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Geldmarkt: Bilanzen der Zentralbanken in unerforschten Dimensionen
14.11.13 15:18
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Als Maßstab für den Grad der expansiven Geldpolitik einer Notenbank wird bei internationalen Vergleichen häufig auf die Bilanzsumme einer Zentralbank hingewiesen, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Da die Volkswirtschaften sehr unterschiedlich hohe BIPs aufweisen würden, werde die Bilanzsumme auch als Anteil des nominalen BIP aufgeführt. Welche Messlatte man auch immer nehme, die Zentralbanken würden eine ultra-expansive Geldpolitik führen. Die EZB, die BoJ, die BoE und die FED hätten ihre Bilanzsummen in % des BIP in einem historisch noch nie da gewesenem Ausmaß erhöht. Für die erreichten Größenordnungen gebe es keine Erfahrungen. Niemand wisse, ob das aufgebaute Inflationspotenzial nicht auf eines Tages unkontrollierbar aufbreche.
Am stärksten wachse die Bilanzposition Securities (Staatsanleihen, Hypotheken besicherte Wertpapiere). Sie würden in der Regel von der Zentralbank bei den Kreditinstituten gegen Liquidität gekauft. Diese Liquidität verbleibe gegen einen geringfügigen Zinssatz bei der Notenbank als Reserve. Die Geschäftsbanken würden sowohl sich gegenseitig als auch den Unternehmen und Privaten hinsichtlich ihrer Bonität misstrauen. Kritisch werde es, wenn diese Reserven plötzlich abgerufen würden. Das könne geschehen wegen Währungsturbulenzen, eines Vertrauensbruchs in die öffentlichen Finanzen, steigender Teuerungsraten u.a.
Die US-Notenbank weise darauf hin, dass ihre Bilanzsumme im Vergleich zu anderen sogar einen geringeren BIP-Anteil habe. Dabei sei ihre Bilanzsumme allein seit Mitte 2008 von knapp einer auf fast 4 Billionen Dollar astronomisch angestiegen. Das sei unbekanntes Terrain.
Die Ausweitung der Bilanzsumme und die Wertpapierankaufprogramme hätten die gewünschte Konjunkturbelebung weder in der Eurozone, noch in den USA, noch in England oder Japan zustande gebracht. Die Grenzen zwischen Geld- und Fiskalpolitik seien aufgeweicht. Die Zentralbanken würden sich verstärkt in Abhängigkeit der Politik begeben. Eine unabhängige Notenbankpolitik sei kaum mehr möglich. Was jahrzehntelang als Garant für die Preisstabilität gegolten habe, sei abgeschafft. Neuverschuldung aus der Notenpresse.
Die Regierungen der meisten Industrieländer würden den Eindruck vermitteln, von fiskalpolitischer Disziplin nicht viel zu halten und stattdessen mehr Inflation anzustreben. Japans Premier Abe wünsche sich sogar eine Lohn-Preis-Spirale für einen "virtuosen Konjunkturaufschwung". QE, die Finanzierung von Staatsausgaben mithilfe der Notenpresse, summiere sich nicht mehr zu Milliarden, sondern zu Billionen.
Durch allzu billiges Geld würden die Verschuldung und das "süße Leben auf Pump" für die Staatshaushalte überaus attraktiv. Die Ausweitung der Staatsausgaben gehe offensichtlich unbegrenzt weiter und widerspreche somit allen Grundsätzen fiskalpolitischer Disziplin. Die Staatsschulden würden nie mehr zurückgezahlt! (Ausgabe vom 13.11.2013) (14.11.2013/alc/a/a)
Da die Volkswirtschaften sehr unterschiedlich hohe BIPs aufweisen würden, werde die Bilanzsumme auch als Anteil des nominalen BIP aufgeführt. Welche Messlatte man auch immer nehme, die Zentralbanken würden eine ultra-expansive Geldpolitik führen. Die EZB, die BoJ, die BoE und die FED hätten ihre Bilanzsummen in % des BIP in einem historisch noch nie da gewesenem Ausmaß erhöht. Für die erreichten Größenordnungen gebe es keine Erfahrungen. Niemand wisse, ob das aufgebaute Inflationspotenzial nicht auf eines Tages unkontrollierbar aufbreche.
Am stärksten wachse die Bilanzposition Securities (Staatsanleihen, Hypotheken besicherte Wertpapiere). Sie würden in der Regel von der Zentralbank bei den Kreditinstituten gegen Liquidität gekauft. Diese Liquidität verbleibe gegen einen geringfügigen Zinssatz bei der Notenbank als Reserve. Die Geschäftsbanken würden sowohl sich gegenseitig als auch den Unternehmen und Privaten hinsichtlich ihrer Bonität misstrauen. Kritisch werde es, wenn diese Reserven plötzlich abgerufen würden. Das könne geschehen wegen Währungsturbulenzen, eines Vertrauensbruchs in die öffentlichen Finanzen, steigender Teuerungsraten u.a.
Die Ausweitung der Bilanzsumme und die Wertpapierankaufprogramme hätten die gewünschte Konjunkturbelebung weder in der Eurozone, noch in den USA, noch in England oder Japan zustande gebracht. Die Grenzen zwischen Geld- und Fiskalpolitik seien aufgeweicht. Die Zentralbanken würden sich verstärkt in Abhängigkeit der Politik begeben. Eine unabhängige Notenbankpolitik sei kaum mehr möglich. Was jahrzehntelang als Garant für die Preisstabilität gegolten habe, sei abgeschafft. Neuverschuldung aus der Notenpresse.
Die Regierungen der meisten Industrieländer würden den Eindruck vermitteln, von fiskalpolitischer Disziplin nicht viel zu halten und stattdessen mehr Inflation anzustreben. Japans Premier Abe wünsche sich sogar eine Lohn-Preis-Spirale für einen "virtuosen Konjunkturaufschwung". QE, die Finanzierung von Staatsausgaben mithilfe der Notenpresse, summiere sich nicht mehr zu Milliarden, sondern zu Billionen.
Durch allzu billiges Geld würden die Verschuldung und das "süße Leben auf Pump" für die Staatshaushalte überaus attraktiv. Die Ausweitung der Staatsausgaben gehe offensichtlich unbegrenzt weiter und widerspreche somit allen Grundsätzen fiskalpolitischer Disziplin. Die Staatsschulden würden nie mehr zurückgezahlt! (Ausgabe vom 13.11.2013) (14.11.2013/alc/a/a)


