FOMC belässt Leitzins unverändert und schätzt Wirtschaft positiv ein


02.02.17 09:48
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der EWU-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe ist mit Veröffentlichung der endgültigen Daten für Januar um 0,1 auf 55,2 Punkte aufwärtsrevidiert worden und lag damit um 0,3 Punkte über seinem Niveau im Dezember, so die Analysten von Postbank Research.

Dies sei bereits der fünfte Anstieg in Folge gewesen. Der korrespondierende Index für Deutschland sei hingegen im Januar etwas weniger deutlich als zunächst erwartet um 0,8 auf 56,4 Punkte gestiegen. Auf ihren aktuellen Niveaus würden die Indices damit auch zum Jahresauftakt Hochstimmung im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands und der Eurozone signalisieren. Die Daten des Dienstleistungsanbieters ADP für die Beschäftigung im privaten Sektor der US-Wirtschaft würden für Januar mit einem Plus von 246 Tsd. einen überraschend starken Stellenaufbau zeigen. Ein kräftigerer Zuwachs sei hier zuletzt im Juni 2016 verzeichnet worden. Die Daten würden damit potenziell für eine positive Überraschung beim offiziellen US-Arbeitsmarktbericht sprechen, der am morgigen Freitag veröffentlicht werde.

Der US-ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe sei zum Jahresauftakt weiter um 1,5 auf 56,0 Punkte gestiegen. Mit dem fünften Zuwachs in Folge verzeichne der Index aktuell seinen höchsten Stand seit November 2014. Der Anstieg habe dabei auf einer breiten Basis gestanden. So habe insbesondere der wichtige Subindex für die Produktion weiter auf 61,4 Punkte (+2,0) zulegen können, während die Auftragskomponente mit 60,4 Punkten (+0,1) ihr hohes Niveau bestätigt habe. Der Teilindex für die Beschäftigung sei sogar um 3,3 auf 56,1 Punkte gestiegen.

Etwas getrübt worden sei das positive Gesamtergebnis durch die Komponente für die Exportaufträge, die sich um 1,5 auf 54,5 Punkte ermäßigt habe. Für eine Aussage, ob sich hier erste Sorgen angesichts der protektionistischen Vorstellungen der neuen US-Regierung bemerkbar machen würden, sei es aber nach Ansicht der Analysten noch zu früh. Aktuell spreche der ISM-Index im Einklang mit den zuletzt gestiegenen Investitionsgüteraufträgen trotz der politischen Unsicherheit für ein erhöhtes Wachstumspotenzial der US-Industrie zum Jahresauftakt.

Das FOMC habe auf seiner gestern zu Ende gegangenen Sitzung wie im Vorfeld erwartet den US-Leitzins unverändert bei 0,50% bis 075% belassen. Das im Anschluss veröffentlichte Statement zeige eine unverändert positive Einschätzung der wirtschaftlichen Situation in den USA durch die FOMC-Mitglieder. Auch seien sich diese sicher, dass die Inflation zum Zielwert von 2% zurückkehren werde. Keine Erwähnung hätten hingegen mögliche Effekte der Wirtschaftspolitik der neuen US-Regierung gefunden. In der Summe habe sich die FED mit dem heutigen Statement alle Möglichkeiten offen gehalten, geldpolitisch flexibel auf die Entwicklungen in den kommenden Monaten zu reagieren. Den nächsten Zinsschritt auf dann 0,75% bis 1,00% erwarten die Analysten von Postbank Research unverändert zur Mitte des Jahres.

Heute gebe mit der Bank of England die dritte große Notenbank in dieser Woche ihre geldpolitischen Entscheidungen bekannt. Obwohl das britische Unterhaus gestern in einer ersten Abstimmung dem Brexit-Antrag der Regierung zugestimmt habe, sollte die diesbezügliche Unsicherheit in den kommenden Monaten hoch bleiben. Trotz der anhaltend soliden Konjunkturdaten dürfte der Leitzins daher weiterhin bei 0,25% liegen. (02.02.2017/alc/a/a)






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