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Geldpolitik weltweit im Wandel: FED neutral, EZB lockert, Japan bleibt streng
31.07.25 09:15
Capital Group
Los Angeles (www.anleihencheck.de) - Die volle Wirkung der jüngsten Handelsabkommen ist noch nicht spürbar, sodass die Geldpolitik weiterhin zwischen einer nachlassenden Konjunktur und dem Risiko anhaltender Inflation abwägen muss, so Robert Lind, Ökonom bei Capital Group.
Die US-Notenbank habe aktuell eine neutrale Haltung eingenommen, dennoch seien wir im Hinblick auf das globale Wachstum verhalten optimistisch.
Gleichzeitig würden sich erste Anzeichen einer Abschwächung in der US-Wirtschaft zeigen. Die Auswirkungen der Zölle dürften die Inflation zusätzlich anheizen und gleichzeitig das Wachstum bremsen, was den Druck auf die Fed erhöhen dürfte. Eine moderate Lockerung der Geldpolitik im weiteren Jahresverlauf erscheine möglich, auch wenn der Spielraum begrenzt sein könnte, sollte sich die Inflation als hartnäckiger erweisen als erwartet.
In Europa rechne man ebenfalls mit einer leichten Lockerung der Geldpolitik, um den Auswirkungen der Zölle und einer starken Währung gegenüber dem US-Dollar entgegenzuwirken. In Japan dürfte sich hingegen der Kurs einer schrittweisen Straffung fortsetzen. Insgesamt bleibe das globale geldpolitische Umfeld uneinheitlich. Anleger sollten aufmerksam verfolgen, wie die Zentralbanken das Spannungsfeld zwischen Inflationsrisiken und Konjunkturstützung steuern.
Kommentar zu den Aktienmärkten:
Christophe Braun, Equity Investment Director bei Capital Group, sage: "Die Führungsrolle an den Aktienmärkten hat sich in diesem Jahr allmählich über US-amerikanische und technologieorientierte Unternehmen hinaus ausgeweitet. Die entscheidende Frage ist jedoch, ob dieser Trend anhält. In einem von Unsicherheit geprägten Umfeld sollten sich Anleger nicht auf eindeutige Szenarien festlegen, sondern widerstandsfähige Portfolios aufbauen, die in unterschiedlichen Marktzyklen, Regionen und Stilrichtungen bestehen können. Flexibilität und Diversifikation sind entscheidend, um sich in einem potenziell volatileren und strukturell veränderten Marktumfeld zurechtzufinden. Unternehmen mit globaler Präsenz, breit aufgestellten Einnahmequellen und anpassungsfähigen Lieferketten könnten besonders gut gerüstet sein, um auf sich wandelnde geopolitische und handelsbezogene Rahmenbedingungen zu reagieren."
Kommentar zu den Anleihemärkten:
Peter Becker, Fixed Income Investment Director bei Capital Group, sage: "Obwohl die Fed bei ihrer jüngsten Zinssitzung beschlossen hat, die Zinsen unverändert zu lassen, bleibt die Möglichkeit von Zinssenkungen bei den kommenden Sitzungen bestehen. Die Fed balanciert dabei zwischen nachlassenden Konjunkturdaten und dem Risiko anhaltender Inflation. Ein unterstützender geldpolitischer Zyklus dürfte weiterhin qualitativ hochwertige Kreditengagements begünstigen."
Abgesehen von einem kurzzeitigen Ausverkauf im April nach dem Liberation Day hätten sich Kreditbewertungen als widerstandsfähig erwiesen, gestützt durch starke technische Faktoren. Hohe Liquidität, signifikante Barmittel am Seitenrand und anhaltende politische Unterstützung würden weiterhin zu einer Verengung der Risikoprämien führen und die Volatilität dämpfen. Diese Dynamik könne dazu beitragen, die Spreads trotz wirtschaftlicher Unsicherheit relativ eng zu halten. In einem solchen Umfeld sei eine durchdachte Positionierung entscheidend. Der Fokus auf qualitativ hochwertige Anleihen könne Portfolios schützen und gleichzeitig laufende Erträge bieten. Da die Märkte anfällig für plötzliche Richtungswechsel seien, würden Selektivität und Flexibilität von zentraler Bedeutung bleiben. Eine wichtige Lehre aus der jüngsten Volatilität sei der Wert einer soliden defensiven Allokation zur Glättung der Renditen. Die Experten von Capital Group seien überzeugt, dass qualitativ hochwertige Anleihen hierfür gut geeignet seien.
Die zugrunde liegende Stärke im Kreditbereich werde durch solide Unternehmensdaten und einen robusten Konsum gestützt - trotz handelspolitischer Unsicherheiten. Im Bereich Investment-Grade-Unternehmensanleihen seien die Kreditkennzahlen im historischen Vergleich besonders stark. Chancen würden sich in Segmenten wie europäischen Banken, US-Energieversorgern und der Pharmaindustrie ergeben. Diese Anleihen würden zudem Duration bieten, was bei einer anhaltenden wirtschaftlichen Abkühlung hilfreich sein könne. Vor dem Hintergrund gesunder Unternehmensbilanzen und eines widerstandsfähigen Konsums seien die Experten von Capital Group überzeugt, dass qualitativ hochwertige Anleihen weiterhin die defensive Stütze liefern könnten, die Portfolios benötigen würden. (Ausgabe vom 30.07.2025) (31.07.2025/alc/a/a)
Die US-Notenbank habe aktuell eine neutrale Haltung eingenommen, dennoch seien wir im Hinblick auf das globale Wachstum verhalten optimistisch.
Gleichzeitig würden sich erste Anzeichen einer Abschwächung in der US-Wirtschaft zeigen. Die Auswirkungen der Zölle dürften die Inflation zusätzlich anheizen und gleichzeitig das Wachstum bremsen, was den Druck auf die Fed erhöhen dürfte. Eine moderate Lockerung der Geldpolitik im weiteren Jahresverlauf erscheine möglich, auch wenn der Spielraum begrenzt sein könnte, sollte sich die Inflation als hartnäckiger erweisen als erwartet.
In Europa rechne man ebenfalls mit einer leichten Lockerung der Geldpolitik, um den Auswirkungen der Zölle und einer starken Währung gegenüber dem US-Dollar entgegenzuwirken. In Japan dürfte sich hingegen der Kurs einer schrittweisen Straffung fortsetzen. Insgesamt bleibe das globale geldpolitische Umfeld uneinheitlich. Anleger sollten aufmerksam verfolgen, wie die Zentralbanken das Spannungsfeld zwischen Inflationsrisiken und Konjunkturstützung steuern.
Christophe Braun, Equity Investment Director bei Capital Group, sage: "Die Führungsrolle an den Aktienmärkten hat sich in diesem Jahr allmählich über US-amerikanische und technologieorientierte Unternehmen hinaus ausgeweitet. Die entscheidende Frage ist jedoch, ob dieser Trend anhält. In einem von Unsicherheit geprägten Umfeld sollten sich Anleger nicht auf eindeutige Szenarien festlegen, sondern widerstandsfähige Portfolios aufbauen, die in unterschiedlichen Marktzyklen, Regionen und Stilrichtungen bestehen können. Flexibilität und Diversifikation sind entscheidend, um sich in einem potenziell volatileren und strukturell veränderten Marktumfeld zurechtzufinden. Unternehmen mit globaler Präsenz, breit aufgestellten Einnahmequellen und anpassungsfähigen Lieferketten könnten besonders gut gerüstet sein, um auf sich wandelnde geopolitische und handelsbezogene Rahmenbedingungen zu reagieren."
Kommentar zu den Anleihemärkten:
Peter Becker, Fixed Income Investment Director bei Capital Group, sage: "Obwohl die Fed bei ihrer jüngsten Zinssitzung beschlossen hat, die Zinsen unverändert zu lassen, bleibt die Möglichkeit von Zinssenkungen bei den kommenden Sitzungen bestehen. Die Fed balanciert dabei zwischen nachlassenden Konjunkturdaten und dem Risiko anhaltender Inflation. Ein unterstützender geldpolitischer Zyklus dürfte weiterhin qualitativ hochwertige Kreditengagements begünstigen."
Abgesehen von einem kurzzeitigen Ausverkauf im April nach dem Liberation Day hätten sich Kreditbewertungen als widerstandsfähig erwiesen, gestützt durch starke technische Faktoren. Hohe Liquidität, signifikante Barmittel am Seitenrand und anhaltende politische Unterstützung würden weiterhin zu einer Verengung der Risikoprämien führen und die Volatilität dämpfen. Diese Dynamik könne dazu beitragen, die Spreads trotz wirtschaftlicher Unsicherheit relativ eng zu halten. In einem solchen Umfeld sei eine durchdachte Positionierung entscheidend. Der Fokus auf qualitativ hochwertige Anleihen könne Portfolios schützen und gleichzeitig laufende Erträge bieten. Da die Märkte anfällig für plötzliche Richtungswechsel seien, würden Selektivität und Flexibilität von zentraler Bedeutung bleiben. Eine wichtige Lehre aus der jüngsten Volatilität sei der Wert einer soliden defensiven Allokation zur Glättung der Renditen. Die Experten von Capital Group seien überzeugt, dass qualitativ hochwertige Anleihen hierfür gut geeignet seien.
Die zugrunde liegende Stärke im Kreditbereich werde durch solide Unternehmensdaten und einen robusten Konsum gestützt - trotz handelspolitischer Unsicherheiten. Im Bereich Investment-Grade-Unternehmensanleihen seien die Kreditkennzahlen im historischen Vergleich besonders stark. Chancen würden sich in Segmenten wie europäischen Banken, US-Energieversorgern und der Pharmaindustrie ergeben. Diese Anleihen würden zudem Duration bieten, was bei einer anhaltenden wirtschaftlichen Abkühlung hilfreich sein könne. Vor dem Hintergrund gesunder Unternehmensbilanzen und eines widerstandsfähigen Konsums seien die Experten von Capital Group überzeugt, dass qualitativ hochwertige Anleihen weiterhin die defensive Stütze liefern könnten, die Portfolios benötigen würden. (Ausgabe vom 30.07.2025) (31.07.2025/alc/a/a)


