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Finanzmarkt: Draghi gegen Yellen
25.03.14 15:06
Bank J. Safra Sarasin AG
Basel (www.anleihencheck.de) - Am letzten Mittwochabend hat sich die neue Vorsitzende der US-Notenbank FED Janet Yellen zum ersten Mal zur US-Geldpolitik geäußert und zugleich für die erste Überraschung gesorgt, so die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG.
Das FED stehe der lockeren Geldpolitik kritischer gegenüber als vom Markt gedacht. Das Gleiche lasse sich von der Europäischen Zentralbank (EZB) behaupten. EZB-Präsident Mario Draghi habe zu Beginn des Monats nicht - wie mancherorts spekuliert - eine weitere Zinssenkung verkündet, sondern habe mit Verweis auf die robusten Konjunkturindikatoren in Euroland die bisherige Politik unverändert fortgeführt.
Noch zu Beginn des Jahres habe die Entwicklung des EUR/USD im Jahr 2014 eine klare Sache zu werden geschienen. Die starke Konjunktur in den USA Ende 2013 und der eher schleppende Wirtschaftsverlauf in Euroland hätten für eine deutliche Stärkung des US-Dollars gesprochen. Die schwächeren US-Makrodaten im Januar und Februar und eine robuste Euro-Konjunktur in dieser Zeit hätten in den letzten Wochen zu einem Stimmungsumschwung zugunsten des Euro geführt. Nach der FED-Sitzung vom letzten Mittwoch sei die Frage neu lanciert: Wohin gehe der EUR/USD im 2014?
Die Konjunktur unterstütze im Moment sicherlich den Euro. Auf die Frage, wieso die EZB auf eine Zinssenkung verzichte, habe Mario Draghi an der Pressekonferenz von Anfang März explizit auf die robuste Verfassung der Vorlaufindikatoren verwiesen. Auf der fundamentalen Seite sei zu erwähnen, dass der Leistungsbilanzüberschuss der Euro-Länder auf das höchste Niveau der letzten 35 Jahren gestiegen sei - was auch Euro-positiv sei.
Das derzeitige Konjunkturbild mit eher schwächeren US-Konjunkturindikatoren und den erfreulichen Euro-Vorlaufindikatoren dürfte jedoch nicht von langer Dauer sein. In der Regel folge die Euro-Konjunktur der US-amerikanischen. Wenn das der Fall sei und die Euro-Wirtschaft mit schlechteren Daten aufwarte, so dürfte sich auch Draghi's Konjunkturoptimismus bald einmal legen und er könnte doch nochmals eine Zinssenkung ins Auge fassen.
In der mittleren Frist werde ein anderes Thema die Währungsmärkte dominieren. Das Timing des ersten Zinsschrittes hänge davon ab, wie stark sich die westlichen Volkswirtschaften von den großen Krisen bereits erholt hätten. Die USA seien weiter fortgeschritten als die Währungsunion. Die Analysten würden die erste Zinsanhebung in den USA wesentlich früher als in Euroland erwarten. Das spreche für einen stärkeren US-Dollar.
Nehme man alle Argumente zusammen, so überwiege die Skepsis gegenüber dem Euro. In der kurzen Frist sei eine weitere Eurostärke durchaus möglich, insbesondere solange die Euroland-Konjunkturindikatoren noch stark bleiben würden. Im Verlaufe des 2014 sollte jedoch der US-Dollar die Überhand behalten. Die Analysten würden eine deutliche Abschwächung des Euros gegenüber dem US-Dollar bis Ende Jahr erwarten. (25.03.2014/alc/a/a)
Das FED stehe der lockeren Geldpolitik kritischer gegenüber als vom Markt gedacht. Das Gleiche lasse sich von der Europäischen Zentralbank (EZB) behaupten. EZB-Präsident Mario Draghi habe zu Beginn des Monats nicht - wie mancherorts spekuliert - eine weitere Zinssenkung verkündet, sondern habe mit Verweis auf die robusten Konjunkturindikatoren in Euroland die bisherige Politik unverändert fortgeführt.
Noch zu Beginn des Jahres habe die Entwicklung des EUR/USD im Jahr 2014 eine klare Sache zu werden geschienen. Die starke Konjunktur in den USA Ende 2013 und der eher schleppende Wirtschaftsverlauf in Euroland hätten für eine deutliche Stärkung des US-Dollars gesprochen. Die schwächeren US-Makrodaten im Januar und Februar und eine robuste Euro-Konjunktur in dieser Zeit hätten in den letzten Wochen zu einem Stimmungsumschwung zugunsten des Euro geführt. Nach der FED-Sitzung vom letzten Mittwoch sei die Frage neu lanciert: Wohin gehe der EUR/USD im 2014?
Das derzeitige Konjunkturbild mit eher schwächeren US-Konjunkturindikatoren und den erfreulichen Euro-Vorlaufindikatoren dürfte jedoch nicht von langer Dauer sein. In der Regel folge die Euro-Konjunktur der US-amerikanischen. Wenn das der Fall sei und die Euro-Wirtschaft mit schlechteren Daten aufwarte, so dürfte sich auch Draghi's Konjunkturoptimismus bald einmal legen und er könnte doch nochmals eine Zinssenkung ins Auge fassen.
In der mittleren Frist werde ein anderes Thema die Währungsmärkte dominieren. Das Timing des ersten Zinsschrittes hänge davon ab, wie stark sich die westlichen Volkswirtschaften von den großen Krisen bereits erholt hätten. Die USA seien weiter fortgeschritten als die Währungsunion. Die Analysten würden die erste Zinsanhebung in den USA wesentlich früher als in Euroland erwarten. Das spreche für einen stärkeren US-Dollar.
Nehme man alle Argumente zusammen, so überwiege die Skepsis gegenüber dem Euro. In der kurzen Frist sei eine weitere Eurostärke durchaus möglich, insbesondere solange die Euroland-Konjunkturindikatoren noch stark bleiben würden. Im Verlaufe des 2014 sollte jedoch der US-Dollar die Überhand behalten. Die Analysten würden eine deutliche Abschwächung des Euros gegenüber dem US-Dollar bis Ende Jahr erwarten. (25.03.2014/alc/a/a)


