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Geldpolitik: Ungebrochen ist die Illusion über einen QE-Erfolg
15.12.14 13:20
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - EZB-Präsident Draghi hat nachdrücklich betont, die EZB werde alles tun, um die Inflation sowie die Inflationserwartungen so schnell wie möglich wieder auf nahe 2% anzuheben, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Die EZB sei entschlossen, die Bilanzsumme in den kommenden beiden Jahren um 1.000 auf dann 3.000 Mrd. Euro auszuweiten. Einer Mehrheit der Ratsmitglieder zufolge sei es nun "beabsichtigt", die Bilanzsumme zu erhöhen. Vor einem Monat sei noch von einer "Erwartung" gesprochen worden. Anfang 2015 solle der bis dahin erfolgte geldpolitische Impuls neu bewertet werden, ebenso die Bilanzausweitung sowie der Ausblick für die Preisentwicklung. Auf Basis dieser Analyse könnten dann der Umfang, die Geschwindigkeit und die Zusammensetzung der unkonventionellen Maßnahmen geändert werden.
Die Neubewertung werde nicht unbedingt bereits bei der nächsten geldpolitischen Ratssitzung am 22.01.2015 erfolgen. Draghi habe gesagt, dass alle Anlagekategorien außer Gold für zusätzliche Käufe infrage kämen. Die Wirtschaftsprognosen seien gesenkt worden. Die Wirtschaft werde 2014 bis 2016 nun um 0,8%, 1,0% und 1,5% wachsen, die Inflation nur mäßig um 0,5%, 0,7%, und 1,3% zulegen.
Der Glaube, 1.000 Mrd. Euro quantitative Lockerungen könnten endlich den Durchbruch zu einem sich selbst tragenden Aufschwung erreichen, sei ungebrochen. Doch QE habe das weder in Japan noch den USA zustande gebracht. Die FED habe zwar den weiteren Anleihenkauf eingestellt, aber der Bestand von USD 4,2 Billionen drücke künstlich weiter die Rentenrenditen und verzerre die Zinsstruktur. USD 1,7 Billionen Hypothekenpapiere würden den Immobiliensektor gegenüber anderen Märkten bevorzugen.
Ob FED, bank of Japan, Bank of England, EZB jemals die Wertpapiere wieder verkaufen würden, um zu einer Normalisierung zurückzukommen, sei völlig offen. Die Zinsstruktur werde verzerrt, Kredite würden nicht mehr optimal in produktive und aussichtsreiche Investitionen fließen und könnten dadurch neue Krisen auslösen. Wenn es so "leicht" werde, neue staatliche Schulden zu finanzieren, nehme der Treasurer umso lieber den Weg des geringsten Widerstandes, ohne sich um die künftige Zinsbelastung allzu viele Sorgen zu machen. Wieviel schwieriger und unpopulärer sei es doch, Steuern zu erhöhen oder gar Ausgaben zu kürzen. Private Anleger würden aus Verbriefungen gedrängt.
Die Unabhängigkeit der Notenbanken von Regierungsanweisungen sei bereits am Ende. QE habe in der ganzen Welt die Finanzmärkte auf bisher unbekannte Kurshöhen getrieben, die aus konjunktureller Sicht gar nicht gerechtfertigt seien. Die Feuerprobe stehe den Notenbanken bevor, wenn sich die Zinsstruktur wieder normalisiere und die Staatshaushalte mit 0,5 bis 1 Billionen USD oder EUR höheren Soll-Zinsen jährlich belastet würden. Dann breche das Kartenhaus zusammen.
Die EZB-Geldpolitik allein werde aber das Problem der schwachen Wirtschaftsentwicklung nicht lösen. Deregulierungen und Strukturreformen könnten in den Parlamenten nicht durchgesetzt werden. Beherzte Wirtschaftsreformen seien gefragt. Doch populistische Politiker würden nur an die nächste Wahl denken. Da helfe auch nicht die Illusion, eine weitere Billion Euro sei ein Allheilmittel. (15.12.2014/alc/a/a)
Die EZB sei entschlossen, die Bilanzsumme in den kommenden beiden Jahren um 1.000 auf dann 3.000 Mrd. Euro auszuweiten. Einer Mehrheit der Ratsmitglieder zufolge sei es nun "beabsichtigt", die Bilanzsumme zu erhöhen. Vor einem Monat sei noch von einer "Erwartung" gesprochen worden. Anfang 2015 solle der bis dahin erfolgte geldpolitische Impuls neu bewertet werden, ebenso die Bilanzausweitung sowie der Ausblick für die Preisentwicklung. Auf Basis dieser Analyse könnten dann der Umfang, die Geschwindigkeit und die Zusammensetzung der unkonventionellen Maßnahmen geändert werden.
Die Neubewertung werde nicht unbedingt bereits bei der nächsten geldpolitischen Ratssitzung am 22.01.2015 erfolgen. Draghi habe gesagt, dass alle Anlagekategorien außer Gold für zusätzliche Käufe infrage kämen. Die Wirtschaftsprognosen seien gesenkt worden. Die Wirtschaft werde 2014 bis 2016 nun um 0,8%, 1,0% und 1,5% wachsen, die Inflation nur mäßig um 0,5%, 0,7%, und 1,3% zulegen.
Ob FED, bank of Japan, Bank of England, EZB jemals die Wertpapiere wieder verkaufen würden, um zu einer Normalisierung zurückzukommen, sei völlig offen. Die Zinsstruktur werde verzerrt, Kredite würden nicht mehr optimal in produktive und aussichtsreiche Investitionen fließen und könnten dadurch neue Krisen auslösen. Wenn es so "leicht" werde, neue staatliche Schulden zu finanzieren, nehme der Treasurer umso lieber den Weg des geringsten Widerstandes, ohne sich um die künftige Zinsbelastung allzu viele Sorgen zu machen. Wieviel schwieriger und unpopulärer sei es doch, Steuern zu erhöhen oder gar Ausgaben zu kürzen. Private Anleger würden aus Verbriefungen gedrängt.
Die Unabhängigkeit der Notenbanken von Regierungsanweisungen sei bereits am Ende. QE habe in der ganzen Welt die Finanzmärkte auf bisher unbekannte Kurshöhen getrieben, die aus konjunktureller Sicht gar nicht gerechtfertigt seien. Die Feuerprobe stehe den Notenbanken bevor, wenn sich die Zinsstruktur wieder normalisiere und die Staatshaushalte mit 0,5 bis 1 Billionen USD oder EUR höheren Soll-Zinsen jährlich belastet würden. Dann breche das Kartenhaus zusammen.
Die EZB-Geldpolitik allein werde aber das Problem der schwachen Wirtschaftsentwicklung nicht lösen. Deregulierungen und Strukturreformen könnten in den Parlamenten nicht durchgesetzt werden. Beherzte Wirtschaftsreformen seien gefragt. Doch populistische Politiker würden nur an die nächste Wahl denken. Da helfe auch nicht die Illusion, eine weitere Billion Euro sei ein Allheilmittel. (15.12.2014/alc/a/a)


