.
Das positivere Bild für den globalen Handel sei ein wichtiger Grund, warum Entscheidungsträger und Investoren weniger Bedarf für monetäre Unterstützung sähen. Neben der Wirksamkeit der von den Zentralbanken bereits ergriffenen Maßnahmen hätten sich in den letzten Wochen die Beziehungen zwischen den USA und China aufgetaut. Die Experten von Unigestion würden jedoch davon ausgehen, dass die Unsicherheit im Handel und die Spannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt noch einige Zeit anhalten würden. Gegenwärtig seien beide Seiten allerdings bereit, einen Deal zu machen, auch wenn es nicht um ein großartiges Abkommen handeln würde. Ein solches Ereignis wäre positiv für risikoreiche Anlagen, da es eine der Hauptquellen der Ungewissheit der letzten zwei Jahre in gewissem Maße reduzieren würde.
Eine weitere seit langem bestehende Quelle der Unsicherheit scheine sich ebenfalls einer Lösung zu nähern: Der Brexit. In der vergangenen Woche habe sich das britische Parlament bereit erklärt, die Situation zu klären, als es für das Rücktrittsabkommen gestimmt habe, obwohl der Zeitplan für eine notwendige Verlängerung noch nicht festgelegt sei. Gleichwohl sei die Möglichkeit eines No-Deal-Brexits oder einer längeren Unsicherheit viel unwahrscheinlicher geworden.
Das aktuelle Umfeld mit stabilem Wachstum, unterstützender Geldpolitik und sinkender Unsicherheit sei ein fruchtbarer Boden für riskante Vermögenswerte. Die Anleger scheinen weiterhin vorsichtig positioniert zu sein, so die Experten von Unigestion. Defensive Vermögensanlagen und Hedging-Assets seien immer noch relativ teuer, was darauf hindeute, dass bei einer Marktrally die Anleger in wachstumsorientierten Anlagen zurückkehren würden. Auch die Carry Assets seien in diesem Umfeld attraktiv, da die aktuelle defensive Positionierung der Investoren eventuelle Marktrückgänge relativ gedämpft halten sollte. Trotzdem seien die Experten von Unigestion nicht so naiv zu glauben, dass alle Risiken vom Markt angemessen bewertet würden. Sie würden es bevorzugen, solche Fehlbewertungen über optionale Strukturen oder opportunistische Geschäfte auszunutzen, während ihr zentrales Szenario positiv bleibe. (30.10.2019/alc/a/a)
Seit April dieses Jahres liegt unser globaler Wachstums Nowcaster in der Nähe seines Potenzials, was darauf hindeutet, dass die Weltwirtschaft insgesamt mit einer angemessenen Geschwindigkeit wächst, so die Experten von Unigestion. Diese Wachstumsrate führe nicht zu Kapazitätsengpässen oder zunehmender Konjunkturschwäche und sei daher ein günstiges Umfeld für wachstumsorientierte Vermögenswerte. In früheren Perioden, in denen unser Wachstums Nowcaster um sein Potenzial herum schwankte, stiegen globale Aktien in den Folgemonaten im Durchschnitt um 0,9% und erzielten in 62% dieser Monate positive Renditen, so die Experten von Unigestion. Dies stehe im Einklang mit ihrem langfristigen Verhalten (0,8% Gesamtrendite mit 63% der Monate positiv). Wichtig sei, dass sich das Wachstum in jüngster Zeit sowohl in den Industrieländern als auch in den Schwellenländern beschleunigt habe. Der Diffusionsindex, der den Anteil der sich verbessernden Daten messe, deute auf eine steigende Wachstumsdynamik hin.
Die schwächsten Komponenten seien in jüngster Zeit Umfragen gewesen wie z.B. Einkaufsmanagerindices, die aufgrund der Ungewissheit anfällig für Stimmungsschwankungen seien. Dies seien auch die ersten Indikatoren, die sich verändern würden, wenn sich die Unsicherheit verringere. Interessanterweise sei das Bild bei der Betrachtung der anderen Daten positiver. Ende 2018 bis Anfang 2019 hätten die Daten auf einen Einfluss der Effekte der Handelsunsicherheiten auf die Realwirtschaft hingedeutet, als sich verschiedene Indikatoren des globalen Handels verschlechtert hätten. Die Wende der globalen Geldpolitik von einer Straffung zur Lockerung habe seitdem recht gut funktioniert, da die Verlangsamung anscheinend weitgehend, wenn auch mit Verzögerung, ausgeglichen worden sei. Stimulierungsmaßnahmen der chinesischen Regierung hätten auch zur Unterstützung der Binnenwirtschaft beigetragen, die den größten Beitrag zum globalen Wachstum leiste. Das Ergebnis dieses Zusammenwirkens von Geld- und Fiskalpolitik sei ein widerstandsfähiger Konsum und stützende Finanzbedingungen für die Weltwirtschaft, nicht die Rezession, die einige noch vor wenigen Wochen befürchtet hätten.
Das positivere Bild für den globalen Handel sei ein wichtiger Grund, warum Entscheidungsträger und Investoren weniger Bedarf für monetäre Unterstützung sähen. Neben der Wirksamkeit der von den Zentralbanken bereits ergriffenen Maßnahmen hätten sich in den letzten Wochen die Beziehungen zwischen den USA und China aufgetaut. Die Experten von Unigestion würden jedoch davon ausgehen, dass die Unsicherheit im Handel und die Spannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt noch einige Zeit anhalten würden. Gegenwärtig seien beide Seiten allerdings bereit, einen Deal zu machen, auch wenn es nicht um ein großartiges Abkommen handeln würde. Ein solches Ereignis wäre positiv für risikoreiche Anlagen, da es eine der Hauptquellen der Ungewissheit der letzten zwei Jahre in gewissem Maße reduzieren würde.
Eine weitere seit langem bestehende Quelle der Unsicherheit scheine sich ebenfalls einer Lösung zu nähern: Der Brexit. In der vergangenen Woche habe sich das britische Parlament bereit erklärt, die Situation zu klären, als es für das Rücktrittsabkommen gestimmt habe, obwohl der Zeitplan für eine notwendige Verlängerung noch nicht festgelegt sei. Gleichwohl sei die Möglichkeit eines No-Deal-Brexits oder einer längeren Unsicherheit viel unwahrscheinlicher geworden.
Das aktuelle Umfeld mit stabilem Wachstum, unterstützender Geldpolitik und sinkender Unsicherheit sei ein fruchtbarer Boden für riskante Vermögenswerte. Die Anleger scheinen weiterhin vorsichtig positioniert zu sein, so die Experten von Unigestion. Defensive Vermögensanlagen und Hedging-Assets seien immer noch relativ teuer, was darauf hindeute, dass bei einer Marktrally die Anleger in wachstumsorientierten Anlagen zurückkehren würden. Auch die Carry Assets seien in diesem Umfeld attraktiv, da die aktuelle defensive Positionierung der Investoren eventuelle Marktrückgänge relativ gedämpft halten sollte. Trotzdem seien die Experten von Unigestion nicht so naiv zu glauben, dass alle Risiken vom Markt angemessen bewertet würden. Sie würden es bevorzugen, solche Fehlbewertungen über optionale Strukturen oder opportunistische Geschäfte auszunutzen, während ihr zentrales Szenario positiv bleibe. (30.10.2019/alc/a/a)


