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Fixed Income: Klarheit und Unsicherheit in den USA
12.11.24 10:15
Janus Henderson Investors
London (www.anleihencheck.de) - Der entschlossene Schritt der Fed, die Zinssätze erneut zu senken, in Verbindung mit dem schnellen US-Wahlergebnis führt zu einer Mischung aus Klarheit und Unsicherheit über die künftige wirtschaftliche und politische Richtung in den USA, so Kareena Moledina, Lead - Fixed Income Client Portfolio Management (EMEA) / Fixed Income ESG bei Janus Henderson Investors.
Das Inflationsgespenst sei noch nicht ganz verschwunden - insbesondere angesichts einer möglichen Trump-Präsidentschaft und des potenziellen Inflationsdrucks durch wachstumsfördernde Maßnahmen und Zölle.
Für Fixed-Income-Anleger bedeute dies, dass Anlageklassen mit attraktiven Renditen und Spreads, wie die verbrieften Sektoren, in den Fokus rücken würden, um einen Puffer gegen die Unsicherheit und das potenziell längerfristig höhere Zinsumfeld zu schaffen.
Die US-Notenbank habe angesichts der weiterhin rückläufigen Inflation die Zinssätze erneut gesenkt und den Leitzins um 25 Basispunkte reduziert. Ein gemäßigteres Tempo der Lockerung sei nun eingepreist - die Märkte hätten sich auf die Fed eingestellt. Die entscheidenden US-Wahlen hätten eine gewisse Klarheit gebracht, da ein langes Warten auf das Ergebnis erspart geblieben sei. Der Schwerpunkt werde sich jedoch schnell auf die Politik und die mögliche Gestaltung einer Trump-Präsidentschaft verlagern. Es sei immer damit zu rechnen gewesen, dass die Fed eine Rückkehr zu moderateren Zinssenkungen von 25 Basispunkten signalisieren würde, um die Belastbarkeit der US-Wirtschaft und ihrer Verbraucher mit einem Arbeitsmarkt in Einklang zu bringen, der sich zwar "allmählich abkühle", aber dennoch stabil bleibe.
Es könne verfrüht sein, einen Sieg im Kampf gegen die Inflation zu verkünden. Die Annahme, dass die Inflation hinter uns liegt, birgt ein Risiko, so die Experten von Janus Henderson Investors. Man gehe davon aus, dass die Fed weiterhin darauf achten werde, dass die Inflation wirklich zum Erliegen gebracht worden sei. Sollte es zu einem sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit oder einer erheblichen Wirtschaftsschwäche kommen, könne sie jederzeit mit weiteren Lockerungsmaßnahmen reagieren.
Die Fed möge behaupten, dass sie sich nicht durch politische Einmischung beeinflussen lasse - aber jede politische Änderung werde sich zweifelsohne auf die US-Wirtschaft auswirken. Die republikanische Dominanz in der Regierung könnte letztendlich inflationär sein.
Das Haushaltsdefizit der USA könne durch Trumps wachstumsfördernde Politik weiter steigen, während die Zölle in einen Handelskrieg ausarten könnten, der zu Angebotsschocks und vorübergehendem Inflationsdruck führen würde.
Zölle könnten den Konsum senken, aber auch die Importe bremsen, sodass die Folgen für die Binnenwirtschaft nicht immer eindeutig seien. Man gehe davon aus, dass die Anleiherenditen jeglichen zollbedingten Gegenwind überstehen dürften, aber sie könnten empfindlicher auf Sorgen um die fiskalische Tragfähigkeit reagieren.
Ein günstiges wirtschaftliches Umfeld und die Vorsicht der Unternehmen rechtfertigten, dass die Credit Spreads für Unternehmensanleihen enger seien als die historischen Durchschnittswerte. Die Gesamtrenditen seien jedoch im Vergleich zu den letzten zehn Jahren attraktiv und könnten Anleger anlocken, die die sinkenden Zinsen bei Geldmarktfonds schlagen wollten. Verbriefte Sektoren würden jedoch im historischen Vergleich und im Vergleich zu gleichwertigen Unternehmenskrediten oft "weit" gehandelt. Wenn Zinsen sinken würden, neigten Anleger dazu, zum Ausgleich nach Anlageklassen mit höheren Spreads zu suchen.
Im Moment seien Asset-Backed Securities (ABS) einer der wenigen Bereiche, in denen sowohl die Spreads als auch die Renditen attraktiv blieben. In Europa seien ABS variabel verzinst, was eine gewisse Absicherung biete, falls sich das Szenario "höher für länger" bewahrheiten sollte. Bei einigen ABS, wie z.B. Auto- und Konsumfinanzierungen, werde eine höhere Rezessionswahrscheinlichkeit eingepreist, was einen zusätzlichen Ausgleich biete.
Agency-Hypotheken seien ein weiterer Sektor, der erheblichen Wert biete. Man sehe historisch weite Spreads im Vergleich zu Investment-Grade-Unternehmensanleihen und die Möglichkeit, einen Renditevorteil gegenüber Treasuries für einen gleichwertigen staatlich besicherten Vermögenswert mit AA-Rating zu erzielen.
Ein Rückgang der Zinsvolatilität sowie die Unterstützung der Zentralbanken für die Anlageklasse bei Marktverwerfungen - wie man sie während der Pandemie erlebt habe - seien ebenfalls förderlich.
Betrachte man die Renditen in den ersten zwölf Monaten nach einer Zinssenkung, so hätten die meisten Fixed-Income-Sektoren eine positive Performance erzielt. Angesichts des aktuellen Lockerungszyklus der Fed komme es also nicht darauf an, ob die Anleger festverzinsliche Wertpapiere hielten, sondern in welchem Umfang und in welchen Sektoren.
Für Fixed-Income-Manager sei der relative Wert ein wichtiges Barometer für Asset-Allocation-Entscheidungen. Eine Möglichkeit, sich gegen eine harte Landung abzusichern, sei der Zugang zu attraktiven Spreads - wie sie in den verbrieften Sektoren zu finden seien. Eine andere Möglichkeit bestehe darin, sich anfangs ein hohes Renditeniveau zu sichern, um Erträge aus dem breiten Spektrum der Fixed-Income-Sektoren weltweit zu generieren.
Wer nicht zu sehr auf die Duration setze und sich durch variabel verzinsliche Anleihen einen attraktiven risikoadjustierten Carry am vorderen Ende der Zinsstrukturkurve verschaffe, könne sich in einem Umfeld längerfristig höherer Zinsen besser behaupten. (12.11.2024/alc/a/a)
Das Inflationsgespenst sei noch nicht ganz verschwunden - insbesondere angesichts einer möglichen Trump-Präsidentschaft und des potenziellen Inflationsdrucks durch wachstumsfördernde Maßnahmen und Zölle.
Für Fixed-Income-Anleger bedeute dies, dass Anlageklassen mit attraktiven Renditen und Spreads, wie die verbrieften Sektoren, in den Fokus rücken würden, um einen Puffer gegen die Unsicherheit und das potenziell längerfristig höhere Zinsumfeld zu schaffen.
Die US-Notenbank habe angesichts der weiterhin rückläufigen Inflation die Zinssätze erneut gesenkt und den Leitzins um 25 Basispunkte reduziert. Ein gemäßigteres Tempo der Lockerung sei nun eingepreist - die Märkte hätten sich auf die Fed eingestellt. Die entscheidenden US-Wahlen hätten eine gewisse Klarheit gebracht, da ein langes Warten auf das Ergebnis erspart geblieben sei. Der Schwerpunkt werde sich jedoch schnell auf die Politik und die mögliche Gestaltung einer Trump-Präsidentschaft verlagern. Es sei immer damit zu rechnen gewesen, dass die Fed eine Rückkehr zu moderateren Zinssenkungen von 25 Basispunkten signalisieren würde, um die Belastbarkeit der US-Wirtschaft und ihrer Verbraucher mit einem Arbeitsmarkt in Einklang zu bringen, der sich zwar "allmählich abkühle", aber dennoch stabil bleibe.
Es könne verfrüht sein, einen Sieg im Kampf gegen die Inflation zu verkünden. Die Annahme, dass die Inflation hinter uns liegt, birgt ein Risiko, so die Experten von Janus Henderson Investors. Man gehe davon aus, dass die Fed weiterhin darauf achten werde, dass die Inflation wirklich zum Erliegen gebracht worden sei. Sollte es zu einem sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit oder einer erheblichen Wirtschaftsschwäche kommen, könne sie jederzeit mit weiteren Lockerungsmaßnahmen reagieren.
Die Fed möge behaupten, dass sie sich nicht durch politische Einmischung beeinflussen lasse - aber jede politische Änderung werde sich zweifelsohne auf die US-Wirtschaft auswirken. Die republikanische Dominanz in der Regierung könnte letztendlich inflationär sein.
Das Haushaltsdefizit der USA könne durch Trumps wachstumsfördernde Politik weiter steigen, während die Zölle in einen Handelskrieg ausarten könnten, der zu Angebotsschocks und vorübergehendem Inflationsdruck führen würde.
Ein günstiges wirtschaftliches Umfeld und die Vorsicht der Unternehmen rechtfertigten, dass die Credit Spreads für Unternehmensanleihen enger seien als die historischen Durchschnittswerte. Die Gesamtrenditen seien jedoch im Vergleich zu den letzten zehn Jahren attraktiv und könnten Anleger anlocken, die die sinkenden Zinsen bei Geldmarktfonds schlagen wollten. Verbriefte Sektoren würden jedoch im historischen Vergleich und im Vergleich zu gleichwertigen Unternehmenskrediten oft "weit" gehandelt. Wenn Zinsen sinken würden, neigten Anleger dazu, zum Ausgleich nach Anlageklassen mit höheren Spreads zu suchen.
Im Moment seien Asset-Backed Securities (ABS) einer der wenigen Bereiche, in denen sowohl die Spreads als auch die Renditen attraktiv blieben. In Europa seien ABS variabel verzinst, was eine gewisse Absicherung biete, falls sich das Szenario "höher für länger" bewahrheiten sollte. Bei einigen ABS, wie z.B. Auto- und Konsumfinanzierungen, werde eine höhere Rezessionswahrscheinlichkeit eingepreist, was einen zusätzlichen Ausgleich biete.
Agency-Hypotheken seien ein weiterer Sektor, der erheblichen Wert biete. Man sehe historisch weite Spreads im Vergleich zu Investment-Grade-Unternehmensanleihen und die Möglichkeit, einen Renditevorteil gegenüber Treasuries für einen gleichwertigen staatlich besicherten Vermögenswert mit AA-Rating zu erzielen.
Ein Rückgang der Zinsvolatilität sowie die Unterstützung der Zentralbanken für die Anlageklasse bei Marktverwerfungen - wie man sie während der Pandemie erlebt habe - seien ebenfalls förderlich.
Betrachte man die Renditen in den ersten zwölf Monaten nach einer Zinssenkung, so hätten die meisten Fixed-Income-Sektoren eine positive Performance erzielt. Angesichts des aktuellen Lockerungszyklus der Fed komme es also nicht darauf an, ob die Anleger festverzinsliche Wertpapiere hielten, sondern in welchem Umfang und in welchen Sektoren.
Für Fixed-Income-Manager sei der relative Wert ein wichtiges Barometer für Asset-Allocation-Entscheidungen. Eine Möglichkeit, sich gegen eine harte Landung abzusichern, sei der Zugang zu attraktiven Spreads - wie sie in den verbrieften Sektoren zu finden seien. Eine andere Möglichkeit bestehe darin, sich anfangs ein hohes Renditeniveau zu sichern, um Erträge aus dem breiten Spektrum der Fixed-Income-Sektoren weltweit zu generieren.
Wer nicht zu sehr auf die Duration setze und sich durch variabel verzinsliche Anleihen einen attraktiven risikoadjustierten Carry am vorderen Ende der Zinsstrukturkurve verschaffe, könne sich in einem Umfeld längerfristig höherer Zinsen besser behaupten. (12.11.2024/alc/a/a)


