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Finanzmarkt: Quantitative Easing weiterhin das Thema


26.08.14 11:29
Bank J. Safra Sarasin AG

Basel (www.anleihencheck.de) - In den USA geht die Ära des Quantitative Easing (vorerst) dem Ende entgegen, die US-Notenbank FED hat angekündigt, den Ankauf von Anleihen bis zum Oktober zu beenden, so die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG.

Bei anderen Zentralbanken sei die unkonventionelle Geldpolitik jedoch noch immer ein sehr aktuelles Thema. An erster Stelle sei hier die Europäische Zentralbank (EZB) zu nennen, welcher der Gegenwind im Moment steif ins Gesicht blase. Das Wachstum im zweiten Quartal habe enttäuscht und die vorlaufenden Konjunkturindikatoren würden für die nächsten Monaten ebenfalls wenig Gutes verheißen.

Auch in der Inflationsentwicklung scheine sich bisher noch keine Trendumkehr zu manifestieren. Kein Wunder werde im Markt immer lauter über ein Quantiative-Easing (QE)-Programm der EZB spekuliert, obschon diese an ihrer August-Sitzung keine Hinweise darauf geliefert habe. Diese Spekulationen hätten denn auch den Euro belastet. Gegenüber dem Dollar habe die Einheitswährung im letzten Monat um über 1,5% nachgegeben.

In der kurzen Frist sei keine schnelle Erholung der Euro-Konjunktur zu erwarten, womit auch die Spekulationen um QE weitergehen dürften - und den Druck auf den Euro aufrechterhalten. Im Hinblick auf das Jahresende gebe es aber Grund für die Währungsunion vorsichtig optimistisch zu sein. Eine robuste globale Konjunktur sollte Euroland zu einer Stabilisierung verhelfen und die Spekulationen um QE vorerst verstummen lassen. Das könne dem Euro helfen - aber nicht gegenüber dem Dollar.

Nachdem das amerikanische QE im Oktober beendet werde, dürfte die FED die Märkte sachte auf eine bevorstehende erste Leitzinserhöhung einstimmen. Damit verbunden wäre ein Anstieg der US-Renditen und ein stärkerer Dollar. Im Jahr 2015 dürfte der EUR/USD-Kurs gar die 1,30-Marke unterschreiten.

Nicht nur in Euroland bleibe QE ein heißes Thema. Auch die japanische Wirtschaft bedürfe eines weiteren monetären Stimulus. Japan erhole sich zwar langsam vom Konjunktureinbruch (Q2/2014-BIP: -6,8%), der durch die Mehrwertsteuererhöhung im April ausgelöst worden sei. Allein, es fehle im Moment der japanischen Wirtschaft an der notwendigen Dynamik, um die Deflation endgültig hinter sich zu lassen.

Die Bank of Japan (BoJ) habe im Frühjahr 2013 bekannt gegeben, dass sie bis in zwei Jahren die Inflation nachhaltig über 2% heben möchte. Beim derzeitigen Wirtschaftsgang scheine das ein sehr schwieriges Unterfangen zu werden - und der BoJ laufe die Zeit davon. Sie werde wohl oder übel gezwungen sein, dem Wachstum mit einem neuen monetären Programm eine Starthilfe zu geben. Das wiederum könnte dem Yen endlich neue Impulse verleihen.

Seit dem Januar habe der USD/JPY um die 102-Marke mäandriert. Eine neuerliche monetäre Expansion würde dem Yen wieder auf den Abwärtstrend verhelfen, auf den ihn Zentralbank, Regierung und Investoren gerne sehen würden. (26.08.2014/alc/a/a)