Erweiterte Funktionen
Geldpolitik 2016 - Verlängerung nach einer turbulenten ersten Halbzeit?
07.07.16 12:18
DONNER & REUSCHEL AG
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Neben der offenen Frage nach der konkreten Umsetzung des Brexit-Votums werden sich die Blicke der Anleger in den kommenden Monaten auch auf andere Ereignisse richten, so Carsten Mumm, Leiter der Vermögensverwaltung bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL AG.
Sollte sich zum Beispiel ein Sieg für Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen im November andeuten, dürfte kurzfristig einige Verunsicherung entstehen.
Zudem könnte die nach wie vor nicht gelöste Euroland-Staatsschuldenkrise immer wieder für Ungemach sorgen. Und natürlich würden die Börsen weiterhin besonders sensibel auf die geldpolitische Ausrichtung der globalen Notenbanken achten. Aufgrund der nur moderaten Wachstumsdynamik in den USA sei aus heutiger Sicht nicht mehr als eine weitere Zinsanhebung der US-Notenbank FED im laufenden Jahr wahrscheinlich. Bei der EZB werde sich gegen Ende des Jahres demgegenüber die Frage stellen, wie mit dem bis März 2017 laufenden Wertpapierkaufprogramm weiter verfahren werde. Sollte die Situation in Europa unsicher bleiben, sei mit einer Verlängerung zu rechnen.
Damit sei klar, dass die kurzfristigen Zinsen in Euroland deutlich unter null Prozent verharren würden. Bei längeren Laufzeiten hingegen gelte es, Gefahr eines Zinsanstiegs nicht aus den Augen zu verlieren. Auslöser dafür könnte schon ein leichter Anstieg der Inflationserwartungen sein, resultierend aus steigenden Rohstoffpreisen, einer weiter anziehenden Kreditvergabe und/oder steigenden Lohnabschlüssen.
Grundsätzlich seien daher Aktien nach wie vor die attraktivste Anlageklasse. Die Bewertungen seien im historischen Vergleich nicht besonders günstig, aber weit entfernt von historischen Höchstwerten wie z.B. zu Zeiten der Internetblase Ende der 90'er Jahre. Zudem spreche die, global betrachtet, recht robuste konjunkturelle Entwicklung für steigende Unternehmensgewinne. Weitere Unterstützung könnte durch wachstumsfördernde Maßnahmen der EU-Regierungen entstehen. Größere Fragezeichen bestünden einzig bei Unternehmen mit engen Verflechtungen zur britischen Volkswirtschaft.
Gold dürfte angesichts der bestehenden Unsicherheiten auch weiterhin gefragt bleiben, zumal zuletzt die charttechnisch und psychologisch wichtige Marke von 1.300,- US-Dollar überschritten worden sei.
Der Kurs des Euro im Vergleich zum US-Dollar sei aufgrund der größeren Unsicherheiten in Europa eher schwächer zu erwarten, werde aber ein Spielball der (geld-) politischen Nachrichtenlage bleiben. Eine weitere Verschiebung der Zinsanhebungen in den USA und die mögliche Andeutung eines Trump-Sieges dürfte den Dollar zeitweise belasten. Aus heutiger Sicht würden jedoch die Probleme in Europa schwerer wiegen, weshalb die EZB-Geldpolitik weiterhin deutlich expansiver ausgestaltet sein werde, sodass der Zinsvorteil der USA erhalten bleibe.
Wie an den Börsen üblich, könne es aber auch ganz anders kommen. Mit Sicherheit würden heute nicht absehbare Ereignisse die Kurse zwischenzeitlich in ungeahnte Richtungen treiben. Daher sei ein aktives Management der Wertpapieranlagen in diesen turbulenten Zeiten unumgänglich, um böse Überraschungen zu vermeiden. (Ausgabe vom 06.07.2016) (07.07.2016/alc/a/a)
Sollte sich zum Beispiel ein Sieg für Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen im November andeuten, dürfte kurzfristig einige Verunsicherung entstehen.
Zudem könnte die nach wie vor nicht gelöste Euroland-Staatsschuldenkrise immer wieder für Ungemach sorgen. Und natürlich würden die Börsen weiterhin besonders sensibel auf die geldpolitische Ausrichtung der globalen Notenbanken achten. Aufgrund der nur moderaten Wachstumsdynamik in den USA sei aus heutiger Sicht nicht mehr als eine weitere Zinsanhebung der US-Notenbank FED im laufenden Jahr wahrscheinlich. Bei der EZB werde sich gegen Ende des Jahres demgegenüber die Frage stellen, wie mit dem bis März 2017 laufenden Wertpapierkaufprogramm weiter verfahren werde. Sollte die Situation in Europa unsicher bleiben, sei mit einer Verlängerung zu rechnen.
Grundsätzlich seien daher Aktien nach wie vor die attraktivste Anlageklasse. Die Bewertungen seien im historischen Vergleich nicht besonders günstig, aber weit entfernt von historischen Höchstwerten wie z.B. zu Zeiten der Internetblase Ende der 90'er Jahre. Zudem spreche die, global betrachtet, recht robuste konjunkturelle Entwicklung für steigende Unternehmensgewinne. Weitere Unterstützung könnte durch wachstumsfördernde Maßnahmen der EU-Regierungen entstehen. Größere Fragezeichen bestünden einzig bei Unternehmen mit engen Verflechtungen zur britischen Volkswirtschaft.
Gold dürfte angesichts der bestehenden Unsicherheiten auch weiterhin gefragt bleiben, zumal zuletzt die charttechnisch und psychologisch wichtige Marke von 1.300,- US-Dollar überschritten worden sei.
Der Kurs des Euro im Vergleich zum US-Dollar sei aufgrund der größeren Unsicherheiten in Europa eher schwächer zu erwarten, werde aber ein Spielball der (geld-) politischen Nachrichtenlage bleiben. Eine weitere Verschiebung der Zinsanhebungen in den USA und die mögliche Andeutung eines Trump-Sieges dürfte den Dollar zeitweise belasten. Aus heutiger Sicht würden jedoch die Probleme in Europa schwerer wiegen, weshalb die EZB-Geldpolitik weiterhin deutlich expansiver ausgestaltet sein werde, sodass der Zinsvorteil der USA erhalten bleibe.
Wie an den Börsen üblich, könne es aber auch ganz anders kommen. Mit Sicherheit würden heute nicht absehbare Ereignisse die Kurse zwischenzeitlich in ungeahnte Richtungen treiben. Daher sei ein aktives Management der Wertpapieranlagen in diesen turbulenten Zeiten unumgänglich, um böse Überraschungen zu vermeiden. (Ausgabe vom 06.07.2016) (07.07.2016/alc/a/a)


