Die Geburt einer sicheren europäischen Anleihe ist Realität


29.07.20 09:45
Degroof Petercam

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Die Einigung im Europäischen Rat vom 21. Juli über den Europäischen Konjunkturfonds und den mehrjährigen EU-Haushalt war vor allem an den Devisenmärkten sichtbar, so die Experten von Degroof Petercam Asset Management (DPAM).

Der Euro habe gegenüber den meisten Währungen der Industrie- und Schwellenländer aufgewertet. Das Haupt-Paar EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275) habe die vergangene Woche 2% höher abgeschlossen - bei 1,1656. Solche schnellen Bewegungen sollten Aufmerksamkeit erregen. Der erstarkte Euro verkörpere eine Art Werbung für die Einheitswährung. Eine Werbung, die den Status des Euro als Reservewährung stärke, meine Peter De Coensel, CIO Fixed Income bei DPAM.

Der Experte behaupte nicht, dass der US-Dollar seine unangefochtene Position als globale Reservewährung verliere, aber man könnte sehen, wie der Marktanteil des Euro unter den globalen Reservewährungsmanagern wachse. Ab 2021 werde die EU über die Europäische Kommission mit der Emission von Anleihen des "Euro Recovery Fund" mit Laufzeiten zwischen drei und 30 Jahren beginnen. Im Wesentlichen werden wir die Entstehung eines liquiden, qualitativ hochwertigen (AAA), sicheren EU-Anleihenmarktes erleben, der direkt mit dem US-Treasury-Markt konkurriert, so die Experten von DPAM.

Vor nicht allzu langer Zeit sei der Euro im Hinblick auf Überlebenswahrscheinlichkeiten analysiert worden. Seit letzter Woche stehe fest: Die Zukunft des Euro sehe besser aus und der Markt honoriere diese Aufwertung des Reservewährungsstatus entsprechend. Gleichzeitig würden die anhaltenden geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China die Vereinigten Staaten stärker als das Reich der Mitte isolieren. Der USD sei während eines Großteils des 20. und auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts die dominierende Welt-Reservewährung gewesen. Realistischerweise bestehe Einigkeit darüber, dass sich China im laufenden Jahrzehnt zur führenden Weltwirtschaftsnation noch vor den USA entwickle.

Bereits vor kurzem habe Peter De Coensel einen schwächeren USD angesichts des aggressiven Bilanzwachstums der EZB und des Mangels an synchronisierten globalen Wachstumsbedingungen für das Jahr 2021 vorhergesagt. Hierfür spreche nun auch das oben genannte Argument der Euro-Reservewährung. Ungeachtet dessen bleibe seine Schlussfolgerung bestehen: "Wir sprechen uns für ein angemessenes USD-Engagement aus, um die Diversifizierungsqualität innerhalb eines globalen Portfolios zu optimieren."

Die Europäische Union und die Eurozone hätten in der vergangenen Woche eine historische Hürde genommen. Die Geburt einer sicheren europäischen Anleihe sei Realität. Anleger sollten diesen Moment zu schätzen wissen. Europa sei weltweit führend in Sachen Solidarität, Demokratie und Hoffnung auf eine bessere Zukunft. (29.07.2020/alc/a/a)





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