Erweiterte Funktionen

Geldmarkt: Stimmungsindikatoren auf Höchststand


23.10.17 12:40
fairesearch

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Fundamental orientierte Analysten, die aus konjunkturellen Daten auf den künftigen Trend an den Finanzmärkten schließen, sind besonders interessiert an Konjunkturfrühindikatoren, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Zwischen den realen BIP Wachstumsraten und den Stimmungsindikatoren der EU-Kommission (ESI) bestehe ein bemerkenswerter Zusammenhang. Sowohl in der Eurozone (Euro area) als auch in der Europäischen Union (EU) vermöge der Frühindikator zumindest die Richtung der Wirtschaftsentwicklung ein Quartal vorauszuahnen. Für beide Regionen habe dieser Indikator inzwischen einen Höchststand seit zehn Jahren erreicht. Da auch bereits die Inflationserwartungen wieder nach oben gerichtet seien, stehe ein Ende der ultra-expansiven Geldpolitik der EZB bevor.

Ob diese Wende aber schon am 26. Oktober 2017 vorgenommen werde, sei wenig wahrscheinlich. Der EZB-Rat habe sich in den letzten Monaten sehr skeptisch über die Nachhaltigkeit des Aufschwungs geäußert und auf die anhaltend niedrige Inflationsrate hingewiesen. In den Ländern der Südperipherie der Eurozone, die bisher hinter den nördlichen Nachbarn zurückgeblieben seien, zeige sich jetzt aber ebenfalls eine kräftigere Belebung. Auch die Arbeitsmärkte hätten ihren Tiefpunkt hinter sich gelassen. Nach Erachten der Experten sei der Zeitpunkt bereits gekommen, dass die EZB ihre Absicht bekannt gebe, zu einer normalen Geldpolitik zurückzukehren, die weder expansiv noch restriktiv wirke.

Der Konjunkturtrend werde durch andere Indices bestätigt. Nicht nur der ESI stehe auf einem 10-Jahreshoch, auch der Markit Einkaufsmanager Index und der ifo Geschäftsklimaindex würden sich auf dem höchsten Niveau seit Jahren befinden. Die OECD Frühindikatoren würden diese Einschätzung für die Eurozone bestätigen.

Für die EZB scheine der Zeitpunkt gekommen zu sein, die Märkte auf eine bevorstehende Normalisierung der Zinsstruktur vorzubereiten. Die Finanzmärkte hätten sich auf eine Neuausrichtung noch kaum eingestellt. (Ausgabe vom 22.10.2017) (23.10.2017/alc/a/a)