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Geldpolitik: Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession steigt
08.04.22 10:45
BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - In vielerlei Hinsicht ist die Lage für die Zentralbanken höchst kompliziert: Die Volkswirtschaften haben sich von der Pandemie erholt, auf den Arbeitsmärkten gibt es wenig oder gar keinen Spielraum und die Inflation schießt auf ein lange Zeit unvorstellbares Niveau, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.
Die Währungshüter müssten daher die geldpolitische Straffung vorantreiben. Aber wenn sie fest auf die Bremse treten würden, bestehe die Möglichkeit einer abrupten Wachstumsverlangsamung. Daher scheine das Risiko einer Rezession im Jahr 2023 oder 2024 zu steigen, nachdem es Dowding noch vor einigen Monaten sehr gering erschienen sei.
Die Marktteilnehmer würden für Ende 2022 US-Leitzinsen in Höhe von 2,5 Prozent und für Mitte nächsten Jahres einen Höchststand von rund 3,25 Prozent erwarten. Damit würden sie über den von der FED als neutral angesehenen Punkt hinausgehen.
Die Experten würden jedoch davon ausgehen, dass die Inflation in den kommenden Monaten aufgrund von Basiseffekten ihren Höhepunkt erreiche und dann zu sinken beginne. Daher könnten die Befürworter einer besonders straffen Geldpolitik einen Schritt zurücktreten - insbesondere, wenn sich das Wachstum verlangsame.
In Europa bereite die Inflationsdynamik den politischen Entscheidungsträgern ebenfalls Kopfzerbrechen. Im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahlen sei sie ein wichtiger Faktor gewesen und habe dazu geführt, dass Marine Le Pen von der Partei Rassemblement National gegenüber dem Amtsinhaber Emmanuel Macron beträchtlich habe zulegen können.
Jüngste Umfragen würden darauf hindeuten, dass die Wahrscheinlichkeit eines Sieges von Le Pen in der zweiten Runde der Stichwahl am 24. April bei bis zu 20 Prozent liegen könnte. Nach Meinung der Experten werde sich Macron zwar immer noch durchsetzen, aber die Wahl sei nun sehr viel knapper als bisher angenommen.
Sollte Le Pen gewinnen, bestehe die Gefahr einer erneuten Fragmentierung der Europäischen Union und die Renditen von Staatsanleihen könnten unter Druck geraten. Dies könnte die Europäische Zentralbank (EZB) in die unmögliche Lage bringen, ihren Auftrag der Preisstabilität zu erfüllen und gleichzeitig zu versuchen, eine erneute Staatsschuldenkrise in der Eurozone zu verhindern.
Insgesamt rechnen die Experten BlueBay Asset Management damit, dass das Wachstum in der Eurozone im zweiten Quartal schrumpfen und die Inflation im Laufe des Jahres zurückgehen wird. Daher sei es aus seiner Sicht unwahrscheinlich, dass die EZB die derzeit veranschlagten Zinserhöhungen um 200 Basispunkte vor Ende 2023 vornehmen werde. (08.04.2022/alc/a/a)
Die Währungshüter müssten daher die geldpolitische Straffung vorantreiben. Aber wenn sie fest auf die Bremse treten würden, bestehe die Möglichkeit einer abrupten Wachstumsverlangsamung. Daher scheine das Risiko einer Rezession im Jahr 2023 oder 2024 zu steigen, nachdem es Dowding noch vor einigen Monaten sehr gering erschienen sei.
Die Marktteilnehmer würden für Ende 2022 US-Leitzinsen in Höhe von 2,5 Prozent und für Mitte nächsten Jahres einen Höchststand von rund 3,25 Prozent erwarten. Damit würden sie über den von der FED als neutral angesehenen Punkt hinausgehen.
In Europa bereite die Inflationsdynamik den politischen Entscheidungsträgern ebenfalls Kopfzerbrechen. Im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahlen sei sie ein wichtiger Faktor gewesen und habe dazu geführt, dass Marine Le Pen von der Partei Rassemblement National gegenüber dem Amtsinhaber Emmanuel Macron beträchtlich habe zulegen können.
Jüngste Umfragen würden darauf hindeuten, dass die Wahrscheinlichkeit eines Sieges von Le Pen in der zweiten Runde der Stichwahl am 24. April bei bis zu 20 Prozent liegen könnte. Nach Meinung der Experten werde sich Macron zwar immer noch durchsetzen, aber die Wahl sei nun sehr viel knapper als bisher angenommen.
Sollte Le Pen gewinnen, bestehe die Gefahr einer erneuten Fragmentierung der Europäischen Union und die Renditen von Staatsanleihen könnten unter Druck geraten. Dies könnte die Europäische Zentralbank (EZB) in die unmögliche Lage bringen, ihren Auftrag der Preisstabilität zu erfüllen und gleichzeitig zu versuchen, eine erneute Staatsschuldenkrise in der Eurozone zu verhindern.
Insgesamt rechnen die Experten BlueBay Asset Management damit, dass das Wachstum in der Eurozone im zweiten Quartal schrumpfen und die Inflation im Laufe des Jahres zurückgehen wird. Daher sei es aus seiner Sicht unwahrscheinlich, dass die EZB die derzeit veranschlagten Zinserhöhungen um 200 Basispunkte vor Ende 2023 vornehmen werde. (08.04.2022/alc/a/a)


