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Finanzmärkte im Bann der Konflikte


17.10.23 15:31
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der gewaltsame Ausbruch des Nahost-Konflikts durch den Überfall der Hamas auf Israel hat die Finanzmärkte nur kurzzeitig stärker beeinträchtigt, so die Analysten der DekaBank.

Lediglich zu Beginn der vergangenen Handelswoche habe es die für geopolitische Risiken typische Reaktion gegeben: Die Flucht in die Sicherheit. Die Aktienmärkte hätten nachgegeben, während sichere Staatsanleihen wie deutsche Bundesanleihen und US-Treasuries gefragt gewesen seien. Diese Reaktionen, ebenso wie der Anstieg des Außenwerts des US-Dollars und des Goldpreises, seien jedoch vergleichsweise moderat ausgefallen. Das liege daran, dass die Region kein großer Lieferant von Rohöl sei und als Wirtschaftsraum für die gesamte Weltwirtschaft keine herausragende Bedeutung einnehme.

Der Preis für Rohöl habe zwar zugelegt, er sei aber unter seinen - in diesem Jahr bereits erreichten - Höchstständen geblieben. Allerdings werde an den Kapitalmärkten sehr genau beobachtet, inwieweit eine mögliche Ausdehnung des Konflikts auf die großen Rohölländer die Möglichkeiten des Transports und der Produktion von Öl gefährden könnte.

Zur Mitte der vergangenen Woche hätten sich die Aktienmärkte wieder erholt, und das, obwohl von ökonomischer Seite kaum Impulse gekommen seien. Störgefühle hätten dann die neuesten Daten zur US-Inflation ausgelöst, die leicht höher als erwartet gemeldet worden seien. Es zeige sich immer mehr, dass die Preisdynamik nur langsam nachlasse, und die Zielmarke von 2% nur mühsam erreicht werde. Viele Marktteilnehmer würden jedoch vermuten, dass weitere Zinserhöhungen vor dem Hintergrund der neuen geopolitischen Unsicherheiten vorerst vom Tisch seien.

In dieser Woche würden die Analysten bei der Veröffentlichung des ZEW-Konjunkturklimas eine weitere leichte Verbesserung auf niedrigem Niveau erwarten. Das chinesische Bruttoinlandsprodukt dürfte im dritten Quartal nur noch um gut 4% gewachsen sein. (Ausgabe vom 16.10.2023) (17.10.2023/alc/a/a)